Gehaltsreport, Euro

Gehaltsreport 2026: Ärzte verdienen über 100.000 Euro, KI-Engineers 77.800

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Stepstone-Report 2026 zeigt ein Bruttomediangehalt von 53.900 Euro. Medizin und IT führen, während ostdeutsche Länder weiterhin zurückliegen.

Stepstone-Gehaltsreport 2026: Medizin und IT dominieren, Ost-West-Gefälle bleibt
Abstrakte Datenvisualisierung von Gehaltskurven in einem modernen, hellen Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der aktuelle Gehaltsreport des Jobportals Stepstone weist für das Jahr 2026 ein Bruttomediangehalt von 53.900 Euro in Deutschland aus. Die am 5. August 2026 vorgestellte Analyse basiert auf einer Datenmenge von rund 1,3 Millionen Datensätzen und bietet einen detaillierten Einblick in die Gehaltsstrukturen nach Berufen, Branchen und Regionen. Während Akademiker und bestimmte Fachspezialisten weiterhin deutlich über dem Durchschnitt liegen, verdeutlichen die Zahlen auch ein beständiges Gefälle zwischen den Bundesländern.

Medizin und IT führen das Gehaltsranking an

Nach den Erhebungen von Stepstone gehören Mediziner weiterhin zur bestbezahlten Berufsgruppe. Ärzte kommen im Schnitt auf ein Gehalt von über 100.000 Euro, wobei für den Bereich der Inneren Medizin ein Wert von 102.500 Euro ausgewiesen wird. Chefärzte erzielen laut dem Report sogar Gehälter um 200.000 Euro.

Auch im technologischen Sektor zeigen sich hohe Vergütungen. Beschäftigte in IT-Berufen verdienen im Median 66.750 Euro. Innerhalb dieser Sparte stechen spezialisierte Rollen wie KI-Engineers mit 77.800 Euro oder Chief Information Security Officers (CISO) mit 117.250 Euro hervor. Im Vergleich dazu liegt das Gehalt für Entwicklungsingenieure bei 75.500 Euro und im Bankwesen bei 70.250 Euro. Deutlich niedrigere Mediangehälter werden in der Gastronomie mit 45.500 Euro sowie im Handwerk, etwa bei Elektrotechnikern mit 49.100 Euro, verzeichnet.

Die Verteilung der Spitzenverdiener in Deutschland

In einer ergänzenden Auswertung, die Daten von Januar 2022 bis November 2025 umfasst, hat Stepstone die Gruppe der Spitzenverdiener analysiert. Demnach liegt das Mediangehalt der Top 1 Prozent der Einkommensbezieher bei 139.000 Euro. Die Top 5 Prozent verdienen 101.250 Euro, während die obersten 10 Prozent auf 87.000 Euro kommen.

Die geografische Verteilung dieser Spitzengehälter konzentriert sich primär auf die wirtschaftsstarken Bundesländer Hamburg, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt erreicht das oberste Prozent der Verdiener ein Mediangehalt von 101.500 Euro. Ein Blick auf die allgemeine Gehaltslandkarte bestätigt Hamburg als Spitzenreiter bei den Durchschnittsverdiensten, während die ostdeutschen Bundesländer weiterhin das Schlusslicht bilden. Laut kununu-Daten liegt Mecklenburg-Vorpommern mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 40.600 Euro auf dem letzten Platz im Bundesvergleich.

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Regionale Unterschiede und lokale Entwicklungen

Eine detaillierte Auswertung für die Region Nordrhein-Westfalen zeigt lokale Unterschiede auf Ebene der Städte. In Herdecke liegt das Median-Monatsgehalt für sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte bei 4.569 Euro, gefolgt von Bochum mit 4.360 Euro und Waltrop mit 4.357 Euro. In Dortmund verdienen die unteren 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten weniger als 2.970 Euro, während die oberen 20 Prozent über 6.000 Euro beziehen.

Für spezialisierte Bereiche wie den Güterkraftverkehr meldet JobMatch für den Juli 2026 einen Anstieg der Gehaltswünsche bei LKW-Fahrern auf durchschnittlich 3.373 Euro pro Monat. Dies entspricht einem Plus von 52 Euro gegenüber dem Vormonat. Regional führen Bremen mit 3.680 Euro und Hessen mit 3.580 Euro die Liste an, während in Brandenburg mit 3.010 Euro die geringsten Ansprüche gestellt werden.

Tarifliche Anpassungen und Marktentwicklungen

Im Bereich der Ausbildung stiegen die tariflichen Vergütungen im Zeitraum 2025/26 um 3,9 Prozent. Besonders hohe Sätze werden in der Pflege im öffentlichen Dienst mit 1.491 Euro gezahlt. Im Kfz-Handwerk in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt greift ab dem 1. August 2026 eine Tariferhöhung um 3,3 Prozent. Der dortige Tarifvertrag läuft bis zum 31. Mai 2027.

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Trotz punktueller Zuwächse dämpft der Hays Fachkräfte-Index für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen. Die Gesamtnachfrage sank um 26 Prozentpunkte auf 36 Prozent. Besonders stark betroffen ist die IT-Security mit einem Rückgang von 136 Prozentpunkten. Zudem weist eine aktuelle Apollo-Studie darauf hin, dass Berufe mit hoher KI-Exposition seit 2023 einen Reallohnverlust von 6,7 Prozent hinnehmen mussten, was insbesondere Dienstleistungssektoren und Programmierer betrifft. Das Statistische Bundesamt ergänzt das Bild der deutschen Gehaltslandschaft mit dem Hinweis auf einen fortbestehenden Gender-Pay-Gap von 16 Prozent.

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