Frauengesundheit: Petition gegen 3,5 Millionen Termin-KĂŒrzungen
23.06.2026 - 12:39:27 | boerse-global.de
Der Berufsverband der FrauenĂ€rzte (BVF) hat eine Petition gegen den Kabinettsentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eingereicht. Am gestrigen Montag ĂŒbergab der Verband die Initiative âFrauengesundheit sichernâ dem Petitionsausschuss des Bundestages.
Warnung vor Folgen fĂŒr KrebsfrĂŒherkennung
Nach EinschĂ€tzung des BVF gefĂ€hrden die geplanten Ănderungen jĂ€hrlich bis zu 3,5 Millionen kurzfristige Termine in frauenĂ€rztlichen Praxen. Im Zentrum der Kritik steht die geplante Streichung von VergĂŒtungsregelungen aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).
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Der Verband fordert, diese Streichungen zurĂŒckzunehmen. Ohne die finanziellen Rahmenbedingungen sei die zeitnahe Versorgung nicht mehr gewĂ€hrleistet â insbesondere bei der KrebsfrĂŒherkennung und der Schwangerenbetreuung.
Auch andere medizinische Fachgruppen teilen diese Sorgen. Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ărzte (bng) appellierte gestern im Gesundheitsausschuss, die DarmkrebsprĂ€vention von der geplanten Budgetierung auszunehmen. Sonst drohten spĂ€tere Diagnosen und höhere Behandlungskosten.
Breite Front gegen die Reform
Die gestrige Anhörung im Gesundheitsausschuss machte den Widerstand deutlich: Mehr als 80 VerbĂ€nde kritisierten die ReformplĂ€ne. Hintergrund der SparmaĂnahmen ist ein Defizit der gesetzlichen Krankenversicherungen von rund 19 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026.
Die Einnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent, die Ausgaben legten jedoch um 7,6 Prozent zu.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnte vor existenzbedrohenden Folgen fĂŒr die stationĂ€re Versorgung. Bis 2030 drohe fast jeder zweiten Klinik die Insolvenz. Rund 140.000 ArbeitsplĂ€tze im Krankenhaussektor seien gefĂ€hrdet â jeder zehnte Arbeitsplatz in diesem Bereich.
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Der GKV-Spitzenverband forderte bei der Anhörung sogar noch weitergehende Einsparungen und kritisierte die geplante KĂŒrzung des Bundeszuschusses.
Vorsorge: Jede zweite Frau bleibt fern
Die Debatte fĂ€llt in eine Zeit stagnierender Vorsorgezahlen. Eine aktuelle Befragung unter 2.001 Frauen ergab: Nur etwa jede zweite Frau nimmt regelmĂ€Ăig gynĂ€kologische Vorsorgetermine wahr. Bei den unter 20-JĂ€hrigen sinkt der Anteil auf ein Drittel.
Als GrĂŒnde nannten die Befragten Vergesslichkeit und Angst vor den Untersuchungen. Zudem zeigen sich erhebliche WissenslĂŒcken: Ein Drittel der 18- bis 19-JĂ€hrigen gab an, das Humane Papillomvirus (HPV) nicht zu kennen. Nur 15 Prozent der befragten Frauen fĂŒhlten sich gut ĂŒber Testmöglichkeiten informiert.
Die Entscheidung ĂŒber das Gesetz war ursprĂŒnglich fĂŒr Ende Juni vorgesehen, wurde jedoch verschoben. Der Bundestag soll nun am 10. Juli abstimmen. Die Petition des BVF wird derzeit vom Petitionsausschuss geprĂŒft. Nach der formalen Veröffentlichung soll eine Online-Mitzeichnung möglich sein.
