Friedensforscher: Ukraine braucht verlÀssliche Sicherheitsgarantien
10.06.2024 - 15:26:01Dies sei Voraussetzung dafĂŒr, dass das Land mittelfristig Friedensverhandlungen mit Russland aufnehmen könne, heiĂt es in ihrem am Montag in Berlin veröffentlichten Friedensgutachten 2024. Die Wissenschaftler empfehlen, militĂ€rische Logik und diplomatische AnsĂ€tze klug miteinander zu verzahnen, den Druck auf Russland etwa in Form von Sanktionen aufrechtzuerhalten und die Ukraine weiterhin militĂ€risch zu unterstĂŒtzen. Sie teilten dazu mit: "Schon jetzt sollten Form und Inhalt von Friedensverhandlungen vorbereitet und etwaige Drittparteien ausgelotet werden."
Das Friedensgutachten ist eine jĂ€hrliche Publikation des Bonn International Centre for Conflict Studies, des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, des Instituts fĂŒr Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der UniversitĂ€t Hamburg und des Instituts fĂŒr Entwicklung und Frieden der UniversitĂ€t Duisburg-Essen.
Die Zahl der weltweiten Todesopfer durch Kriege und Konflikte sei auf einem Höchststand, erklĂ€rten die Forscher. Die Kriege in der Ukraine und in Gaza, MilitĂ€rputsche und dschihadistische Gewalt in Afrika forderten zehntausende Opfer. Zugleich stocke der Kampf gegen Klimawandel, Armut und Hunger. In Europa und den USA setzen autoritĂ€re und extremistische Bewegungen Demokratien unter Druck. Viele politische Erfolge der 1990er und 2000er Jahre seien scheinbar dahin: Multilaterale VertrĂ€ge erodierten, internationale Institutionen verlören an Einfluss und demokratische Errungenschaften, wie die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz oder die Pressefreiheit, wĂŒrden selbst in europĂ€ischen LĂ€ndern beschnitten.

