Frankreich, Italiens

Frankreich bestellt Italiens Botschafterin wegen Salvini ein

Veröffentlicht am: 23.08.2025 um 12:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Frankreich hat die italienische Botschafterin Emanuela D'Alessandro wegen Äußerungen von Italiens Vize-MinisterprĂ€sident Matteo Salvini einbestellt.

Salvini habe in den vergangenen Tagen "inakzeptable Äußerungen" getĂ€tigt, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Die Botschafterin sollte demnach am Donnerstag im Außenministerium erscheinen.

Sie sei daran erinnert worden, dass die Aussagen Salvinis dem Klima des Vertrauens zwischen Frankreich und Italien zuwiderlaufen, "aber auch den jĂŒngsten bilateralen Entwicklungen, die starke Übereinstimmungen zwischen den beiden LĂ€ndern deutlich gemacht haben, insbesondere hinsichtlich der uneingeschrĂ€nkten UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine", hieß es weiter.

Der Vorsitzende der rechten Regierungspartei hatte den französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron wegen dessen Bereitschaft kritisiert, nach einer Friedensvereinbarung zwischen Kiew und Moskau Truppen in die Ukraine zu entsenden. Bei einem Termin in seiner Heimatstadt Mailand empfahl Salvini Macron mit einem dort gebrĂ€uchlichen Ausdruck, sich "an die Tram zu hĂ€ngen". Dann fĂŒgte er wörtlich hinzu: "Setz dir einen Helm auf, zieh eine Weste an, schnapp dir ein Gewehr und geh in die Ukraine."

Salvini pflegt enge Kontakte zu Marine Le Pen

Italiens Rechtsregierung unter MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni hat trotz ihrer klaren UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine schon mehrfach erklĂ€rt, keine Soldaten fĂŒr eine mögliche europĂ€ische Friedenstruppe bereitzustellen.

Salvini pflegt enge Kontakte zu Macrons Gegenspielerin Marine Le Pen von der Rechtspartei Rassemblement National, die dem Staatschef bei der PrÀsidentenwahl unterlegen war. Er hatte Macron zuvor schon mehrfach beschimpft - auch als "SchwÀtzer", "Kriegshetzer" und "Bombenwerfer". Neben seiner Position als Vize-Regierungschef ist er Verkehrsminister. In den Umfragen liegt seine Partei Lega mit weitem Abstand hinter Melonis Partei Fratelli d'Italia und der sozialdemokratischen Opposition.

Auch zwischen MinisterprĂ€sidentin Meloni und Macron hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach Auseinandersetzungen gegeben. Seit einiger Zeit bemĂŒhen sich die beiden jedoch, nach außen geschlossen aufzutreten.

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