Credit neu denken: Ein neues Marktregime erfordert neue Prinzipien
25.04.2025 - 14:52:13Der 2. April 2025 wird als Wendepunkt in die Geschichte eingehen. Was einst als regelbasiertes, offenes Welthandelssystem gefeiert wurde, droht zu zerfallen - unter dem Druck des Landes, das es einst erschaffen hat.
Mit der AnkĂŒndigung von mindestens 10 % Zöllen auf sĂ€mtliche Importe in die USA schlĂ€gt die fĂŒhrende Wirtschaftsnation der Welt ein neues Kapitel auf - geprĂ€gt von Abschottung, Machtpolitik und wirtschaftlichem Nationalismus. Das Paradigma der komparativen Vorteile wird verdrĂ€ngt - von einem neuen Dogma: Nationale Interessen vor globaler Ordnung.
Die langfristigen Folgen und neuen Spielregeln lassen sich heute kaum greifen. Doch genau diese Unsicherheit wirkt wie ein Katalysator: KreditrisikoprÀmien steigen, AktienmÀrkte geraten unter Druck, der Dollar verliert an Vertrauen. Zinsen entkoppeln sich von historischen Mustern und selbst klassische 'Flight to Safety'-Bewegungen bleiben aus.
Viele sprechen vom Beginn einer neuen Epoche. Wir sagen: Diese Epoche hat lÀngst begonnen. Nicht lÀnger bestimmen Regeln das Geschehen, sondern die politischen Interessen.
Bereits 2018 begann Donald Trump mit der EinfĂŒhrung protektionistischer MaĂnahmen - unter anderem Zölle und Sanktionen gegen China -, die globalisierte Wirtschaftsstrukturen im Namen nationaler Interessen offen infrage stellten. MaĂnahmen, die auch unter der Biden-Administration nicht zurĂŒckgenommen wurden.
Die Covid-19-Pandemie legte die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten offen - ebenso wie die AbhÀngigkeit ganzer Industrien von einzelnen LÀndern. Die daraus entstandene Inflationsdynamik zwang Zentralbanken weltweit zu historischen Zinserhöhungen und entfachte den Ruf nach "Reshoring".
Mitten in dieser angespannten Lage kehrte 2022 der Krieg nach Europa zurĂŒck. Er deckte nicht nur die energiepolitischen AbhĂ€ngigkeiten Europas auf, sondern verschĂ€rfte - durch Sanktionen und Blockaden - die Lage auf den globalen RohstoffmĂ€rkten. Gleichzeitig gewannen geopolitische Risiken an Gewicht, und die RĂŒckkehr staatlicher Verteidigungshaushalte markierte eine neue Ăra: Eine Ăra, in der nationale ProduktionskapazitĂ€ten, SchlĂŒsselindustrien und strategische Technologien wieder zur Frage der SouverĂ€nitĂ€t werden.
Die Folge: Historische multilaterale Handelsbeziehungen weichen - ein naiver Globalismus wird durch nationale Interessen verdrĂ€ngt. Die alte Ordnung löst sich auf. All diese Entwicklungen haben eine gemeinsame Konstante: wachsende Unsicherheit. Ein Blick auf den Global Economic Policy Uncertainty Index unterstreicht das: Seit Jahren liegt er deutlich ĂŒber dem langfristigen Durchschnitt - ein klares Signal fĂŒr die anhaltende InstabilitĂ€t wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.
Neue RealitÀt, neue Regeln - und ein neues Denken
Das Kapitalmarktumfeld befindet sich im Umbruch. Protektionismus, geopolitische Spannungen und die daraus resultierende divergierenden Inflationsdynamiken weltweit prĂ€gen eine neue RealitĂ€t. Unsicherheit ist kein vorĂŒbergehendes PhĂ€nomen mehr, sondern ein dauerhaftes Strukturmerkmal. FĂŒr institutionelle Anleger mit langfristigen Verpflichtungen bedeutet das: Die Spielregeln haben sich geĂ€ndert.
Doch viele InvestmentansĂ€tze verharren im Alten. Segmentierungen nach Regionen oder WĂ€hrungen, der RĂŒckgriff auf kapitalmarktgewichtete Indizes - all das spiegelt eine vergangene Welt wider. Diese Strukturen erschweren eine integrierte Portfoliosteuerung, blenden reale Risiken wie Chancen systematisch aus und helfen nicht bei der Erreichung langfristiger Ziele. Wer sich an der Benchmarklogik orientiert, riskiert Fehlallokationen - und verwaltet letztlich nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit.
Was es braucht, sind Lösungen, die sich an Zielen orientieren, nicht an Konventionen. Flexible, prinzipienbasierte AnsÀtze, die aktiv auf QualitÀt, Steuerbarkeit und ein robustes Risiko-Rendite-Profil ausgerichtet sind. Kein "Weiter so" - aber auch kein blinder Bruch. Sondern ein neues Denken mit klarer Haltung.
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