G24 in Hessen: Gewerbeanmeldung und Steuererfassung in einem digitalen Schritt
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gründerinnen und Gründer in Fulda und Petersberg können die Gewerbeanmeldung sowie die steuerliche Erfassung für gewerbliche Einzelunternehmen ab sofort in einem einzigen digitalen Schritt abwickeln.
Wie das hessische Landesportal hessen.de am 8. Oktober 2026 berichtete, erfolgt die gebündelte Antragstellung über die Plattform gruenden.gov.de im Rahmen des bundesweiten Projekts G24. Das Verfahren bündelt bisher getrennte Behördengänge und reduziert den bürokratischen Aufwand für neue Betriebe.
Datenübermittlung ohne doppelte Eingaben
Kern des neuen Verfahrens ist die integrierte Weiterleitung der erfassten Informationen. Die eingegebenen Daten werden direkt an die zuständigen Behörden und Stellen übermittelt, womit mehrfache Dateneingaben für Gründer entfallen. Bislang mussten Gewerbetreibende nach der Anzeige bei der Kommune separat den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an das zuständige Finanzamt übermitteln.
Mit dem digitalen Kombiantrag adressiert das Projekt G24 ein zentrales Segment der Gründungslandschaft. Nach Angaben des Projekts machen gewerbliche Einzelunternehmen über 80 % aller Neugründungen aus. Perspektivisch soll der gesamte formale Gründungsprozess über diesen Weg binnen 24 Stunden abgeschlossen werden können. Zudem ist geplant, das Verfahren schrittweise auf weitere Rechtsformen auszuweiten.
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Elf Pilotstandorte testen das Verfahren bundesweit
Die osthessischen Nachbarkommunen Fulda und Petersberg agieren bei der Umsetzung nicht allein. Sie gehören zu den bundesweit elf ausgewählten Pilotstandorten, an denen das Verfahren erprobt und weiterentwickelt wird.
Zu den weiteren beteiligten Pilotkommunen zählen Aachen, Berlin, Dresden, Düsseldorf, Goslar, Hamburg, Husum, Mannheim und München. Nach der Pilotphase sollen zusätzliche Standorte an die Plattform angebunden werden, um den digitalen Gründungsprozess flächendeckend zu etablieren.
Geplante Ausbaustufen in den Kommunen
Trotz der Einführung des Kombiantrags arbeiten die beteiligten Kommunen bereits an den nächsten technischen Integrationsschritten. In der Stadt Fulda fehlen derzeit noch ein integriertes Bezahlsystem (ePayment) sowie ein vollständig digitaler Rückkanal. Wie aus dem Bericht hervorgeht, beabsichtigt die Stadtverwaltung, diese beiden Funktionen als nächste digitale Bausteine in das System einzubinden.
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Die Gemeinde Petersberg verfolgt ebenfalls weiterführende Ausbaupläne. Laut einem Bericht von osthessen-news.de vom 8. Oktober 2026 strebt die Kommune eine vollständige End-to-End-Digitalisierung an. Damit soll gewährleistet werden, dass sämtliche Prozessschritte von der initialen Dateneingabe bis zur abschließenden Bearbeitung und Bescheiderteilung ohne Medienbrüche digital durchlaufen werden.
