GESAMT-ROUNDUP: Ausschreitungen bei Protesten in europÀischen LÀndern
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 17:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGewalttĂ€tige ZusammenstöĂe gab es am Wochenende in Frankreich, Albanien, Spanien, Italien, Portugal und Belgien.
In Frankreich nahmen nach Angaben des Innenministeriums rund 410.000 Menschen an den landesweiten Protesten am Samstag teil, davon rund 110.000 in Paris. Den seit Wochen fĂŒr eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten schlossen sich weitere Gruppen an, um etwa gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
Ăber 1.300 Festnahmen in Frankreich
Am Rande der Demonstrationen wurden nach Angaben der Behörden 1.314 Menschen festgenommen. 53 Polizisten seien verletzt worden, teilte Innenminister Laurent Nuñez mit. Die EinsatzkrĂ€fte seien gegen 75 versuchte Brandstiftungen vorgegangen und es habe 24 PlĂŒnderungen gegeben.
Die eigentlichen Demonstrationen verliefen nach Worten des Innenministers reibungslos. Dennoch kam es am Rande der ProtestzĂŒge erneut zu Ausschreitungen. Bilder aus Paris zeigten Wolken von TrĂ€nengas und Feuerwerkskörper sowie den Einsatz von Wasserwerfern. Ăhnlich sah es in Lyon, Bordeaux und Marseille aus. Der Minister machte insbesondere die "radikale extreme Linke, die Ultralinke" dafĂŒr verantwortlich. In Nizza meldete die Staatsanwaltschaft aber auch die Festnahme von elf Mitgliedern einer rechtsextremen Gruppierung.
Gewalt und Verletzte in Albanien
Auch in Albanien kam es bei Protesten gegen MissstÀnde im Hochschulwesen und gegen die Regierung von MinisterprÀsident Edi Rama erneut zu Gewalt. Demonstrierende in der Hauptstadt Tirana warfen mit Steinen auf RegierungsgebÀude und die Polizei, wie die staatliche Nachrichtenagentur ATA berichtete. Die Lage sei eskaliert, als Protestierende das Umweltministerium in Brand setzten. Auf Fernsehbildern und in sozialen Medien waren chaotische Szenen zu sehen.
Laut ATA hatte der unter anderem von Studierenden organisierte Protest am Samstag vor dem Bildungsministerium begonnen und sich auf andere Ministerien und Teile der Stadt ausgeweitet. Laut dem privaten Fernsehsender Klan warfen Demonstrierende auch Feuerwerkskörper und Molotowcocktails. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Wasserwerfer, TrÀnengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein, um die Menge zu zerstreuen. Demnach gab es Verletzte auf beiden Seiten. Beamte hÀtten auch das Kamera-Team von Klan News angegriffen, hieà es.
Randale in Barcelona
In Barcelona kamen Berichten zufolge Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene am Samstagabend bis in die Nacht hinein zu Protesten zusammen. Junge Leute hĂ€tten StraĂenmobiliar, FahrrĂ€der und MotorrĂ€der beschĂ€digt, GeschĂ€fte geplĂŒndert und MĂŒllcontainer angezĂŒndet, berichteten unter anderem die spanische Tageszeitung "El PaĂs" und der katalanische Fernsehsender BetevĂ©. Das genaue Ziel der Proteste war demnach unklar.
Die katalanische Polizei und die stĂ€dtische Polizei in der Hauptstadt Kataloniens nahmen demnach rund 100 Demonstranten fest. Bei etwa einem Viertel der Festgenommen habe es sich um MinderjĂ€hrige gehandelt. Laut Berichten waren die Jugendlichen einem Aufruf ĂŒber soziale Medien zu einer unangekĂŒndigten Demonstration im Stadtzentrum gefolgt.
Der MinisterprĂ€sident der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, Salvador llla verurteilte die Gewalttaten: "Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, EinschĂŒchterungen und SachbeschĂ€digung hingegen nicht", sagte er laut "El PaĂs".
Festnahmen in Belgien
Auch in Belgien gab es kleinere Demonstrationen in BrĂŒssel und LĂŒttich. Diese gingen laut Innenminister Bernard Quintin ohne gröĂere ZwischenfĂ€lle zu Ende. In der Hauptstadt BrĂŒssel nahmen rund 400 Menschen daran teil, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Demnach gab es neun Festnahmen wegen Störung der öffentlichen Ordnung sowie Waffenbesitz und Anstiftung zu Gewalt. Am vergangenen Wochenende waren es demnach 150 Festnahmen.
Weiter Proteste in Italien
Tausende Menschen demonstrierten auch erneut in mehreren italienischen GroĂstĂ€dten. Bei einigen Protesten kam es zu ZusammenstöĂen zwischen Demonstranten und Polizisten. Neun Haftbefehle wurden erlassen und 317 Menschen festgenommen. Die verschiedenen Proteste umfassten ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, Benzinpreise sowie AufrĂŒstung und den Nahostkonflikt.
In der norditalienischen Metropole Mailand, in der es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, verliefen die Proteste gröĂtenteils ohne gröĂere ZwischenfĂ€lle. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele LuxusgeschĂ€fte verbarrikadiert worden.
Demonstranten dringen in Kolosseum in Rom ein
In der Hauptstadt Rom kam es am Abend im Zentrum zu Spannungen: Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ăber dem Gebiet des Hauptbahnhofes Termini kreisten Polizeihubschrauber. Im historischen Zentrum drangen zwischenzeitlich Protestteilnehmer in das Kolosseum ein. In Bologna setzte die Polizei bei ZusammenstöĂen mit Demonstranten TrĂ€nengas und Wasserwerfer ein. In Turin drĂ€ngten SicherheitskrĂ€fte Teilnehmer der Proteste mit Schilden zurĂŒck.
In Portugal protestierten zahlreiche Menschen in Lissabon und Porto fĂŒr das Recht auf Wohnen. Die Polizei nahm nach Angaben der Nachrichtenagentur Lusa in der Hauptstadt 25 Menschen fest. Dort war es bei den Protesten rund um den Rossio-Platz zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften gekommen.
