Macron, Zollstreit

Macron kritisiert EU im Zollstreit: 'Man muss gefĂŒrchtet werden'

30.07.2025 - 17:02:26

FĂŒr den französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron ist Medienberichten zufolge der Zolldeal zwischen den USA und der EU "nicht das Ende der Geschichte".

Es sei ein erster Schritt in einem Verhandlungsprozess, der andauern werde, sagte Macron laut Informationen verschiedener Medien bei einer Sitzung des französischen Ministerrats. Damit nahm der PrÀsident drei Tage nach der Einigung erstmals öffentlich dazu Stellung.

Der PrĂ€sident stellte den Berichten zufolge außerdem fest: "Um frei zu sein, muss man gefĂŒrchtet werden." Die EU sei nach seiner EinschĂ€tzung aber nicht genug gefĂŒrchtet worden. Sie sehe sich noch nicht ausreichend als eine Macht.

Gleichzeitig verteidigte Macron die Abmachung, weil sie kurzfristig Sicherheit biete und die französischen und europĂ€ischen Interessen wahre. Dazu verwies er laut den Medienangaben auf Zollbefreiungen fĂŒr einige Exportbranchen, etwa bei Flugzeugen.

Premierminister Bayrou ĂŒbte scharfe Kritik

Der französische Premierminister François Bayrou hatte kurz nach der Einigung noch deutlicher Kritik geĂŒbt. Er bezeichnete das Ereignis als einen traurigen Tag, an dem sich ein BĂŒndnis freier Völker, das sich zusammengeschlossen habe, um seine Werte und Interessen zu verteidigen, zur Unterwerfung entschlossen habe.

Das Abkommen, auf das sich US-PrĂ€sident Donald Trump und EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen am Sonntag in Schottland geeinigt hatten, sieht einen Zollsatz in Höhe von 15 Prozent fĂŒr die meisten EU-Importe in die USA vor. Viele sehen darin einen unausgewogenen Kompromiss.

@ dpa.de