GefÀhrdungsbeurteilung: 75% aller UnfÀlle durch mechanische Risiken
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders bei neuen Antriebstechnologien und Cybersicherheit drohen sonst BuĂgelder.
JĂ€hrliche Pflicht fĂŒr E-MobilitĂ€t und Wasserstoff
Wer mit Elektro- oder Wasserstofffahrzeugen arbeitet, muss sein Team einmal pro Jahr unterweisen. Das gilt fĂŒr Service-WerkstĂ€tten, Hersteller, Zulieferer und die Forschung. Die Schulung muss vor TĂ€tigkeitsbeginn und danach alle zwölf Monate stattfinden. Grundlage sind die DGUV Information 209-093 fĂŒr Hochvoltsysteme und der Grundsatz FBHM-099 fĂŒr Gasantriebe.
GefÀhrdungsbeurteilung wird konkret
Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat Anfang Juli ihr Handbuch zur GefĂ€hrdungsbeurteilung aktualisiert. Besonders im Fokus: mechanische GefĂ€hrdungen. Sie verursachen laut BAuA rund 75 Prozent aller ArbeitsunfĂ€lle.
Zu den Risiken zĂ€hlen unkontrolliert bewegte Teile, gefĂ€hrliche OberflĂ€chen und Absturzgefahr. Auch psychische Belastungen sind jetzt Teil des Handbuchs â orientiert an der DIN EN ISO 10075-1 und den GDA-Richtlinien.
Die Konsequenzen bei VerstöĂen sind happig: Wer die Paragrafen 5, 6 und 12 des Arbeitsschutzgesetzes ignoriert, zahlt bis zu 30.000 Euro BuĂgeld.
Teleskopstapler und Medizintechnik: Extra-Regeln
Wer die neuen Pflicht-Schulungen fĂŒr E-MobilitĂ€t und Wasserstoff ignoriert, riskiert BuĂgelder bis 30.000 Euro. Dieser Report liefert die wichtigsten Fristen und eine Schritt-fĂŒr-Schritt-GefĂ€hrdungsbeurteilung. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
FĂŒr Teleskopstapler gilt der DGUV Grundsatz 308-009 mit einer dreistufigen Qualifizierung â von starren Aufbauten ĂŒber drehbare Oberwagen bis zu HubarbeitsbĂŒhnen. Auch hier: jĂ€hrliche Unterweisung Pflicht.
In KrankenhĂ€usern und Praxen reicht die reine DGUV V3-PrĂŒfung nicht aus. ZusĂ€tzlich mĂŒssen Einrichtungen die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) erfĂŒllen. Das bedeutet: Einweisungen, Medizinproduktebuch und sicherheitstechnische Kontrollen nach DIN EN 62353.
NIS-2: Cybersicherheit wird Chefsache
Seit dem 6. Dezember 2025 ist die NIS-2-Richtlinie in Deutschland verbindlich. Sie verlangt regelmĂ€Ăige Schulungen fĂŒr alle Mitarbeitenden â und spezielle Trainings fĂŒr die GeschĂ€ftsleitung. Themen: Risikomanagement und Incident Response.
Parallel dazu kĂŒndigte Volkswagen Mitte Juli eine Umstellung seiner Portallandschaft an. Ein neues zentrales Portal soll den Zugang fĂŒr acht Konzernmarken bĂŒndeln. Das alte System wird zum 31. Dezember 2026 abgeschaltet.
PrÀvention zeigt Wirkung
NIS-2 macht Cybersicherheit zur Chefsache â regelmĂ€Ăige Schulungen fĂŒr alle Mitarbeitenden sind Pflicht. Unser Report zeigt, wie Sie Risikomanagement und Incident Response umsetzen. NIS-2-Checkliste jetzt sichern
Die Sozialversicherung fĂŒr Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) meldet fĂŒr 2025 einen RĂŒckgang der meldepflichtigen ArbeitsunfĂ€lle um 4,6 Prozent. Trotzdem bleiben Sturz- und StolperunfĂ€lle mit 28 Prozent der hĂ€ufigste Unfallgrund.
Die SVLFG fördert Sicherheitsinvestitionen mit ZuschĂŒssen von bis zu 25 Prozent. Und die Stadt WolfenbĂŒttel erhielt am 13. Juli einen PrĂ€ventionspreis fĂŒr ihr systematisches Sicherheitsmanagement.
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