GWA, Neujahrsempfang

GWA Neujahrsempfang: Appell an besondere Verantwortung der Kommunikationsbranche / Erste Hamburger ErklĂ€rung des GWA nennt fĂŒnf konkrete Forderungen

23.01.2025 - 17:47:28 | presseportal.de

Frankfurt - Nach einer erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr lud der GWA Verband fĂŒhrender Kommunikationsagenturen heute zum zweiten Mal zum Neujahrsempfang nach Hamburg. Zu den handverlesenen GĂ€sten zĂ€hlten neben AgenturgeschĂ€ftsfĂŒhrenden und Marketingentscheider*innen von Unternehmen, zahlreiche Vertreter*innen von Technologiekonzernen und Medien sowie viele Politiker*innen. Mehr als 250 GĂ€ste nahmen an dem Neujahrsempfang teil und damit nochmals deutlich mehr als bei der Premiere vor einem Jahr.

GWA Neujahrsempfang: Appell an besondere Verantwortung der Kommunikationsbranche / Erste Hamburger ErklĂ€rung des GWA nennt fĂŒnf konkrete Forderungen - Foto: presseportal.de
GWA Neujahrsempfang: Appell an besondere Verantwortung der Kommunikationsbranche / Erste Hamburger ErklĂ€rung des GWA nennt fĂŒnf konkrete Forderungen - Foto: presseportal.de

GeprĂ€gt war das Event - trotz des fĂŒr die Kreativbranche typischen Optimismus - auch von den vielfĂ€ltigen Herausforderungen, vor denen Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft in diesem Jahr angesichts der weltweiten Entwicklungen stehen.

Dr. Carsten Brosda: Bedeutende Rolle fĂŒr Werbe- und Kommunikationsbranche

Dr. Carsten Brosda, Senator fĂŒr Kultur und Medien Hamburg, sagte in seiner Keynote: "Die aktuelle weltpolitische Lage hat auch Auswirkungen auf die Werbe- und Kommunikationsbranche in unserem Land. Wir wissen, dass Fake-News und Desinformation das Vertrauen in unsere Demokratie erodieren lassen. Diese Entwicklung fordert uns alle. Der Werbe- und Kommunikationsbranche kommt mit ihrer Kompetenz, komplexe Fragestellungen in aufmerksamkeitsstarke Botschaften zu ĂŒbersetzen, eine bedeutende Rolle zu. Auch die vielen Hamburger Kreativunternehmen können helfen, unsere Gesellschaft und unsere Demokratie widerstandsfĂ€higer zu machen. Ich freue mich sehr, dass der GWA mit seiner Hamburger ErklĂ€rung Verantwortung ĂŒbernimmt und ein ermutigendes Zeichen setzt."

Larissa Pohl: Kein "Weiter wie bisher"

GWA PrĂ€sidentin Larissa Pohl nutzte ihre Keynote fĂŒr einen deutlichen Appell: "Der Kommunikationsbranche, also Agenturen, werbungtreibenden Unternehmen, Medien und Plattformen, kommt im gesellschaftlich-politischen Diskurs eine herausragende Rolle zu." Der Einfluss wahrer und falscher Informationen auf Wahlergebnisse sei unbestritten, so Pohl. "Werbung finanziert den in diesem Sinne hoch systemrelevanten unabhĂ€ngigen Journalismus und ist fĂŒr die Demokratie unverzichtbar." Die Branche mĂŒsse selbst noch mehr Verantwortung ĂŒbernehmen. Ein "Weiter wie bisher" sei aus ihrer Sicht mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen ebenso wenig eine Option wie "man mĂŒsste mal / man sollte mal".

Die fĂŒnf Forderungen der Hamburger ErklĂ€rung des GWA

Konkret adressierte die GWA PrĂ€sidentin an die gesamte Kommunikationsbranche fĂŒnf Forderungen fĂŒr die Zukunft, die in der ersten Hamburger ErklĂ€rung des GWA zusammengefasst sind.

Erstens: Werbespendings dĂŒrfen sich nicht mehr allein oder ĂŒberwiegend an Reichweiten ausrichten. Werbungtreibende und Agenturen haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung bei der Finanzierung von unabhĂ€ngigen journalistischen Angeboten.

Zweitens: Die Entscheidungsprozesse, die zur Verteilung von Werbegeldern fĂŒhren, mĂŒssen ĂŒberprĂŒft werden. Es gelte, viel mehr als bisher in tatsĂ€chlich Unternehmensrelevanten KPI zu denken und zu handeln.

Drittens: Medienkompetenz ist kein Luxus-Thema und muss massiv gestÀrkt werden. Hier sei insbesondere die Politik in Bund und LÀndern gefordert.

Viertens: Plattformen wie TikTok und Facebook sollten verpflichtet werden, journalistische Inhalte zu kennzeichnen und im Idealfall per Algorithmus stĂ€rker zu gewichten. Mindestens aber mĂŒsse der Absender einer Nachricht klar identifizierbar sein.

FĂŒnftens: Journalistisch publizierende Medien stehen unter wirtschaftlichem Druck. Werberegulierung, deren Wirksamkeit ohnehin mehr als zweifelhaft ist, wĂŒrde zu weiteren Umsatzverlusten fĂŒhren. Und Umsatzeinbußen zu QualitĂ€tseinbußen.

CMO Panel: Die Verantwortung der Werbungtreibenden

Lebhaft diskutiert wurde auf dem GWA Neujahrsempfang auch die wachsende Verantwortung von Marken. Auf dem CMO Panel sprach GWA VizeprÀsident Mirko Kaminski mit Anke Drewicke, Leiterin Marketing und Vertrieb Congstar, Michael Götz, Chief Marketing Officer Gustav Gustavo, sowie Klaus SchmÀing, Marketing Direktor Fritz-Kola. Schnell wurde klar, dass auch werbungtreibende Unternehmen ihre zentrale gesellschaftliche Rolle erkennen und ernst nehmen.

Anke Drewicke sagte: "All unsere Haltungskampagnen und unser Engagement 2024 waren gut, haben aber nicht ausgereicht. 2025 mĂŒssen wir wirksamer werden, mit besserer Kreation und besserer Kanal-Auswahl. Das ist nur möglich, indem wir richtig zuhören und versuchen, alle zu verstehen, auch wenn es schwerfĂ€llt. Michael Götz findet es gut, wenn Unternehmen Haltung zeigen oder sich sozial engagieren. "Aber dann", so Götz, "gilt fĂŒr mich ganz klar ,Walk the Talk'. Einfach nur mal spontan auf einen WohltĂ€tigkeits-Zug aufspringen - ohne echtes Engagement - ist mir zu wenig." Klaus SchmĂ€ing sieht das Ă€hnlich. Er betonte auf dem CMO Panel: "Wir beziehen klar Stellung, auch wenn's mal unbequem wird. Das ist unsere Art zu versuchen, die Welt ein StĂŒck besser zu machen - eine Kola nach der anderen."

Werbe- und Wirtschaftsstandort Hamburg

Hamburg als Ort fĂŒr den GWA Neujahrsempfang ist nicht zufĂ€llig gewĂ€hlt. Die Hansestadt ist einer der Top-Standorte fĂŒr die Agentur- und Kreativbranche in Deutschland. Knapp die HĂ€lfte der Top-20-Inhaberagenturen hat ihren Sitz in Hamburg. Rund 134.000 Menschen arbeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft der Metropolregion Hamburg. Die meisten ArbeitsplĂ€tze gibt es in der Software- und Games-Industrie, auf dem Presse- und Werbemarkt sowie in der Designwirtschaft. Die knapp 1.000 in Hamburg ansĂ€ssigen Agenturen beschĂ€ftigten rund 14.000 Menschen. Neben den Agenturen sind zahlreiche MedienhĂ€user, Filmproduktionen und Tech-Unternehmen Teil der Kreativbranche mit insgesamt 12,2 Mrd. Euro Umsatz.

Agenturen schaffen so auch in Hamburg BeschĂ€ftigung, Wertschöpfung und ArbeitsplĂ€tze weit ĂŒber ihre eigene Firma hinaus, indem sie Werbung schalten und damit meinungsbildende Medien finanzieren.

Ganz entscheidend ist dies auch fĂŒr den Talentemarkt: Ein wichtiger Grund fĂŒr die Ansiedlung von Kreativunternehmen sind junge Talente, fĂŒr die wiederum Agenturen perfekte Karrieresprungbretter sind. Berufseinsteiger*innen bekommen fast nirgendwo sonst so schnell Einblicke in so viele verschiedene Branchen und Innovationen wie in Agenturen.

Pressemappe inkl. Rede von Larissa Pohl, Hamburger ErklÀrung und Bilder der Veranstaltung unter https://tinyurl.com/429jatax

Über den GWA

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA wurde 1952 als Gesellschaft Werbeagenturen gegrĂŒndet und fĂŒhrt seit 2002 den heutigen Namen. Der GWA spricht fĂŒr die Agenturbranche gegenĂŒber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Die ĂŒber 160 Mitglieder gehören zu den fĂŒhrenden Kommunikationsagenturen in Deutschland. Die Mitgliedschaft im GWA ist ein QualitĂ€tssiegel, denn Voraussetzung dafĂŒr ist neben einer gewissen MarktgrĂ¶ĂŸe auch die FĂ€higkeit der Agentur zur ganzheitlichen MarkenfĂŒhrung. Der Branchenverband gibt Unternehmen und Institutionen Orientierung in einem unĂŒbersichtlichen Agenturmarkt, zum Beispiel durch Publikationen oder die Verleihung des Effie Germany.

Pressekontakt:

Anja Sturm
Telefon: 0173 / 35 88 489
Email: anja.sturm@gwa.de
www.gwa.de

Original-Content von: Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA e.V. ĂŒbermittelt durch news aktuell

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