GeldwÀscheprÀvention: Notare melden 74 % aller VerdachtsfÀlle
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer gemeinsamen Risikoanalyse des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums der Justiz wird die zentrale Bedeutung der Notarinnen und Notare im Kampf gegen illegale Finanzströme bestÀtigt. Die im Juli 2026 veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen, dass die prÀventive Kontrolle durch das Notariat ein wesentliches Element der nationalen Sicherheitsarchitektur zur Identifizierung verdÀchtiger Vermögensverschiebungen darstellt.
Besonders im sogenannten Nichtfinanzsektor nimmt das Notariat eine dominierende Rolle bei der Aufdeckung potenzieller GeldwĂ€scheaktivitĂ€ten ein. Den im Bericht angefĂŒhrten Daten fĂŒr das Jahr 2025 zufolge stammten 6.612 der insgesamt 9.006 GeldwĂ€scheverdachtsmeldungen aus diesem Bereich von Notaren. Dies entspricht einem Anteil von 74 %. Diese hohe Meldequote verdeutlicht die Wirksamkeit der etablierten Kontroll- und Meldemechanismen innerhalb des Berufsstands.
Tragende SÀule der PrÀvention
Dr. Markus Sikora, PrĂ€sident der Bundesnotarkammer, hob im Zuge der Veröffentlichung hervor, dass die notarielle Mitwirkung eine tragende SĂ€ule in der Abwehr von GeldwĂ€sche bilde. Die Analyse der beiden Bundesministerien stĂŒtze diese EinschĂ€tzung und belege den Wert der professionellen Aufsicht bei sensiblen RechtsgeschĂ€ften. Durch die gesetzlich verankerte Einbindung der Notare werden Transaktionsketten transparent gemacht, die andernfalls fĂŒr die Ermittlungsbehörden schwer zu durchschauen wĂ€ren.
Ein besonderer Fokus der Risikoanalyse liegt auf der Ăbertragung von Anteilen an Gesellschaften. Den Experten der Ministerien zufolge wird das Risiko bei der Ăbertragung von Aktien als hoch eingestuft, sofern diese ohne notarielle Mitwirkung erfolgt. Die Einbindung einer neutralen Instanz fungiere hier als wichtiger Schutzmechanismus. Zudem verwiesen die Autoren der Analyse auf das bereits seit 2023 geltende Barzahlungsverbot beim Kauf von GrundstĂŒcken. Diese MaĂnahme stellt eine wesentliche HĂŒrde dar, um die Verschleierung der Herkunft von Geldern im Immobiliensektor zu unterbinden.
Umfangreiche Sorgfaltspflichten im Fokus
Die Aufgaben, die Notare im Rahmen der GeldwĂ€scheprĂ€vention wahrnehmen, sind vielfĂ€ltig und an strikte Sorgfaltspflichten geknĂŒpft. Der Prozess beginnt bei der rechtssicheren IdentitĂ€tsfeststellung der beteiligten Parteien und umfasst zudem den kontinuierlichen Abgleich mit aktuellen Sanktionslisten. DarĂŒber hinaus sind Notare gesetzlich verpflichtet, die wirtschaftlich berechtigten Personen hinter einer Transaktion lĂŒckenlos zu ermitteln.
Ein weiterer Kernaspekt der notariellen TĂ€tigkeit ist die individuelle Risikobewertung jedes einzelnen GeschĂ€ftsfalls. Ergeben sich hierbei konkrete Anhaltspunkte fĂŒr UnregelmĂ€Ăigkeiten oder den Verdacht auf GeldwĂ€sche, erfolgt eine Meldung an die Zentralstelle fĂŒr Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU).
Da die IdentitĂ€tsfeststellung und der Abgleich mit Sanktionslisten zu den zentralen Sorgfaltspflichten gehören, ist eine rechtssichere PrĂŒfung unerlĂ€sslich. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Schritt fĂŒr Schritt, wie Unternehmen ein lĂŒckenloses Screening ihrer GeschĂ€ftspartner effizient umsetzen. Gratis-Ratgeber zur SanktionslistenprĂŒfung herunterladen
Durch diese enge Verzahnung von juristischer PrĂŒfung und behördlicher Meldestruktur tragen Notare dazu bei, die IntegritĂ€t des deutschen Wirtschaftssystems zu wahren und die missbrĂ€uchliche Nutzung rechtlicher GestaltungsspielrĂ€ume zu verhindern.
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