GebÀudesicherheit, Anlagen

GebÀudesicherheit: 35,9% der Anlagen haben erhebliche MÀngel

04.06.2026 - 21:51:54 | boerse-global.de

Neuer TÜV-Report zeigt: Über ein Drittel der Sicherheitsanlagen in deutschen GebĂ€uden ist mangelhaft. LĂŒftungen und Brandschutz besonders betroffen.

TÜV-Report 2026: Jedes dritte GebĂ€ude hat schwere SicherheitsmĂ€ngel
GebĂ€udesicherheit - Close-up of a commercial kitchen exhaust hood, emphasizing the ventilation system. Stainless steel surfaces are visible in the background. 04.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Über ein Drittel aller geprĂŒften sicherheitstechnischen Anlagen weist erhebliche MĂ€ngel auf. Besonders betroffen sind LĂŒftungs- und Brandschutzsysteme.

Die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung kommt zu alarmierenden Ergebnissen: 35,9 Prozent der sicherheitsrelevanten Anlagen in GebĂ€uden hatten schwerwiegende Defekte. Das ist ein Anstieg um neun Prozentpunkte gegenĂŒber 2024. Nur gut jedes vierte System (26,9 Prozent) war bei den wiederkehrenden PrĂŒfungen vollstĂ€ndig ohne Beanstandungen.

LĂŒftung und Brandschutz: Die grĂ¶ĂŸten Schwachstellen

Die Technischen Experten sehen die Ursachen in zunehmender KomplexitĂ€t der Anlagen, wachsendem Kostendruck und dem FachkrĂ€ftemangel. Besonders dramatisch ist die Lage bei Abluft- und LĂŒftungssystemen: Hier lag die MĂ€ngelquote bei 44,2 Prozent – der höchste Wert aller Kategorien. Auch Feuerlöschanlagen schnitten mit 40,6 Prozent auffallend schlecht ab.

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Sicherheitsstromversorgungen (35,2 Prozent) und Notbeleuchtungen (35,0 Prozent) komplettieren das Bild einer systematischen VernachlĂ€ssigung. Die Folgen zeigen sich im Alltag: Erst am Mittwoch musste die Feuerwehr in Pflach (Tirol) einen KĂŒchenbrand löschen, ausgelöst durch eine Heißluftfritteuse auf einem eingeschalteten Herd. Zeitgleich verhinderte die Feuerwehr Wieselburg die Ausbreitung eines weiteren KĂŒchenbrandes.

Neue Wege: Nachhaltige Materialien im Bau

WĂ€hrend die Bestandssicherung kĂ€mpft, denkt die Forschung voraus. Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden prĂ€sentierten am Mittwoch einen 3D-druckbaren Hydrogel aus BĂ€ckerhefe, Zellulosefasern und Alginat. Das biogene Material soll fossile Kunststoffe und Gips in der Architektur ersetzen. Vor einer MarkteinfĂŒhrung sind jedoch noch Untersuchungen zu TragfĂ€higkeit und Brandschutz nötig.

Parallel dazu erhielt das Unternehmen ING3D im Januar 2026 ein Patent fĂŒr ein mineralbasiertes 3D-Druckverfahren. Die Technologie nutzt kontrollierte Expansion beim Lasersintern, um leichte Strukturen fĂŒr Schallschutz, WĂ€rmedĂ€mmung und Brandschutz zu schaffen.

Seit MĂ€rz 2026 gibt es zudem mit der DIN SPEC 35808 neue Standards fĂŒr biologisch abbaubare Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen – ein klares Signal fĂŒr die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.

Smarte Detektoren und umweltfreundliche Löschmittel

Die Industrie reagiert auf die wachsenden Risiken. Auf der Fachmesse Feuertrutz 2026 in NĂŒrnberg prĂ€sentierte der Anbieter Fireangel neue Rauchmelder der Kategorie C, die sich aus der Ferne prĂŒfen lassen. Facility Manager können Batteriestand und GerĂ€testatus digital ĂŒberwachen – unterstĂŒtzt durch KI, die Brandrisiken frĂŒhzeitig erkennen soll.

Auch bei den Chemikalien tut sich etwas: Der chinesische Hersteller Ningbo Inno Pharmchem brachte Anfang Juni eine Serie halogenfreier Flammschutzmittel auf den Markt. Die Ammoniumpolyphosphat-Formulierungen erreichen die höchste Brandschutzklasse UL94 V-0 in Polypropylen und anderen Kunststoffen fĂŒr Auto- und Elektronikindustrie.

Ein weiterer Meilenstein: Auf der INTERSCHUTZ 2026 wurden neue Feuerwehrfahrzeuge und -gerĂ€te vorgestellt, die auf die kommenden Vorschriften fĂŒr PFAS-freie LöschschĂ€ume ausgelegt sind. Die Umweltauflagen zwingen die Feuerwehren zum Umstieg auf fluorfreie Alternativen fĂŒr die GroßbrandbekĂ€mpfung.

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