«EinbahnstraĂe» China? Was sich fĂŒr EU-Firmen Ă€ndern muss
17.09.2025 - 03:10:38Handelsstreit, harter Wettbewerb, unfaire Behandlung: FĂŒr europĂ€ische Firmen in China muss sich aus Sicht der EU-Handelskammer in den kommenden Jahren einiges Ă€ndern. Die Volksrepublik exportiere mit unverminderter Geschwindigkeit, aber importiere wenig, sagte PrĂ€sident Jens Eskelund in Peking. WĂ€chst das Ungleichgewicht weiter, verwandelt sich der Handel aus Sicht der EU-Kammer in eine «EinbahnstraĂe».
Chinas Handelspartner könnten sich fragen: «Was haben wir wirklich davon», so Eskelund. Die Interessenvertretung in China von mehr als 1.600 Mitgliedsfirmen aus der EU fordert deshalb in einem Positionspapier VerĂ€nderungen.Â
Den Anlass liefert der 15. FĂŒnfjahresplan, den die kommunistische Partei im Oktober beim «Vierten Plenum» diskutiert. Im MĂ€rz 2026 soll der Volkskongress diesen Plan dann fĂŒr die Zeit bis 2030 absegnen.
Handel nur EinbahnstraĂe fĂŒr China?Â
Chinas HandelsĂŒberschuss könnte laut der EU-Kammer weitere LĂ€nder reagieren lassen. «Ich denke, was wir im Fall der USA gesehen haben, ist eine Situation, in der das Ungleichgewicht derart anwuchs, dass eine Reaktion dadurch erzwungen wurde», sagte Eskelund. Folgen wie der eskalierte Zollstreit hĂ€tten fĂŒr chinesische und auslĂ€ndische Firmen in China «noch nie dagewesene Unsicherheiten» geschaffen, so der Bericht.Â
Die Kammer fordert, dass China fĂŒr beide Seiten Vorteile im Handel zulĂ€sst. Peking solle von Exportkontrollen wie bei seltenen Erden absehen, die vielen europĂ€ischen Firmen Liefersorgen einbringen. Nach Informationen der EU-Kammer erlebten im August mindestens sieben Mitgliedsfirmen wegen der EngpĂ€sse Produktionsstopps. Die Exportkontrollen kosteten Firmen Millionen von Euro, sagte der GeneralsekretĂ€r der EU-Kammer, Adam Dunnett. AuĂerdem sollen bei öffentlichen Ausschreibungen nicht nur chinesische Produkte bevorzugt werden, wie es im Bericht heiĂt.
Knallharter Wettbewerb und Ăberproduktion
Was die Lage zuspitzt: China produziert mehr, als das eigene Land aufnehmen kann. Bei Elektroautos oder Lieferdiensten tobt deshalb ein derart heftiger VerdrĂ€ngungswettbewerb, dass sich Peking bereits zu Wort meldete. Hinzu kommt die hohe Verschuldung der Lokalregierungen und der mangelnde Fokus auf Sektoren wie der Dienstleistungsbranche. Peking sollte diese Probleme lösen und obendrein die soziale Sicherheit verbessern, erklĂ€rte die Kammer.Â
Demnach machen sich EU-Firmen seit Jahren Sorgen um Chinas verlangsamtes Wirtschaftswachstum. Zudem scheinen die Chinesen wegen Kosten fĂŒr soziale Absicherung ihr Geld zusammenzuhalten.
Kammer: Private Firmen wirtschaften besserÂ
Die EU-Kammer pocht darauf, dass Marktmechanismen entscheiden, wo investiert wird. Bislang bevorzugt der Staat seine Konzerne â zulasten der Privatwirtschaft, die laut Eskelund eigentlich effizienter wirtschaftet. WĂŒrde es im staatlich dominierten Gesundheitswesen mehr Konkurrenz mit auslĂ€ndischen Privatfirmen geben, könnten so Patienten von besserer Versorgung und neuer Technologie profitieren, nannte er als Beispiel.





