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WDH / ROUNDUP / Folgen des Klimawandels: Wasserverlust in Deutschland besonders groß

28.11.2023 - 19:20:45

(Formulierung 2. Absatz zum Wasserverlust konkretisiert)BERLIN - Die Folgen der Klimakrise in Deutschland verschÀrfen sich einem neuen Bericht des Umweltbundesamts (UBA) zufolge weiter.

(Formulierung 2. Absatz zum Wasserverlust konkretisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Folgen der Klimakrise in Deutschland verschĂ€rfen sich einem neuen Bericht des Umweltbundesamts (UBA) zufolge weiter. Demnach gehört Deutschland zu einer der Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit. Die Bundesrepublik verliere pro Jahr 2,5 Kubikkilometer Wasser, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) bei der Vorstellung des Berichts am Dienstag in Berlin. "Das ist eine unvorstellbar große Summe, die unsere Ökosysteme belastet, die sich auch auf die Trinkwasserversorgung vor allem in Zukunft auswirken kann."

UBA-PrĂ€sident Dirk Messner ergĂ€nzte, wenn man dies ĂŒber 20 Jahre hochrechne, sei es die Menge Wasser, die heutzutage der Bodensee umfasse. Seinen ErklĂ€rungen nach ist der Wasservorrat Deutschlands im Vergleich zu sĂŒdeuropĂ€ischen LĂ€ndern zwar besser. Doch gemessen an diesem Vorrat ist der Verlust in Deutschland im weltweiten Vergleich am grĂ¶ĂŸten und schnellsten. Laut UBA liegt das unter anderem daran, dass Deutschland eine Infrastruktur gebaut hat, in der viel Wasser abfließt - beispielsweise durch EntwĂ€sserungsgrĂ€ben in der Landwirtschaft und Kanalisation in den StĂ€dten und wenig VersickerungsflĂ€che.

"Und wenn das Land Wasser verliert, sind damit die gesamten Ökosysteme betroffen." So gebe es beispielsweise verheerende Folgen fĂŒr die Landwirtschaft. "Landwirtschaft und Wasser sind aufs Engste miteinander verbunden", sagte Messner. "Der Wasserverlust, den wir hier erleben, schlĂ€gt sich ökonomisch in der Landwirtschaft nieder und hat was mit der ErnĂ€hrung fĂŒr uns als Menschen zu tun." So hĂ€tten 2018 - in einem Hitzesommer - die WinterweizenertrĂ€ge 15 Prozent niedriger als im normalen Jahr gelegen.

Auch der Zustand der WÀlder sei mit Blick auf die Trockenheit dramatisch. "80 Prozent der BÀume in unseren WÀldern sind beschÀdigt und wir haben im Jahr 2020 gesehen, dass 20-mal so viele Fichten abgestorben sind wie in den vorangegangenen zehn Jahren", sagte Messner.

Und all diese SchĂ€den sorgen fĂŒr Kosten: "Alleine 80 Milliarden Euro seit 2018 und die wirtschaftlichen Folgekosten bis zur Mitte des Jahrhunderts werden je nach AusprĂ€gung der Klimakrise auf mehrere 100 Milliarden Euro geschĂ€tzt", sagte Lemke. Klimaanpassung und Vorsorge seien hingegen preiswerter als das Beseitigen der SchĂ€den. Deshalb sei es wichtig, dass in der Breite der Gesellschaft verstanden werde, dass Klimaanpassung genauso notwendig und gut sei wie Klimaschutz.

Bei Klimaanpassung geht es darum, sich auf VerĂ€nderungen wie DĂŒrren oder Überflutungen besser vorzubereiten beziehungsweise davor zu schĂŒtzen. Beispielsweise können HitzeschutzplĂ€ne fĂŒr KrankenhĂ€user entwickelt oder StĂ€dte so gebaut werden, dass sie mehr Regenwasser speichern.

Der Monitoringbericht zur "Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" berichtet ĂŒber Klimafolgen und Anpassung. Er erscheint alle vier Jahre.

@ dpa.de