GebÀudesicherheit, Systeme

GebÀudesicherheit: 35,9% der Systeme mit erheblichen MÀngeln

03.06.2026 - 15:19:31 | boerse-global.de

Der TÜV-Baurechtsbericht 2026 zeigt bei 35,9 Prozent der geprĂŒften Anlagen erhebliche Sicherheitsdefizite. Besonders LĂŒftungs- und Feuerlöschanlagen sind betroffen.

GebĂ€udesicherheit: 35,9% der Systeme mit erheblichen MĂ€ngeln - Bild: ĂŒber boerse-global.de
GebĂ€udesicherheit: 35,9% der Systeme mit erheblichen MĂ€ngeln - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das ist das alarmierende Ergebnis des TÜV-Baurechtsberichts 2026.

Der TÜV-Verband stellte fest, dass 35,9 Prozent aller untersuchten Anlagen signifikante Defekte aufweisen. Das bedeutet einen Anstieg um neun Prozentpunkte im Vergleich zu 2024. Nur 26,9 Prozent der geprĂŒften Systeme waren vollkommen mĂ€ngelfrei.

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Kritische LĂŒcken bei Brandschutz und Sicherheitstechnik

Besonders betroffen sind Systeme, die im Ernstfall Leben retten sollen. LĂŒftungsanlagen fĂŒhren die Negativ-Liste mit einer Fehlerquote von 44,2 Prozent an. Dicht dahinter folgen Feuerlöschanlagen mit 40,6 Prozent. Auch bei Sicherheitsstromversorgungen (35,2 Prozent) und Sicherheitsbeleuchtungen (35,0 Prozent) gibt es massive Probleme.

Der TÜV-Verband fordert deshalb strengere PrĂŒfungen und regelmĂ€ĂŸigere Wartungen. Dass funktionierende Sicherheitstechnik ĂŒberlebenswichtig ist, zeigten zwei EinsĂ€tze Anfang der Woche: In Köln musste die Feuerwehr am Dienstag eine vierköpfige Familie mit Fluchthauben durch ein verrauchtes Treppenhaus retten – die Gasse war fĂŒr Drehleitern zu schmal. Einen Tag zuvor befreiten EinsatzkrĂ€fte in Remscheid vier Menschen aus einer brennenden Wohnung.

Strenge Vorschriften fĂŒr Fluchtwege

Die deutschen Sicherheitsvorschriften legen klare Regeln fest. Die ArbeitsstĂ€ttenverordnung (ArbStĂ€ttV §4 Abs.4) sowie die Technischen Regeln fĂŒr ArbeitsstĂ€tten (ASR A2.3 und A1.3) und die Norm DIN EN ISO 7010 schreiben vor, wie Fluchtwege beschaffen sein mĂŒssen.

Die technischen Vorgaben im Detail:
- Mindesthöhe: 2,0 Meter
- Mindestbreite: 0,9 Meter (bis 5 Personen), 1,0 Meter (bis 20 Personen), 1,2 Meter (bis 200 Personen)
- Maximale LĂ€nge: 35 Meter

Zu den hĂ€ufigsten VerstĂ¶ĂŸen in der Praxis zĂ€hlen Kopierer in Fluren, gelagerte Paletten in Lagerhallen oder Schuhregale in TreppenhĂ€usern. Die Folgen können empfindlich sein: Bußgelder, strafrechtliche Ermittlungen und deutlich reduzierte Versicherungsleistungen.

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Modernisierung und neue Sicherheitskonzepte

Viele öffentliche und private Einrichtungen rĂŒsten derzeit nach. Anfang Juni wurden an einer Grundschule in Fornsbach BrandschutztĂŒren und eine Fluchtleiter installiert. Weitere Maßnahmen sind fĂŒr die Sommerferien 2026 geplant.

Auch technisch tut sich etwas. Anfang Juni wurde eine nicht brennbare, wasserresistente Fassadenmembran (DELTA-FASSADE FIREPROTECT A2) vorgestellt. Experten diskutieren zudem ĂŒber den Einsatz blauer Rettungszeichen in KrankenhĂ€usern – diese Piktogramme kennzeichnen speziell barrierefreie Fluchtwege.

Der steigende Bedarf an Fachpersonal zeigt sich am GSI Helmholtz-Zentrum fĂŒr Schwerionenforschung in Darmstadt. Die Einrichtung sucht einen Brandschutzbeauftragten, der GefĂ€hrdungsbeurteilungen erstellt, Brandschutzbegehungen durchfĂŒhrt und Brandschutzkonzepte prĂŒft. Erforderlich ist dafĂŒr in der Regel eine Qualifikation nach der vfdb-Richtlinie 12/09-01.

Asbest-Gefahr in Altbauten

Ein besonderes Risiko bergen GebĂ€ude, die vor 1989 errichtet wurden. Sie enthalten hĂ€ufig Brandschutzklappen mit Asbest. Der Stoff gilt als krebserregend und erfordert spezielle Fachfirmen fĂŒr Inspektion und Sanierung. Sonst drohen Gesundheitsgefahren – sowohl bei Wartungsarbeiten als auch im Brandfall.

Die Sicherheitsvorschriften gelten ĂŒbrigens nicht nur fĂŒr feste GebĂ€ude. Auch bei Stadtfesten und WeihnachtsmĂ€rkten integrieren Sicherheitsdienste inzwischen Fluchtwegkontrollen, Besucherlenkung und mobile VideotĂŒrme in ihre Konzepte. So stellen sie sicher, dass Feuerwehr und Polizei im Ernstfall nicht behindert werden.

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