Rentenbank, GeschÀftsjahr

Rentenbank: Sehr gutes GeschÀftsjahr, herausforderndes Förderjahr 2023

23.04.2024 - 13:13:14

Frankfurt am Main - Die Landwirtschaftliche Rentenbank verzeichnete im Jahr 2023 eine rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage nach ihren Förderkrediten. Das NeugeschĂ€ft mit zinsgĂŒnstigen Programmkrediten ging um 13,6 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro zurĂŒck (2022: 6,9 Mrd. Euro). Die InvestitionszurĂŒckhaltung deckt sich mit den Ergebnissen des "Rentenbank-Agrarbarometers", das Aufschluss ĂŒber die aktuelle Lage und die Erwartungen der deutschen Landwirtschaft gibt. Um die WiderstandsfĂ€higkeit der Branche zu stĂ€rken und notwendige Investitionen anzuregen, hat die Rentenbank ihr Förderportfolio ausgeweitet. Gleichzeitig entwickelt sie weitere Maßnahmen, um die Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft beim notwendigen Umbau in Richtung Nachhaltigkeit zu unterstĂŒtzen. Zur Refinanzierung ihres FördergeschĂ€fts nahm die Rentenbank mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel in Höhe von 10,5 Mrd. Euro (2022: 11,8 Mrd. Euro) auf. Das Betriebsergebnis 2023 vor Risikovorsorge und Bewertung liegt mit 197,3 Mio. Euro deutlich ĂŒber dem Vorjahr (2022: 157,8 Mio. Euro). Die Kapitalquoten befinden sich weiterhin auf einem sehr guten Niveau.

"Es ist wichtiger denn je, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in ihre Zukunft investieren. Anhand unserer FördergeschĂ€ftszahlen sehen wir jedoch das Gegenteil: eine massive InvestitionszurĂŒckhaltung. Das liegt vor allem an der Verunsicherung in der Branche, wie die Umfrageergebnisse unseres Agrarbarometers zeigen", so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. "Politik, VerbĂ€nde und Banken mĂŒssen jetzt dringend gemeinsam die Voraussetzungen fĂŒr das Gelingen der Transformation schaffen. Dazu gehört auch die Kombination aus privatem und öffentlichem Kapital, durch die sich Lenkungswirkung entfalten lĂ€sst. Die Rentenbank ist als Förderbank vor 75 Jahren dafĂŒr gegrĂŒndet worden. Mit unserer hervorragenden Kapitalbasis sehen wir uns fĂŒr diese Aufgabe bestens gerĂŒstet", so Nikola Steinbock weiter.

FörderneugeschĂ€ft mit Programmkrediten rĂŒcklĂ€ufig

Die InvestitionszurĂŒckhaltung der Branche spiegelt sich auch im FördergeschĂ€ft der Rentenbank wider. Das FörderneugeschĂ€ft mit zinsgĂŒnstigen Programmkrediten ging ĂŒber alle Sparten hinweg um 13,6 % auf 5,9 Mrd. Euro zurĂŒck (2022: 6,9 Mrd. Euro). Den volumenmĂ€ĂŸig stĂ€rksten RĂŒckgang verzeichneten die Fördersparten "Landwirtschaft", "Erneuerbare Energien" sowie "Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft". Hier wirkten sich vor allem ausbleibende Investitionen in WirtschaftsgebĂ€ude und Maschinen sowie die rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage nach Windkraftfinanzierungen dĂ€mpfend aus. Dagegen konnte das NeugeschĂ€ft in der Fördersparte "LĂ€ndliche Entwicklung" aufgrund der hohen Nachfrage der Landesförderinstitute nach Globaldarlehen der Rentenbank erneut gesteigert werden.

Um die WiderstandsfÀhigkeit der Agrarwirtschaft zu stÀrken und notwendige Investitionen anzuregen, erweitert die Rentenbank ihr zukunftsorientiertes Förderportfolio:

Mehr als 400 Mio. Euro ĂŒber Investitions- und Zukunftsprogramm Landwirtschaft zugesagt

Im Rahmen des im Jahr 2021 aufgelegten Investitions- und Zukunftsprogramms Landwirtschaft hat die Rentenbank im Auftrag des BMEL ZuschĂŒsse fĂŒr Investitionen in besonders umwelt- und klimaschonende Wirtschaftsweisen angeboten. Über das in diesem Jahr auslaufende Programm hat die Rentenbank mehr als 400 Mio. Euro an ZuschĂŒssen bewilligt.

Erweiterung des Programms "Zukunftsfelder im Fokus"

Um die Investitionsbereitschaft der grĂŒnen Branche in Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz weiter zu fördern, hat die Rentenbank 2022 das Darlehensprogramm "Zukunftsfelder im Fokus" mit zusĂ€tzlich vergĂŒnstigten Konditionen aufgelegt. Das ursprĂŒnglich mit vier Feldern gestartete Programm wurde im vergangenen Jahr um zwei weitere ergĂ€nzt. Im Fokus stehen Investitionen in eine effiziente BewĂ€sserung sowie die Förderung der SelbststĂ€ndigkeit und ExistenzgrĂŒndung von Hofnachfolgerinnen und ExistenzgrĂŒnderinnen in der Land- und Forstwirtschaft. Ende MĂ€rz dieses Jahres startete ein siebtes Zukunftsfeld "Stallumbau fĂŒr mehr Tierwohl". Mit dem neuen Zukunftsfeld unterstĂŒtzt die Rentenbank Betriebe, die ihre StĂ€lle umbauen wollen, um mehr Tierwohl zu ermöglichen.

Vergabe von Nachrangdarlehen an ExistenzgrĂŒnder

Im Auftrag des BMEL vergibt die Rentenbank im Rahmen ihrer Innovationsförderung Nachrangdarlehen an agrarnahe Startups in der FrĂŒhphase. Im vergangenen Jahr wurden Nachrangdarlehen in Höhe von 4,4 Mio. Euro vergeben. Die bisher geförderten Start-ups zeigen eindrucksvoll, wie vielfĂ€ltig die Innovationen sind, die fĂŒr die Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft und die Bioökonomie entwickelt und dringend benötigt werden.

Fachkonzept zur Einordnung von Treibhausgasemissionen bei der Kreditvergabe

Anfang des Jahres hat die Rentenbank ihr Fachkonzept zur Einordnung von Treibhausgasemissionen bei der Kreditvergabe an landwirtschaftliche Kundinnen und Kunden veröffentlicht. Es ist eine Hilfestellung zur Erfassung bzw. AbschÀtzung der Höhe der Emissionen und der daraus resultierenden transitorischen Risiken. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, mehr landwirtschaftliche Kreditnehmer in eine bessere Risikoklasse zu heben, da diese ihre tatsÀchlichen Leistungen und Risiken besser darstellen können. Kern des Fachkonzeptes ist ein Fragebogen. Das Fachkonzept wurde gemeinsam mit VerbÀnden, Organisationen der Branche sowie Bankenvertretern entwickelt.

Mittelaufnahme stabil

Zur Refinanzierung ihres FördergeschĂ€fts nahm die Rentenbank 2023 mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel in Höhe von 10,5 Mrd. Euro (2022: 11,8 Mrd. Euro) auf. Darin enthalten ist eine Euro-Benchmark-Anleihe der Rentenbank mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro und einer Laufzeit von 7,5 Jahren. Zudem begab die Rentenbank eine 10-jĂ€hrige Euro-Benchmark-Anleihe als Green Bond mit einem Volumen von 1,0 Mrd. Euro. Hinzu kamen zwei US-Dollar-Benchmark-Emissionen ĂŒber insgesamt 2,25 Mrd. US-Dollar.

Betriebsergebnis deutlich ĂŒber Vorjahreswert, JahresĂŒberschuss gestiegen

Das Betriebsergebnis 2023 vor Risikovorsorge und Bewertung liegt mit 197,3 Mio. Euro deutlich ĂŒber Vorjahresniveau. Der ZinsĂŒberschuss liegt bei 310,0 Mio. Euro (2022: 268,8 Mio. Euro). Dieser ist insbesondere auf die sehr guten Ergebnisse im Segment FördergeschĂ€ft wegen geringerer ZinszuschĂŒsse im ProgrammkreditgeschĂ€ft und auf die allgemeine Zinsentwicklung zurĂŒckzufĂŒhren. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen aufgrund höherer IT-Investitionen leicht auf 113,6 Mio. Euro (2022: 112,5 Mio. Euro).

Durch das positive Betriebsergebnis konnte die Kapitalbasis um 84,8 Mio. Euro gestĂ€rkt werden. Der JahresĂŒberschuss stieg von 36,0 Mio. Euro auf 37,0 Mio. Euro. Nach Dotierung der HauptrĂŒcklage in Höhe von 18,5 Mio. Euro (2022: 18,0 Mio. Euro) lag der von der Rentenbank ebenfalls vollstĂ€ndig fĂŒr Förderzwecke verwendete Bilanzgewinn mit 18,5 Mio. Euro leicht ĂŒber dem Vorjahreswert (18,0 Mio. Euro).

Kapitalquoten nahezu unverÀndert

Zum 31.12.2023 lag die harte Kernkapitalquote bei 31,3 % (2022: 31,7 %), die Leverage Ratio bei 10,3 % (2022: 10,4 %). Beide Quoten liegen damit weiterhin deutlich ĂŒber den fĂŒr die Rentenbank geltenden aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen.

"Die Rentenbank startet aus einer Position der StÀrke in das Jahr 2024. Unsere ErtrÀge profitieren vom gestiegenen Zinsniveau, gleichzeitig bewegen sich die Kosten auf Vorjahresniveau. Die Herausforderungen, die die Regulierung und das Marktumfeld an uns stellen, können wir komfortabel meistern. Damit wir perspektivisch unseren Förderauftrag noch effizienter gestalten können, nutzen wir die gute Ertragslage vor allem, auch, um weiter in die Modernisierung unserer IT-Landschaft und in die Digitalisierung unserer Prozesse zu investieren", so das Fazit des CFO, Dr. Marc Kaninke, zum Ergebnis und zur Bilanzstruktur.

Erstes Quartal 2024: Verhaltener Start in laufendes Berichtsjahr

Die Rentenbank ist verhalten in das Berichtsjahr 2024 gestartet. Das gesamte FörderneugeschÀft lag im ersten Quartal bei 2,2 Mrd. Euro. Bis Mitte April 2024 nahm die Rentenbank 4,7 Mrd. Euro mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel auf.

"Wir sehen, dass krĂ€ftig investiert werden muss - egal, ob in den Umbau der Tierhaltung, in den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energie, in Klimaschutz oder in BiodiversitĂ€t. Und es gibt viele Unternehmen der Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft, die investieren wollen. Das wissen wir aus persönlichen GesprĂ€chen, und das wissen wir aufgrund der Umfragen unseres Agrarbarometers. Gleichzeitig bleibt es schwer, Investitionen voranzubringen.", fasst Nikola Steinbock ausblickend zusammen. "Denn mit der aktuell inversen Zinsstruktur den regulatorischen Anforderungen und dem geopolitischen Umfeld kommt gerade vieles zusammen. Auf diese enorme KomplexitĂ€t haben auch wir noch keine abschließenden Antworten.", so Nikola Steinbock weiter. "Aber wir tun alles dafĂŒr, dass sich die Unsicherheiten fĂŒr die Branche auflösen und die nötigen Investitionen vorangebracht werden können. Dazu sind wir mit unseren Stakeholdern im intensiven Austausch und dazu entwickeln wir auch unser Förderportfolio bestĂ€ndig weiter".

AusfĂŒhrliche Informationen sind in dem auf der Homepage der Rentenbank veröffentlichten GeschĂ€ftsbericht 2023 zu finden.

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