Rentenbank: FördergeschĂ€ft spiegelt anhaltende InvestitionszurĂŒckhaltung wider
08.08.2024 - 12:51:55"Wie in anderen Branchen in Deutschland wird auch in der Landwirtschaft derzeit zu wenig investiert. Die aktuellen Ergebnisse unseres Rentenbank-Agrarbarometers zeigen, dass dies vor allem an den pessimistischen Zukunftserwartungen liegt. Hier mĂŒssen Politik, VerbĂ€nde und Finanzwirtschaft gemeinsam ansetzen", so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. "Wir als Rentenbank tragen dazu bei, indem wir unter anderem unser Förderspektrum kontinuierlich weiterentwickeln und so die grĂŒne Branche auf ihrem Weg in die Zukunft begleiten." JĂŒngstes Beispiel ist, dass die Rentenbank seit Juli im Auftrag des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ein Zuschussprogramm im Rahmen des "Aktionsprogramms NatĂŒrlicher Klimaschutz" (ANK) umsetzt. Gefördert werden Investitionen in Maschinen und GerĂ€te, die die Kohlenstoffspeicherfunktion von Böden und die BiodiversitĂ€t in Agrarlandschaften erhöhen.
"Im MĂ€rz haben wir zudem unser Programm 'Zukunftsfelder im Fokus' um das Zukunftsfeld 'Stallumbau fĂŒr mehr Tierwohl' erweitert und bis jetzt schon ĂŒber 6,5 Mio. EUR zugesagt. Als siebtes Zukunftsfeld ergĂ€nzt es damit erfolgreich unser umfassendes Förderangebot fĂŒr zukunftsweisende Investitionen", so Nikola Steinbock weiter.
RĂŒckgang ĂŒber fast alle Sparten der Programmkredite
Das NeugeschĂ€ft mit Programmkrediten sank von 3,2 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum auf 1,5 Mrd. EUR im ersten Halbjahr 2024. Dies entspricht einem RĂŒckgang um 51,4 %. Das NeugeschĂ€ft in der Fördersparte "Landwirtschaft" ging um 17,2 % auf 663 Mio. EUR zurĂŒck (1. Halbjahr 2023: 801 Mio. EUR). Hier fĂŒhrte das Auslaufen des Investitions- und Zukunftsprogramms Landwirtschaft zu einem RĂŒckgang bei der Maschinenfinanzierung. Auch in der Fördersparte "Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft" war ein RĂŒckgang zu verzeichnen. Das NeugeschĂ€ft lag bei 176 Mio. EUR (415 Mio. EUR) und damit 57,5 % unter dem Vorjahresniveau. Das NeugeschĂ€ft in der Sparte "LĂ€ndliche Entwicklung" ging um 61,1 % auf 623 Mio. EUR (1.6 Mrd. EUR) zurĂŒck.
Der zu Jahresbeginn festgesetzte hohe EU-Referenzzinssatz in Verbindung mit dem Beihilferecht lĂ€sst der Rentenbank keinen Spielraum, marktfĂ€hige Konditionen ohne Beihilfen anzubieten. Dies hat zur Folge, dass GeschĂ€ftsbanken fĂŒr nicht beihilfefĂ€hige Projekte, wie z. B. EEG-vergĂŒtete Erneuerbare-Energien-Anlagen, im Moment verstĂ€rkt auf andere Refinanzierungsquellen zurĂŒckgreifen. Daher verzeichnete die Rentenbank den stĂ€rksten RĂŒckgang in der Fördersparte "Erneuerbare Energien". Das NeugeschĂ€ft sank um 88,0 % auf 41 Mio. EUR (339 Mio. EUR).
Innovationsförderung weiter fortgesetzt
Die Rentenbank fördert Innovationen von der Entwicklung ĂŒber die EinfĂŒhrung in die Praxis bis hin zur Verbreitung zukunftsweisender Verfahren und Produkte. Mit dem gemeinsam mit dem Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft (BMEL) 2021 ins Leben gerufenen Förderprogramm werden junge AgTech-und FoodTech-Unternehmen in der FrĂŒhfinanzierungsphase unterstĂŒtzt. Im Rahmen ihrer Venture Capital-AktivitĂ€ten (VC) beteiligte sich die Rentenbank darĂŒber hinaus mit insgesamt 33,7 Mio. EUR an den VC-Fonds Blue Revolution Fund, Nucleus Capital, Oyster Bay Capital, Extantia und Forbion.
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem BMEL und dem Frankfurter TechQuartier hat die Rentenbank das AgTech & FoodTech GrĂŒnderprogramm "Growth Alliance" im laufenden Jahr weiter etabliert. Mit mittlerweile vier unterschiedlichen Angeboten werden die phasenspezifischen Herausforderungen von Start-ups ĂŒber den gesamten Lebenszyklus gezielt adressiert. DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzt die Rentenbank als Kooperationspartner zahlreiche Initiativen und Programme, um innovative und nachhaltige Ideen sowie die Vernetzung in der Branche voranzutreiben.
US-Dollar wichtigste EmissionswÀhrung
Zur Refinanzierung ihres FördergeschĂ€fts hat die Rentenbank im ersten Halbjahr 2024 mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel in Höhe von 4,9 Mrd. EUR (7,4 Mrd. EUR) an den internationalen KapitalmĂ€rkten aufgenommen. Dies entspricht rund der HĂ€lfte des fĂŒr das Gesamtjahr 2024 geplanten Emissionsvolumens von 10 Mrd. EUR. Wichtigste EmissionswĂ€hrung war der US-Dollar mit einem Anteil von 53 % (25 %) an der Mittelaufnahme. Der Anteil des EUR ging auf 27 % (65 %) zurĂŒck. Die gröĂten Investorengruppen waren GeschĂ€ftsbanken mit einem Anteil von 53 % (56 %) und Zentralbanken mit einem Anteil von 35 % (31 %) am Emissionsvolumen.
Betriebsergebnis unter Vorjahresniveau
Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung belief sich im ersten Halbjahr 2024 auf 97,5 Mio. EUR. Das Ergebnis liegt damit unter dem Niveau des Vorjahres (103,9 Mio. EUR). Der ErgebnisrĂŒckgang ist im Wesentlichen auf die um 10,0 Mio. EUR gestiegenen Verwaltungsaufwendungen zurĂŒckzufĂŒhren. Treiber waren höhere IT-Investitionen und die gestiegene Mitarbeiterzahl. Gleichzeitig liegt das Ergebnis allerdings deutlich ĂŒber unseren Erwartungen. Dies ist auf das anhaltend hohe Zinsniveau und den daraus resultierenden hohen ZinsĂŒberschuss zurĂŒckzufĂŒhren.
Kapitalquote und Leverage Ratio weiter auf hohem Niveau
Zum Ende des ersten Halbjahres 2024 weist die Rentenbank weiterhin hohe Kapitalquoten auf Basis der EU-Bankenverordnung (CRR) aus. Die harte Kernkapitalquote lag bei 37,2 % (31.12.2023: 31,3 %) und die Leverage Ratio bei 10,2 % (31.12.2023: 10,3 %).
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