Gefährdungsbeurteilung: Warum reine Krankenstandsquote Betriebe täuscht
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 03:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Fachanalyse des Unternehmens Norvio vom 14. Juli. Für eine fundierte Personalplanung reiche der Blick auf die Gesamtausfallzeit nicht aus.
Was wirklich zählt
Entscheidend sind laut Analyse mehrere Faktoren: die Häufigkeit von Krankheitsfällen, die durchschnittliche Dauer der Ausfälle, die Verteilung auf einzelne Abteilungen und die Zahl der Langzeiterkrankungen. Besonders psychische Erkrankungen fallen in der Statistik durch lange Verläufe auf. Sie treiben die Fehlzeiten oft schleichend in die Höhe.
Pflicht seit 2013 – doch viele Betriebe tun sich schwer
Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist für Arbeitgeber in Deutschland bereits seit 2013 gesetzlich vorgeschrieben. Ziel: Belastungsfaktoren früh erkennen und gegensteuern. Eine konsequente Umsetzung senkt nicht nur Fehlzeiten, sondern schützt auch rechtlich.
Viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der Gefährdungsbeurteilung, was gerade bei psychischen Belastungen teuer werden kann. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie rechtssichere Analysen erstellen, die auch vor Aufsichtsbehörden standhalten. Gefährdungsbeurteilung: 7 Irrtümer vermeiden
Doch gerade kleine und mittelständische Betriebe wissen oft nicht, wie sie die Vorgaben praktisch umsetzen sollen. Die Handwerkskammer Münster springt ein: Am 11. August 2026 bietet sie ein Online-Seminar an. Ein Referent erklärt, wie Betriebe die gesetzlichen Anforderungen in den Alltag integrieren. Das Angebot richtet sich gezielt an Unternehmen, die in den nächsten zehn Jahren eine Übergabe planen.
Internationale Standards und Bürokratieabbau
Auch global gewinnt das Thema an Fahrt. Am 12. Juni 2026 verabschiedete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) das Übereinkommen Nr. 193. Es legt Mindeststandards für faire Arbeit in der Plattformökonomie fest – inklusive Transparenz bei Algorithmen und klaren Arbeitsschutzvorgaben. Für den EU-Raum gibt es dazu bereits flankierende Richtlinien.
Parallel dazu will die Politik Unternehmen entlasten. Das Bundeskabinett beschloss ein zweites Entlastungspaket mit einem Volumen von rund 600 Millionen Euro jährlich. Ein Großteil der Summe soll durch Digitalisierung im Gesundheitswesen und Bürokratieabbau im Verkehrssektor frei werden. Das Handwerk begrüßt die Schritte, fordert aber weitere Entlastungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Um die Gesundheit der Belegschaft nachhaltig zu fördern und Ausfallzeiten zu minimieren, sind praxiserprobte Hilfsmittel für den Arbeitsschutz unerlässlich. Sichern Sie sich kostenlose Vorlagen und Checklisten, um Ihre Gefährdungsbeurteilung zeitsparend und rechtssicher zu dokumentieren. Kostenlose GBU-Vorlagen jetzt herunterladen
Nur der Mix bringt Klarheit
Fachleute raten Unternehmen zu einer detaillierten Auswertung ihrer Arbeitsunfähigkeitsdaten. Erst die Kombination aus Gefährdungsbeurteilung und tiefergehender Fehlzeitenanalyse ermöglicht gezielte Präventionsmaßnahmen. Das schützt die Gesundheit der Beschäftigten und stabilisiert die Betriebsabläufe.
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