BĂŒroraum-Anbieter, WeWork

BĂŒroraum-Anbieter WeWork stellt Insolvenzantrag

07.11.2023 - 05:01:42 | dpa.de

Geldgeber hieven das Start-up zu einer atemberaubenden Bewertung von 47 Milliarden Dollar. Das GeschĂ€ft hinkt aber seit Jahren. Jetzt will sich der BĂŒroraumanbieter neu aufstellen.

Die Idee hinter WeWork ist, in sogenannten Co-Working-Spaces BĂŒrorĂ€ume mit gemeinsamer Infrastruktur an Start-ups und Unternehmer zu vermieten. - Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
Die Idee hinter WeWork ist, in sogenannten Co-Working-Spaces BĂŒrorĂ€ume mit gemeinsamer Infrastruktur an Start-ups und Unternehmer zu vermieten. - Foto: Mary Altaffer/AP/dpa

Der BĂŒroraum-Anbieter WeWork, der einst zu den wertvollsten Start-ups gehörte, hat einen Insolvenzantrag in den USA gestellt. WeWork will sich neu aufstellen und dabei unter anderem das Angebot an BĂŒroflĂ€chen verkleinern. Geldgeber, die hinter rund 92 Prozent der Schulden von WeWork stehen, hĂ€tten dem Plan zugestimmt, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit.

Die Idee hinter WeWork ist, in sogenannten Co-Working-Spaces BĂŒrorĂ€ume mit gemeinsamer Infrastruktur an Start-ups und Unternehmer zu vermieten. Nach jĂŒngsten Angaben kam die Firma zuletzt auf 660 solcher Standorte in 119 StĂ€dten rund um die Welt. In Deutschland ist WeWork unter anderem in Berlin und Frankfurt prĂ€sent. Neben dem US-Insolvenzantrag wurde auch einer in Kanada gestellt. Standorte außerhalb dieser beiden LĂ€nder seien nicht Teil dieser Verfahren - genauso wie von Franchisenehmern betriebene GebĂ€ude.

Bereits vergangene Woche war die WeWork-Aktie drastisch eingebrochen, nachdem das «Wall Street Journal» von InsolvenzplÀnen berichtet hatte. WeWork reichte nun tatsÀchlich einen Insolvenzantrag mit GlÀubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts ein.

Investoren machten einen Bogen um die Firma

WeWork wurde vor einigen Jahren zu einem mahnenden Beispiel fĂŒr maßlos ĂŒberbewertete US-Start-ups und steckte zuletzt wieder in Schwierigkeiten. Schon im August rĂ€umte das Unternehmen mit Blick auf seine Verluste und den erwarteten Geldbedarf «erhebliche Zweifel» am Fortbestehen ein. Im September wurden erste Schritte angeschoben, das Immobilien-Portfolio zu verkleinern.

WeWork hatte Anfang Oktober eine fĂ€llige Schuldenzahlung ausfallen lassen. Das setzte einen Countdown von 30 Tagen in Gang, nachdem die Firma offiziell fĂŒr zahlungsunfĂ€hig erklĂ€rt worden wĂ€re. Vergangene Woche handelte WeWork einen einwöchigen Aufschub aus.

Unter anderem dank geschickter Vermarktung durch die GrĂŒnder verhalfen Geldgeber WeWork zeitweise zu einer Gesamtbewertung von bis zu 47 Milliarden Dollar. Mit diesem Ruf wollte WeWork 2019 an die Börse gehen - doch statt eines Triumphs gab es einen Flop. Der tiefere Einblick ins GeschĂ€ft im Börsenprospekt veranlasste große Investoren, einen Bogen um die verlustreiche Firma zu machen.

Teuer wurde das damalige Debakel vor allem fĂŒr den japanischen Konzern Softbank des MilliardĂ€rs Masayoshi Son. Softbank und sein mit saudi-arabischen Geldern gestĂŒtzter Vision-Investitionsfonds hatten sich fĂŒr neun Milliarden Dollar einen Anteil von 29 Prozent an WeWork gesichert. Als der Börsengang 2019 platzte, nahm Softbank weitere 9,5 Milliarden Dollar in die Hand, um auf 80 Prozent aufzustocken und den umstrittenen MitgrĂŒnder und Chef Adam Neumann herauszudrĂ€ngen.

Wert fiel auf gut 44 Millionen Dollar

Doch auch unter der Regie von Softbank blieb WeWork glĂŒcklos. In der Corona-Pandemie leerten sich BĂŒros weltweit, weil Menschen zu Hause arbeiteten. Auch nach Abklingen der Pandemie tat sich WeWork schwer damit, BĂŒroflĂ€chen zu fĂŒllen. Zugleich mussten Mietkosten fĂŒr GebĂ€ude bezahlt und Schulden bedient werden.

Im Jahr 2021 schaffte es WeWork ĂŒber einen Umweg doch noch an die Börse - durch die Fusion mit einer Blankoscheck-Firma. Nach dem jĂŒngsten Kurseinbruch fiel der Wert auf gut 44 Millionen Dollar.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wirtschaft | 64167729 |