Gesundheitsförderung, BIÖG

Gesundheitsförderung: BIÖG startet digitales Living Handbook

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das BIÖG und ZB MED lancieren ein lebendiges Online-Nachschlagewerk zur Gesundheitsförderung, das kontinuierlich aktualisiert werden kann.

Digitales Living Handbook: Neue Plattform für Gesundheitsbegriffe
Digitales Tablet mit Gesundheitsdaten in einer modernen Büro-Umgebung als Symbol für betriebliche Gesundheitsförderung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat gemeinsam mit ZB MED ein digitales „Living Handbook“ veröffentlicht. Die Open-Access-Plattform systematisiert Fachbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention – und kann künftig kontinuierlich aktualisiert werden.

Das ursprünglich 1996 erschienene Werk „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention“ ist damit erstmals als lebendiges Online-Nachschlagewerk verfügbar. Die technische Umsetzung ermöglicht eine präzise Versionierung und Zitierfähigkeit der Inhalte.

„Wir brauchen eine verlässliche digitale Infrastruktur für die Fachöffentlichkeit“, sagt Prof. Dr. Ursula Arning von ZB MED. Ziel sei es, Präventionsmaßnahmen auf einer aktuellen wissenschaftlichen Basis planen zu können.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Die Notwendigkeit systematischer Gesundheitsförderung untermauern aktuelle Krankenkassendaten. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Krankenstand in Nordrhein-Westfalen laut DAK-Gesundheit bei 5,6 Prozent – ein leichter Rückgang zum Vorjahr.

Während Atemwegserkrankungen um 20 Prozent zurückgingen, legten psychische Erkrankungen um 9 Prozent zu. Sie sind inzwischen der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Die Erhebung basiert auf Daten von rund 385.000 Versicherten.

Experten fordern daher eine konsequente Fortsetzung der Präventionsoffensive des Bundesgesundheitsministeriums. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin sprach sich Ende Juli zudem für eine Tabak- und Zuckersteuer aus.

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Betriebliche Vorsorge bleibt ausbaufähig

Nur jeder zweite Berufstätige nutzt betriebliche Vorsorgeangebote, zeigt eine Studie der Continentale. Die betriebliche Altersvorsorge ist mit 37 Prozent am weitesten verbreitet. Unfallschutz (13 Prozent), betriebliche Krankenversicherung (11 Prozent) und Arbeitskraftabsicherung (8 Prozent) liegen deutlich zurück.

Weltweit stellt Bewegungsmangel ein massives Gesundheitsrisiko dar. Laut WHO bewegen sich 31 Prozent der Erwachsenen und 81 Prozent der Jugendlichen zu wenig. Ohne Gegenmaßnahmen drohen bis 2030 rund 500 Millionen neue Krankheitsfälle – mit Kosten von etwa 300 Milliarden US-Dollar.

Gezielte Programme in der Praxis

Einige Branchen erproben bereits spezifische Lösungen. Die AOK Bayern und die Hochschule Allensbach starteten ein Projekt zum gesunden Onboarding in der Pflege. Ziel ist es, neue Fachkräfte durch gesundheitsorientierte Integrationskonzepte langfristig zu binden. Nach einer Pilotphase 2026 ist der flächendeckende Roll-out für 2027 geplant.

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Die Bundesapothekerkammer verabschiedete zudem eine neue Leitlinie zum Medikationsmanagement. Sie soll die Therapietreue durch engmaschige Dokumentation und persönlichen Kontakt zwischen Apothekern und Patienten erhöhen. Die Therapiehoheit bleibt dabei bei den Ärzten.

Erfolge zeigt auch die Kampagne „Rauchfrei im Mai“: Über 19.000 Menschen nahmen teil. Mehrere Tausend schafften den Rauchstopp – ein wichtiger Beitrag angesichts von jährlich rund 130.000 Tabaktoten in Deutschland.

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