Gewerkschaften plĂ€dieren fĂŒr eine Tarifbindung bei AuftrĂ€gen der öffentlichen Hand
10.07.2020 - 07:42:25
Nach den Skandalen in der Fleischindustrie fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Konsequenzen und spricht sich fĂŒr ein Bundestariftreuegesetz aus. Ăffentliche AuftrĂ€ge und damit Steuermittel dĂŒrfen nur noch an Unternehmen flieĂen, die sich an Tarifvereinbarungen halten, betont Stefan Körzel, DGB-Vorstand gegenĂŒber dem âRedaktionsnetzwerk Deutschlandâ. Das Entsetzen ĂŒber die Arbeitsbedingungen, die zum Beispiel in der Fleischindustrie oder im Baugewerbe herrschen darf nicht ohne Folgen bleiben und die Politik hat die Verantwortung fĂŒr entsprechende Arbeitsbedingungen zu sorgen. Ein Bekenntnis zur Tarifbindung hĂ€tte hier eine deutliche Signalwirkung.
Der DGB sieht in der Verabschiedung eines Tariftreuegesetzes einen wichtigen Schritt zur Standardisierung von Arbeitsbedingungen und StĂ€rkung der Tarifautonomie. Das Gesetz ist Hauptbestandteil der Forderungen eines Positionspapiers, das vom DGB-Vorstand veröffentlicht wurde. Als Vorteile einer gesetzlichen Regelung betonen die Gewerkschaften ebenfalls die Sicherung eines fairen Wettbewerbs der Unternehmen aufgrund der gleichen Ausgangsbedingungen. Tarifdumping darf kein Wettbewerbsvorteil sein, heiĂt es in dem Papier, ĂŒber welches das âRedaktionsnetzwerk Deutschlandâ berichtet. Der DGB tritt zusĂ€tzlich fĂŒr eine bundeseinheitliche Regelung ein, um die erheblichen Unterschiede der Vergabepraxis in den einzelnen BundeslĂ€ndern in den Griff zu bekommen. Es kann nicht sein, dass in Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr Unternehmen andere Regelungen gelten, als in Hamburg. Hier steht der Bund in der Pflicht, mahnt der DGB-Bundesvorstand.
Neben der Möglichkeit eines Bundesgesetzes könne auch eine Neuformulierung des Gesetzes gegen WettbewerbsbeschrĂ€nkungen (GWB) zum Ziel fĂŒhren. Die Geschichte der Bundesrepublik hat gezeigt, dass faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne nur auf der Basis von einheitlichen TarifvertrĂ€gen funktionieren, mahnt Körzell. Er bezieht sich auch auf die Erfahrungen der Corona-Krise, die offensichtlich gemacht habe, wie abhĂ€ngig die Gesellschaft von den sogenannten systemrelevanten Berufen ist und wie wichtig eine bessere Bezahlung in diesen Bereichen ist. Die Anerkennung muss sich auch im Geldbeutel zeigen, fordert der DGB-Vertreter. Die öffentliche Hand hat eine gesellschaftliche Verantwortung fĂŒr gerechte Arbeitsbedingungen zu sorgen und auch die Arbeitnehmer vor Lohndumping zu schĂŒtzen. Dies gelte auch fĂŒr auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte.
Der DGB beklagte in dem Positionspapier eine langsame Aushöhlung der Tarifbindung seit der Wiedervereinigung. FĂŒr das Jahr 2019 gilt nur noch fĂŒr etwas mehr als die HĂ€lfte der Arbeitnehmer ein Tarifvertrag, mit den entsprechenden Konsequenzen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den westdeutschen und den ostdeutschen BundeslĂ€ndern. In den neuen BundeslĂ€ndern arbeiten nur noch 45 Prozent der BeschĂ€ftigten in Betrieben mit Tarifbindung.
Ein Bundestariftreuegesetz könnte auch helfen die Probleme bei anderen Sozialstandards zu beheben. Der DGB sieht hier einen Handlungsbedarf zum Beispiel bei der Frage von betrieblicher Ausbildung, der Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf oder der Einhaltung der Behindertenquote. Wenn ein Unternehmen öffentliche AuftrĂ€ge erhĂ€lt, muss es auch diese auch selbstverantwortlich durchfĂŒhren und nicht mit Instrumenten der ScheinselbstĂ€ndigkeit operieren, schlieĂt der DGB-Vertreter.
Der DGB sieht in der Verabschiedung eines Tariftreuegesetzes einen wichtigen Schritt zur Standardisierung von Arbeitsbedingungen und StĂ€rkung der Tarifautonomie. Das Gesetz ist Hauptbestandteil der Forderungen eines Positionspapiers, das vom DGB-Vorstand veröffentlicht wurde. Als Vorteile einer gesetzlichen Regelung betonen die Gewerkschaften ebenfalls die Sicherung eines fairen Wettbewerbs der Unternehmen aufgrund der gleichen Ausgangsbedingungen. Tarifdumping darf kein Wettbewerbsvorteil sein, heiĂt es in dem Papier, ĂŒber welches das âRedaktionsnetzwerk Deutschlandâ berichtet. Der DGB tritt zusĂ€tzlich fĂŒr eine bundeseinheitliche Regelung ein, um die erheblichen Unterschiede der Vergabepraxis in den einzelnen BundeslĂ€ndern in den Griff zu bekommen. Es kann nicht sein, dass in Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr Unternehmen andere Regelungen gelten, als in Hamburg. Hier steht der Bund in der Pflicht, mahnt der DGB-Bundesvorstand.
Neben der Möglichkeit eines Bundesgesetzes könne auch eine Neuformulierung des Gesetzes gegen WettbewerbsbeschrĂ€nkungen (GWB) zum Ziel fĂŒhren. Die Geschichte der Bundesrepublik hat gezeigt, dass faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne nur auf der Basis von einheitlichen TarifvertrĂ€gen funktionieren, mahnt Körzell. Er bezieht sich auch auf die Erfahrungen der Corona-Krise, die offensichtlich gemacht habe, wie abhĂ€ngig die Gesellschaft von den sogenannten systemrelevanten Berufen ist und wie wichtig eine bessere Bezahlung in diesen Bereichen ist. Die Anerkennung muss sich auch im Geldbeutel zeigen, fordert der DGB-Vertreter. Die öffentliche Hand hat eine gesellschaftliche Verantwortung fĂŒr gerechte Arbeitsbedingungen zu sorgen und auch die Arbeitnehmer vor Lohndumping zu schĂŒtzen. Dies gelte auch fĂŒr auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte.
Der DGB beklagte in dem Positionspapier eine langsame Aushöhlung der Tarifbindung seit der Wiedervereinigung. FĂŒr das Jahr 2019 gilt nur noch fĂŒr etwas mehr als die HĂ€lfte der Arbeitnehmer ein Tarifvertrag, mit den entsprechenden Konsequenzen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den westdeutschen und den ostdeutschen BundeslĂ€ndern. In den neuen BundeslĂ€ndern arbeiten nur noch 45 Prozent der BeschĂ€ftigten in Betrieben mit Tarifbindung.
Ein Bundestariftreuegesetz könnte auch helfen die Probleme bei anderen Sozialstandards zu beheben. Der DGB sieht hier einen Handlungsbedarf zum Beispiel bei der Frage von betrieblicher Ausbildung, der Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf oder der Einhaltung der Behindertenquote. Wenn ein Unternehmen öffentliche AuftrĂ€ge erhĂ€lt, muss es auch diese auch selbstverantwortlich durchfĂŒhren und nicht mit Instrumenten der ScheinselbstĂ€ndigkeit operieren, schlieĂt der DGB-Vertreter.
Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix


