Gesundheitsmanagement, Betriebe

Gesundheitsmanagement: 73% der Betriebe ignorieren gesetzliche Pflichten

14.06.2026 - 07:24:48 | boerse-global.de

73 Prozent der Betriebe verletzen Compliance-Vorgaben im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Es drohen Bußgelder bis 30.000 Euro.

Gesundheitsmanagement: Viele Mittelständler ignorieren gesetzliche Pflichten
Gesundheitsmanagement - Eine vielfältige Gruppe von Mitarbeitern nimmt an einem betrieblichen Gesundheitsprogramm teil, mit abstrakten Datenvisualisierungen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rund 73 Prozent der mittelständischen Betriebe erfüllen die Compliance-Anforderungen nicht vollständig, wie Daten der Plattform EasyBGM zeigen. Dabei sind Instrumente wie das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) und der Arbeitsschutz keine freiwilligen Leistungen, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 30.000 Euro.

Warum sich Investitionen lohnen

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bleibt zwar freiwillig, doch die Zahlen sprechen für sich. Branchenexperten beziffern den Return on Investment auf bis zu 1:5,5. Eine systematische Umsetzung kann den Krankenstand in Betrieben um durchschnittlich 26 Prozent senken.

Anzeige: 73 Prozent der Betriebe erfüllen ihre gesetzlichen BGM-Pflichten nicht – bei Verstößen drohen Bußgelder bis 30.000 Euro. Dieser Report zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie Compliance erreichen, Fehlzeiten senken und Förderungen von 50-80% nutzen. Jetzt kostenlosen BGM-Report anfordern

Der DAK-Psychreport 2025 unterstreicht die Dringlichkeit: Psychisch bedingte Fehlzeiten dauern im Schnitt 33 Tage pro Fall. Für Arbeitgeber entstehen Kosten von rund 4.750 Euro pro Krankheitsfall durch Produktionsausfälle.

Der Gesetzgeber unterstützt Unternehmen finanziell. Gesundheitstage können nach § 20a SGB V mit 50 bis 80 Prozent der Kosten gefördert werden. Die Investitionen für solche Formate liegen zwischen 3.000 und 8.000 Euro.

KI und neue Schwerpunkte im BGM

Krankenkassen setzen verstärkt auf Digitalisierung. Beim Gesundheitstag „AOK Move“ am 12. Juni 2026 in Bremen präsentierten die Versicherung und ihre Partner KI-gestützte Ansätze. Über 400 Beschäftigte nutzten Angebote wie InBody-Messungen und erhielten individuelle Bewegungsempfehlungen. Besonders hohen Handlungsbedarf gibt es im Sozial- und Gesundheitswesen.

Unternehmen erschließen zudem neue Felder. Die Firma Georg Schlegel aus Dürmentingen hat ihre betriebliche Krankenversicherung um Leistungen zur reproduktiven Gesundheit erweitert. Das Angebot umfasst Zuschüsse für Kinderwunschbehandlungen, Social Freezing und digitale Beratungen. Hintergrund: Rund zehn Prozent der Partnerschaften in Deutschland sind unfreiwillig kinderlos.

Fachkräfte gesucht

Anzeige: Psychisch bedingte Fehlzeiten kosten im Schnitt 4.750 Euro pro Fall – und dauern 33 Tage. Mit systematischer Gesundheitsförderung senken Sie den Krankenstand um 26% und erzielen eine Rendite von 1:5,5. Der Report liefert Checkliste, ROI-Rechner und Förderguide. ROI-Rechner und Checkliste jetzt sichern

Die Professionalisierung des Sektors zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sucht Personal mit sozialpädagogischem oder psychologischem Hintergrund für BGM und BEM. Bewerbungsschluss ist der 21. Juni 2026. Auch für Studierende bieten sich Möglichkeiten, etwa durch Werkstudententätigkeiten in KI-Projekten oder Public Health.

International festigen sich die Standards: In der Schweiz tragen 110 Unternehmen das Label „Friendly Work Space“, womit über 200.000 Mitarbeitende erreicht werden. Für Mitte Juni sind dort Veranstaltungen in Luzern und Webinare zum Thema gesunde Führung angekündigt.

In Deutschland stehen in den kommenden Tagen weitere Aktionstage an. Vom 18. bis 20. Juni 2026 finden in der Mannheimer Unterstadt die Aktionstage „UNTERstadt wird OBERfit“ statt. Eine Expertin bietet zudem am 20. Juni 2026 in Hennigsdorf geführte Übungen zum achtsamen Waldbaden an. Bereits am 13. Juni 2026 nutzte das LVR-Klinikum Düsseldorf einen Tischtennistag, um die soziale Teilhabe zwischen Personal und Patienten zu fördern.

de | wirtschaft | 69537230 |