GebÀude-Abschreibung, Finanzamt

GebÀude-Abschreibung: Finanzamt erlaubt höhere AfA seit Dezember

31.05.2026 - 00:39:11 | boerse-global.de

Immobilienbesitzer profitieren von vereinfachten Nachweisen fĂŒr kĂŒrzere Nutzungsdauern und höhere Abschreibungen.

GebĂ€ude-Abschreibung: Finanzamt erlaubt höhere AfA seit Dezember - Bild: ĂŒber boerse-global.de
GebĂ€ude-Abschreibung: Finanzamt erlaubt höhere AfA seit Dezember - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Seit Dezember 2025 erleichtert die deutsche Finanzverwaltung den Nachweis einer kĂŒrzeren Nutzungsdauer von GebĂ€uden – mit erheblichen Steuervorteilen fĂŒr EigentĂŒmer.

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Milliardenpotenzial durch optimierte AfA

Die geĂ€nderte Verwaltungspraxis erlaubt es Immobilienbesitzern, von der linearen Regelabschreibung von zwei oder drei Prozent abzuweichen. Voraussetzung: Ein SachverstĂ€ndigengutachten belegt eine tatsĂ€chlich kĂŒrzere Restnutzungsdauer. Branchenkenner sprechen von einem regelrechten Boom bei Spezialgutachten.

Ein Beispiel verdeutlicht das Potenzial: Bei einem GebĂ€udewert von 700.000 Euro stieg die jĂ€hrliche Abschreibung von 14.000 auf 49.000 Euro – von zwei auf sieben Prozent. Andere Investoren erreichten Steigerungen auf 5,5 Prozent, was bei einzelnen Wohnungen zusĂ€tzliche 1.400 Euro abzugsfĂ€hige Kosten pro Jahr bedeutete.

Der MarktfĂŒhrer DIMBEG, seit 2017 in diesem Segment aktiv und mit ĂŒber 200.000 geprĂŒften Objekten, meldet eine Erfolgsquote von over 99 Prozent. „Die vereinfachten Anforderungen haben den Prozess fĂŒr EigentĂŒmer deutlich gestrafft“, so ein Unternehmenssprecher.

Voraussetzungen fĂŒr anerkannte Gutachten

Die FinanzĂ€mter verlangen in der Regel ein strukturiertes Gutachten eines qualifizierten SachverstĂ€ndigen. Die Kosten dafĂŒr beginnen bei etwa 1.299 Euro inklusive Mehrwertsteuer, wie der Anbieter Bauexperts Steinhagen mitteilt. Andere Spezialgutachten wurden mit rund 800 Euro angegeben.

Entscheidend fĂŒr die Anerkennung: Eine Besichtigung vor Ort ist meist Pflicht. Das Gutachten muss objektiv belegen, dass der bauliche oder wirtschaftliche Zustand eine kĂŒrzere Nutzungsdauer rechtfertigt als die gesetzliche Pauschalregelung. Aktuelle FĂ€lle aus Bayern zeigen: Der Erfolg hĂ€ngt nicht nur von der QualitĂ€t des Gutachtens ab, sondern auch von einer strukturierten Einspruchsbearbeitung.

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Rechtliche Rahmenbedingungen im Wandel

Die Steueroptimierung fĂ€llt in eine Zeit intensiver Diskussionen ĂŒber Immobilienrenditen und Verwaltungsstandards. Mitte Mai 2026 entschied der Bundesgerichtshof, dass fehlende Vergleichsangebote nicht automatisch gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot bei Betriebskosten verstoßen. Und der Bremer Finanzhof stellte Ende Oktober 2025 klar: Im Kaufvertrag vereinbarte Renovierungskosten sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn sie ĂŒberwiegend dem Verkauf dienen.

Renditeerwartungen und Steuerstrategien

Die Eigenkapitalrenditen fĂŒr MehrfamilienhĂ€user variieren aktuell stark nach Finanzierungsstruktur. Bei einem Objektwert von einer Million Euro reichen die Spannen von 6,25 Prozent bei 200.000 Euro Eigenkapital bis zu 4,9 Prozent bei 400.000 Euro Eigenkapital.

In diesem Umfeld werden steuerliche Instrumente wie der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) – der einen FĂŒnf-Prozent-Bonus fĂŒr energetische Modernisierungen bietet – und optimierte AbschreibungssĂ€tze zu zentralen Bausteinen der Investitionsplanung.

In Regensburg hat der Gutachterausschuss fĂŒr GrundstĂŒckswerte zum 1. Januar die Bodenrichtwerte aktualisiert. Die Karten liegen bis 30. Juni öffentlich aus. Diese lokalen Daten bilden oft die Grundlage fĂŒr die Aufteilung von Grund und Boden – eine Voraussetzung fĂŒr die Berechnung des abschreibungsfĂ€higen GebĂ€udeanteils.

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