GeschÀftsklimaindex: SelbstÀndige hellen Stimmung im August auf
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 08:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDas GeschÀftsklima bei SelbstÀndigen und Kleinstunternehmen in Deutschland hat sich im August zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Jimdo-Ifo-GeschÀftsklimaindex stieg von -22,6 Punkten im Juli auf -19,7 Punkte im August und signalisiert damit eine etwas aufgehellte Stimmung.
Erwartungen weniger pessimistisch
Laut Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber wurde der Index zuletzt vor allem durch weniger pessimistische Erwartungen gestĂŒtzt. Im August bewerteten die SelbstĂ€ndigen jedoch auch ihre laufenden GeschĂ€fte seltener negativ. Demmelhuber betonte zugleich, dass die Situation trotz der positiven Signale weiterhin herausfordernd bleibt.
Die SelbstĂ€ndigen haben aktuell etwas weniger Schwierigkeiten, ihre kĂŒnftige GeschĂ€ftsentwicklung einzuschĂ€tzen. Im August gaben 32,2 Prozent der Befragten an, dass ihnen dies schwerfalle. WĂ€hrend der VerschĂ€rfung der Krise im Nahen Osten im April lag der Anteil mit 38,8 Prozent deutlich höher.
Einfluss externer Krisen auf die Stimmung
Demmelhuber verwies darauf, dass sich Krisenentwicklungen direkt in der Stimmung der SelbstĂ€ndigen widerspiegeln. Zuspitzungen wie im Nahen Osten erhöhen die Verunsicherung ĂŒber die eigene Zukunft. SelbstĂ€ndige seien besonders auf stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit angewiesen, um verlĂ€sslich Entscheidungen treffen zu können.
Parallel zur insgesamt leicht verbesserten EinschĂ€tzung macht die Umfrage deutlich, dass UnwĂ€gbarkeiten weiterhin eine groĂe Rolle spielen. Die nachlassende Unsicherheit gegenĂŒber dem FrĂŒhjahr wird von den Beteiligten noch nicht als Entwarnung bewertet.
Unterschiedliche Lage in den Branchen
Bei den Dienstleistern hat sich die Stimmung im August etwas aufgehellt. SelbstÀndige und Kleinstunternehmen in diesem Bereich zeigten sich deutlich seltener unzufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Ihre GeschÀfts- und Umsatzerwartungen korrigierten sie nach oben.
Auf Branchenebene Ă€uĂerten sich insbesondere IT-Dienstleister und Unternehmensberatungen im Vergleich zu den zurĂŒckliegenden Monaten zuversichtlicher. Demnach rechnen sie hĂ€ufiger mit besseren GeschĂ€ften und steigenden UmsĂ€tzen.
Gastgewerbe und Kreativwirtschaft weiter unter Druck
Im Gastgewerbe und in der Kreativbranche bleibt die Situation dagegen schwierig. Viele Betriebe sehen sich weiterhin mit schwankender Nachfrage und hohen Kosten konfrontiert. Entsprechend verhalten fallen die Erwartungen an die weitere GeschÀftsentwicklung aus.
Auch im Einzelhandel konnte der GeschĂ€ftsklimaindex im August zulegen, wenn auch auf einem niedrigen Niveau. Der aktuelle Anstieg geht vor allem auf besser laufende GeschĂ€fte zurĂŒck, wĂ€hrend die Skepsis bei den Erwartungen anhĂ€lt.
Verhaltene Zuversicht trotz Verbesserungen
Ăber alle betrachteten Bereiche hinweg deutet der aktuelle Index auf eine verhaltene Zuversicht hin. Die laufenden GeschĂ€fte werden in mehreren Branchen wieder etwas positiver bewertet, doch die Vorsicht mit Blick auf die kommenden Monate bleibt ausgeprĂ€gt.
Die jĂŒngsten Zahlen des Jimdo-Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex deuten auf eine vorsichtige Stabilisierung unter SelbstĂ€ndigen und Kleinstunternehmen hin. Nach mehreren sehr schwierigen Jahren mit Pandemiefolgen, hoher Inflation und einer eingetrĂŒbten Binnenkonjunktur ist die nun vierte Verbesserung in Folge ein Signal, dass sich zumindest die Erwartungen etwas aufgehellt haben.
Hintergrund: Verwundbare Gruppe in der Konjunktur
Solo-SelbstĂ€ndige und Kleinstbetriebe gelten als besonders anfĂ€llig fĂŒr konjunkturelle Schwankungen, weil sie meist geringe finanzielle Reserven haben und stark von laufenden AuftrĂ€gen, Konsumlaune und verlĂ€sslichen Rahmenbedingungen abhĂ€ngig sind. Wenn geopolitische Krisen, wie etwa die VerschĂ€rfung der Lage im Nahen Osten im FrĂŒhjahr, die Unsicherheit erhöhen, schlagen solche Entwicklungen in dieser Gruppe rasch auf die Stimmung durch. Dass der Anteil der Befragten, die ihre kĂŒnftige GeschĂ€ftsentwicklung nur schwer einschĂ€tzen können, wieder spĂŒrbar gesunken ist, zeigt, dass die aktuelle Lage zwar weiterhin anspruchsvoll, aber weniger bedrohlich wahrgenommen wird.
Bedeutung fĂŒr Branchen und Wirtschaft
Die Unterschiede zwischen den Branchen sind deutlich: IT-Dienstleister und Unternehmensberater profitieren von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Digitalisierung und Effizienzprojekten. Im Gastgewerbe und in kreativen Berufen bleibt die Lage hingegen angespannt, weil Kosten fĂŒr Personal, Mieten und Energie, aber auch eine verhaltene Nachfrage die Margen belasten. Insgesamt passt die leichte Aufhellung des GeschĂ€ftsklimas in das Bild einer deutschen Wirtschaft, die sich langsam von einer SchwĂ€chephase löst, ohne bereits zu einem krĂ€ftigen Aufschwung gefunden zu haben.
Ausblick: Planungssicherheit als SchlĂŒssel
FĂŒr die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob Politik und Wirtschaft verlĂ€sslichere Rahmenbedingungen schaffen können â etwa bei Steuern, Abgaben und Förderprogrammen. Mehr Planungssicherheit könnte den SelbstĂ€ndigen helfen, Investitionen zu wagen und BeschĂ€ftigung auszubauen. Bleiben dagegen Unsicherheit und Krisenrisiken hoch, dĂŒrfte der Erholungskurs fragil bleiben und sich regional wie branchenspezifisch sehr unterschiedlich darstellen.
