Sparerinnen und Sparer glauben an Investitionsprogramm der Bundesregierung
27.08.2025 - 10:00:10Das von der aktuellen Regierung beschlossene Investitionsprogramm könnte die wirtschaftliche Situation in Deutschland nach Meinung der meisten Befragten etwas verbessern (61 Prozent). Gut ein Viertel (27 Prozent) erwartet hingegen keine Verbesserung, acht Prozent rechnen mit deutlichen Fortschritten.
Keine positiven Effekte hingegen fĂŒr den eigenen Geldbeutel, fĂŒr Aktien und Investmentfonds schon
FĂŒr die eigene Finanzlage erwartet die deutliche Mehrheit (80 Prozent) jedoch keine direkten positiven Effekte durch das Investitionsprogramm. Auf den Wert von Aktien und Investmentfonds hingegen durchaus: 43 Prozent der Befragten rechnen mit positiven Auswirkungen auf den Wert der eigenen Aktien oder Fonds. Gut ein Drittel ist gegenteiliger Meinung und sieht keine Effekte (37 Prozent). 20 Prozent haben hierzu keine Meinung. "Das noch vom letzten Bundestag verabschiedete Sondervermögen setzt wichtige Impulse fĂŒr Infrastruktur- und Transformationsprojekte - davon profitieren die AuftragsbĂŒcher der Unternehmen und bieten Anlegerinnen und Anlegern langfristige Chancen, wenn sie entsprechend investiert sind", sagt Kerstin Knoefel, Leiterin des Privatkundensegments von Union Investment.
StabilitÀt bei den eigenen Finanzen und dem Sparverhalten
Auch wenn Sparerinnen und Sparer wenig direkte Effekte durch die wirtschaftlichen Impulse der Bundesregierung erwarten, bleibt der Blick auf die eigenen Finanzen stabil: 61 Prozent erwarten im kommenden Halbjahr keine VerĂ€nderung der persönlichen finanziellen Situation (4. Quartal 2024: 53 Prozent), 24 Prozent eine Verbesserung (4. Quartal 2024: 30 Prozent), 14 Prozent eine Verschlechterung (4. Quartal 2024: 16 Prozent). Stabil bleibt trotz allem auch das Sparverhalten der Befragten. 59 Prozent wollen ihr Sparverhalten derzeit nicht Ă€ndern (4. Quartal 2024: 53 Prozent), ein Drittel will auf jeden Fall oder wahrscheinlich mehr sparen (31 Prozent). Am Jahresende 2024 waren es mit 37 Prozent etwas mehr Befragte, die sich entsprechend Ă€uĂerten.
Aktien so attraktiv wie nie
Bei ihren SparbemĂŒhungen setzen immer mehr Menschen in Deutschland auf Aktien und Investmentfonds. So sagen mehr als die HĂ€lfte der Befragten (52 Prozent), dass sie das Sparen mit Aktien attraktiv finden, so viele wie noch nie zuvor in der regelmĂ€Ăigen Befragung im Rahmen des Anlegerbarometers. Investmentfonds landen mit 51 Prozent knapp dahinter. Lediglich das Sparen mit Immobilien ist nach Meinung der Befragten attraktiver (67 Prozent). Das Tagesgeld landet auf Platz vier (47 Prozent).
Die starke Kapitalmarktorientierung der Sparerinnen und Sparer bestÀtigen auch die Bundesbankdaten, ausgewertet von Professor Oscar A. Stolper, UniversitÀt Marburg: Zum Jahresende 2024 stiegen die InvestmentfondsbestÀnde privater Haushalte um 205 Milliarden Euro auf 1.167 Milliarden Euro - und damit stÀrker als der Bestandszuwachs in Bargeld, Einlagen und Anleihen zusammen (plus 198 Milliarden). Auf Basis der von Professor Stolper bereinigten Sonderauswertung erhöhte sich das Gesamtfinanzvermögen 2024 um 606 Mrd. Euro; rund 45 Prozent (270 Mrd. Euro) davon entfielen auf Investmentfonds und börsennotierte Aktien. BestÀnde in börsennotierten Aktien privater Haushalte erreichten einen Rekordwert von 590 Milliarden Euro (plus 11,9 Prozent).
20- bis 29-JĂ€hrige treiben Aktienkultur
Die ZuwĂ€chse sind einerseits der starken Aktienmarktentwicklung geschuldet, andererseits aber auch der gestiegenen Beliebtheit von Aktien und Fonds. Insbesondere Sparerinnen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren besitzen diese beiden Anlageformen. So sind laut Anlegerbarometer insgesamt 68 Prozent aller Befragten im Besitz von Investmentfonds. 65 Prozent der jungen Erwachsenen finden Aktien attraktiv, 58 Prozent Investmentfonds. "Junge Erwachsene geben der Aktienkultur spĂŒrbar RĂŒckenwind: Viele blicken nicht nur auf ihre Sparleistung, sondern auch darauf, welcher Ertrag sich daraus ergibt - ein wichtiger Schritt zur langfristigen Vermögensbildung", so Knoefel.
Allerdings ist bei der Nutzung von Chancen am Kapitalmarkt ein Gender-Gap zu verzeichnen. Denn fast doppelt so viele MĂ€nner wie Frauen nennen dies als Sparziel (41 Prozent vs. 22 Prozent). Frauen wiederum priorisieren das Thema RĂŒcklagen als Sparziel höher als MĂ€nner. 75 Prozent der weiblichen Befragten nennen das Sparziel "RĂŒcklagen fĂŒr gröĂere Ausgaben", bei den mĂ€nnlichen sind es nur 62 Prozent. FĂŒr den Notfall sparen 86 Prozent der Frauen, unter MĂ€nnern nennen 77 Prozent dieses Sparziel. Entsprechend investieren signifikant mehr MĂ€nner in Aktien (48 Prozent) und Fonds (71 Prozent) als Frauen (26 Prozent bzw. 64 Prozent).
Studien
Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2025 im Auftrag von Union Investment 1.006 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten ĂŒber Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlĂŒssigen Befragten an. ErgĂ€nzende Daten stammen aus einer Auswertung der Zahlen der Deutschen Bundesbank (Stichtag 31.12.2024) durch Prof. Oscar A. Stolper im Auftrag von Union Investment.
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