Deutschland, Bank

Bafin: Gravierende MĂ€ngel bei Digitalbank N26

15.12.2025 - 10:55:12

GeschÀftsbeschrÀnkungen und zusÀtzliche Kapitalanforderungen: Die Finanzaufsicht nimmt die Smartphonebank N26 enger an die Kandare. Wieder schaut ein Sonderaufpasser dem Institut auf die Finger.

  • Die Finanzaufsicht schreitet bei MĂ€ngeln ein. (Symbolbild) - Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

    Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

  • Die schnell wachsende Smartphone Bank hatte wiederholt Ärger mit der Finanzaufsicht. (Symbolbild) - Foto: Christophe Gateau/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

    Christophe Gateau/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Die Finanzaufsicht schreitet bei MĂ€ngeln ein. (Symbolbild) - Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmnDie schnell wachsende Smartphone Bank hatte wiederholt Ärger mit der Finanzaufsicht. (Symbolbild) - Foto: Christophe Gateau/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Die Smartphone-Bank N26 hat erneut Ärger mit der Finanzaufsicht Bafin: Wegen «gravierender MĂ€ngel» im Risiko- und Beschwerdemanagement und bei der Organisation des KreditgeschĂ€fts ordnete die Behörde ein ganzes BĂŒndel an Maßnahmen an.

«Die N26 Bank SE muss angemessene und wirksame Maßnahmen ergreifen, um eine ordnungsgemĂ€ĂŸe GeschĂ€ftsorganisation herzustellen», forderte die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Ein Sonderbeauftragter soll im Auftrag der Finanzaufsicht die Einhaltung der Vorgaben ĂŒberwachen.

Sowohl eine im Jahr 2024 durchgefĂŒhrte SonderprĂŒfung als auch die PrĂŒfung des Jahresabschlusses fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2024 ergaben nach Angaben der Behörde, «dass die ordnungsgemĂ€ĂŸe GeschĂ€ftsorganisation bei der N26 Bank SE nicht gegeben war». Die kritischen Ergebnisse der SonderprĂŒfung hatten im laufenden Jahr auch eine Personalrochade an der Spitze der Bank befördert.

Bafin verbietet KreditneugeschÀft in den Niederlanden

Nun darf das Institut auf Geheiß der Bafin in den Niederlanden kein NeugeschĂ€ft mehr mit Hypothekenkrediten betreiben. Auch die Verbriefung von Forderungen aus diesem GeschĂ€ft, das heißt die BĂŒndelung in handelsfĂ€hige Wertpapiere, ist N26 fortan untersagt. 

DarĂŒber hinaus hat die Bafin zusĂ€tzliche Eigenmittelanforderungen festgelegt, um Risiken besser abzufedern. Die Anordnungen seien seit dem 10. und 13. Dezember 2025 bestandskrĂ€ftig, teilte die Bafin mit.

Immer wieder Ärger mit der Aufsicht

Die Digitalbank hatte bereits mehrfach Ärger mit der Finanzaufsicht: 2021 hatte die Bafin dem deutschen Start-up vorgeworfen, bei seinem rasanten Wachstum zu wenig zur BekĂ€mpfung von GeldwĂ€sche zu unternehmen. Damals verhĂ€ngte die Aufsichtsbehörde eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro, weil N26 GeldwĂ€scheverdachtsmeldungen verspĂ€tet eingereicht hatte. 

Auch damals wurde ein Sonderbeauftragter eingesetzt, der bei dem Berliner Unternehmen die Umsetzung der Anti-GeldwĂ€sche-Maßnahmen ĂŒberwachen sollte. 2024 musste N26 wegen zu spĂ€t gemeldeter GeldwĂ€sche-VerdachtsfĂ€lle im Jahr 2022 eine weitere Geldbuße von 9,2 Millionen Euro zahlen.

N26 ist nach jĂŒngsten Angaben in 24 europĂ€ischen LĂ€ndern aktiv und verfĂŒgt ĂŒber 4,8 Millionen ertragsrelevante Kunden (Stand Ende 2024). Das sind vollstĂ€ndig legitimierte und aktive Kontoinhaber, mit denen Umsatz generiert wird.

@ dpa.de