Ukraine: Paris will MilitĂ€rausbilder schicken - Die Nacht im Ăberblick
28.05.2024 - 06:20:02AuĂerdem unterzeichnete Spanien ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit der Ukraine. Russlands Armee bombardiert unterdessen weiter die ostukrainische Metropole Charkiw.
Kiew: Paris will MilitÀrausbilder in die Ukraine schicken
Er begrĂŒĂe "die Initiative Frankreichs, Ausbilder in die Ukraine zu schicken, um ukrainische Armeeangehörige auszubilden", schrieb der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj am Montag auf Facebook. Er habe bereits Dokumente unterzeichnet, "die es den ersten französischen Ausbildern ermöglichen, bald unsere Schulungszentren zu besuchen und sich mit deren Infrastruktur und Personal vertraut zu machen". Eine offizielle BestĂ€tigung aus Frankreich, dass eine solche Ausbildungsmission tatsĂ€chlich konkret geplant sei, gab es zunĂ€chst nicht.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Zuletzt wurde immer wieder auch ĂŒber die mögliche Entsendung westlicher MilitĂ€rausbilder in das Kriegsgebiet diskutiert, um die unter Druck geratene ukrainische Armee effektiver zu unterstĂŒtzen. Offiziell gibt es solche Ausbildungsprogramme bislang nicht.
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte das Verteidigungsministerium in Paris am Abend lediglich mit: "Wie bereits mehrfach erwĂ€hnt, ist die Ausbildung auf ukrainischem Boden eine der Baustellen, die (...) diskutiert werden." Weiter hieĂ es: "Wie alle bei dieser Gelegenheit besprochenen Themen wird auch diese Frage weiterhin mit der ukrainischen Seite erörtert, insbesondere um ihre genauen BedĂŒrfnisse zu verstehen."
Spanien sichert Ukraine bei Selenskyj-Besuch Milliardenhilfe zu
Spanien hat beim ersten offiziellen Besuch des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj in Madrid ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit der Ukraine unterzeichnet. Die Vereinbarung sehe unter anderem spanische MilitÀrhilfe im laufenden Jahr in Höhe von einer Milliarde Euro vor, sagte MinisterprÀsident Pedro Sånchez nach dem Treffen mit Selenskyj im Regierungspalast Moncloa. Details wollte Sånchez trotz Nachfragen von Journalisten nicht nennen. Er sagte nur, man werde weiter Flugabwehrraketen, Leopard-Panzer und Munition liefern. Selenskyj bezeichnete das Abkommen als "lebensrettende Hilfe in dieser schwierigen Zeit".
Erneut Opfer durch russische Angriffe auf Charkiw
Bei neuen russischen Angriffen auf die ostukrainische Stadt Charkiw ist offiziellen Angaben zufolge mindestens ein Mensch getötet worden. Weitere elf Einwohner der Metropole seien durch den Beschuss am Montag verletzt worden, schrieb BĂŒrgermeister Ihor Terechow auf Telegram. Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden russischen Angriff auf einen Baumarkt in Charkiw am vergangenen Samstag auf 18.
Stoltenberg: Einige BeschrĂ€nkungen fĂŒr Ukraine ĂŒberdenken
Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg rief die Mitgliedsstaaten unterdessen auf, einige BeschrĂ€nkungen fĂŒr den Einsatz der bereitgestellten Waffen fĂŒr die Ukraine aufzuheben. "Nach internationalem Recht schlieĂt das Recht auf Selbstverteidigung das Recht ein, legitime militĂ€rische Ziele auĂerhalb der Ukraine anzugreifen. Das ist ein Teil der Selbstverteidigung", sagte Stoltenberg in Bulgarien. Von russischer Seite kam prompt eine verbale Reaktion: Stoltenberg verfalle in "kriegerische Ekstase", schimpfte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Was am Dienstag wichtig wird
Nach seinem Besuch in Spanien wird der ukrainische PrĂ€sident an diesem Dienstag in Belgien erwartet. Um weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine soll es zudem beim EU-Verteidigungsministertreffen in BrĂŒssel sowie bei GesprĂ€chen mehrerer Nato-Partner in Tschechien gehen.

