USA melden Einigung mit China bei Genfer ZollgesprÀchen
11.05.2025 - 20:31:18(neu: Mehr Details und Hintergrund.)
GENF/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA haben sich nach Angaben des WeiĂen Hauses bei den GesprĂ€chen in Genf mit China im Zollstreit geeinigt - und damit einen möglichen Durchbruch im festgefahrenen Handelskonflikt erzielt. Details blieb Washington allerdings schuldig. Die chinesische Seite Ă€uĂerte sich nach dem Ende der GesprĂ€che zunĂ€chst nicht.
Das WeiĂe Haus veröffentlichte eine Mitteilung, die mit "USA kĂŒndigen China-Handelsabkommen in Genf an" ĂŒberschrieben war. Konkreter wurde die Mitteilung aber nicht, lediglich Zitate von US-Finanzminister Scott Bessent und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer zum Abschluss der zweitĂ€gigen GesprĂ€che in der Schweiz wurden wiedergegeben. Greer sprach ebenfalls von einem "Deal", Bessent hingegen von "substanziellen Fortschritten". Einzelheiten sollten am Montag mitgeteilt werden.
GesprÀche in Genf als Chance
Trump hat die Beziehungen zu China nach seinem Amtsantritt mit massiven Zöllen auf chinesische Produkte auf einen Tiefpunkt gebracht. Sie liegen zurzeit bei 145 Prozent. China reagierte mit 125 Prozent Zöllen auf US-Produkte. Das KrĂ€ftemessen zwischen den beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft, mit besonders verheerenden Folgen fĂŒr Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder.
Beide LĂ€nder versuchten bislang den Eindruck zu erwecken, dass sie am jeweils lĂ€ngeren Hebel sitzen und nicht den ersten Schritt machen mĂŒssen, um auf die andere Seite zuzugehen. Die GesprĂ€che in Genf sollten nun eine Wende einleiten.
FĂŒr die USA waren unter anderem Finanzminister Bessent und der Handelsbeauftragte Greer in die Schweiz gereist. Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng vertrat die chinesische Seite. "Es ist wichtig zu verstehen, wie schnell wir in der Lage waren, zu einer Einigung zu kommen, was zeigt, dass die Differenzen vielleicht nicht so groĂ waren, wie man dachte", sagte Greer nach Abschluss der GesprĂ€che. Es habe auch viel Vorarbeit gegeben. Bessent sagte: "Wir werden morgen Einzelheiten bekanntgeben, aber ich kann Ihnen sagen, dass die GesprĂ€che produktiv waren."
China prangert Schaden an und umwirbt andere Handelspartner
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, ein Sprachrohr der regierenden Kommunistischen Partei, schrieb am Sonntag in einem Kommentar vor dem Ende der GesprĂ€che, wenn Washington Handelskonflikte wirklich ĂŒber Dialog lösen wolle, mĂŒsse es sich zunĂ€chst mit dem Schaden auseinandersetzen, den seine durch Zölle getriebene Politik dem globalen Handelssystem und seiner eigenen Wirtschaft und seinen BĂŒrgern zugefĂŒgt habe.
Peking wirbt derweil aktiv um andere Handelspartner. Der "ĂŒbergroĂe Markt" Chinas biete mehr Möglichkeiten fĂŒr Produkte aus Lateinamerika und der Karibik, sagte ein hochrangiger Beamter des AuĂenministeriums am Sonntag. Bei einem Forum mit Regierungsvertretern der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) kommende Woche in Peking sollen unter anderem Kooperationen bei Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Infrastruktur beschlossen werden.

