Deutschland, USA

Standort mit GewĂ€hr – Milliarden fließen nach Deutschland

25.01.2026 - 14:36:09 | dpa.de

Gibt es weniger sichere HĂ€fen fĂŒr Investoren und profitiert davon Deutschland? Eine Untersuchung deutet darauf hin und erklĂ€rt, womit Deutschland punktet.

  • Ein Investitionsziel in Deutschland: Beim Stromnetzbetreiber Tennet stiegen auslĂ€ndische Staatsfonds ein. - Foto: Christian Charisius/dpa
  • Ein Investitionsziel in Deutschland: die kĂŒnftige Chipfabrik in Dresden. - Foto: Robert Michael/dpa
Ein Investitionsziel in Deutschland: Beim Stromnetzbetreiber Tennet stiegen auslĂ€ndische Staatsfonds ein. - Foto: Christian Charisius/dpa Ein Investitionsziel in Deutschland: die kĂŒnftige Chipfabrik in Dresden.  - Foto: Robert Michael/dpa

Immer neue Zolldrohungen, zunehmende Handelskonflikte: In diesem unsicheren Umfeld zieht Deutschland wieder mehr Investitionen an. AuslĂ€ndische Unternehmen haben 2025 nach einer Analyse erstmals seit Langem hierzulande wieder mehr Geld investiert als deutsche Unternehmen im Ausland. «In einer immer unsichereren Welt zĂ€hlt Berechenbarkeit mehr als frĂŒher», sagt JĂŒrgen Matthes, Handelsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). 

Schlaglichter auf die Situation werfen Nachrichten wie diese: Der deutsche Volkswagen-Konzern hĂ€lt sich bei seinem Plan fĂŒr ein Audi-Werk in den USA zurĂŒck, weil wegen der Zollbelastung kein Geld dafĂŒr da sei. Und US-PrĂ€sident Donald Trump nutzt Zolldrohungen weiter als politisches Druckmittel: Er droht Kanada mit 100-Prozent-Zöllen, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarlands mit China zu verhindern.

Deutschland punktet mit Rechtssicherheit

Die erratische Politik des US-PrĂ€sidenten schade nicht nur den Partnern, sondern auch der US-Wirtschaft, betont Matthes. «Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit werden im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil fĂŒr Deutschland.» Außerdem bleibe Deutschland auch als Forschungsstandort hochattraktiv.

Die Experten des arbeitgebernahen Instituts gehen davon aus, dass sich die auslĂ€ndischen Direktinvestitionen in Deutschland von 43 Milliarden Euro 2024 auf 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt haben. Deutsche Unternehmen hĂ€tten unterdessen eine unterdurchschnittliche Summe im Ausland investiert: 86 Milliarden Euro. Basis der SchĂ€tzung seien Zahlen der Deutschen Bundesbank fĂŒr die ersten elf Monate 2025.

Ökonomen sehen Zölle als «Eigentor»

Ob gleichzeitig weniger in den USA investiert wurde, ist offen. Es liegen fĂŒr 2025 noch keine vollstĂ€ndigen Zahlen vor. Studien zufolge schaden die Zölle der US-Wirtschaft - denn amerikanische Konsumenten mĂŒssen sie ĂŒber höhere Preise bezahlen. Das Kieler Institut fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) sprach jĂŒngst von einem «Eigentor» Trumps. 

Seine Zollpolitik schadet aber auch der deutschen Wirtschaft, die weniger Produkte absetzen kann. Das Ifo-Institut beziffert die negativen Wachstumseffekte der Trump-Zölle fĂŒr die deutsche Wirtschaft auf 0,3 Prozentpunkte in 2025 und prognostiziert 0,6 Prozentpunkte fĂŒr 2026. Besonders die Autobranche hat zu kĂ€mpfen. Damit schwĂ€cht Trump auch potenzielle Investoren, etwa Volkswagen. 

VW-Chef: Audi-Werk wegen Zöllen nicht finanzierbar

Den VW-Konzern belastete das in den ersten neun Monaten 2025 mit und 2,1 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Oliver Blume dem «Handelsblatt» sagte. Das erwogene Audi-Werk in den USA kann Volkswagen demnach erst bauen, wenn Trump die Belastung durch Zölle senkt. «Bei einer unverĂ€nderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusĂ€tzliche Investition nicht finanzierbar», sagte Blume. Er verlangte Kostenentlastungen und verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen.

Unterdessen droht US-PrĂ€sident Donald Trump Kanada. Sollte das Nachbarland einen Deal mit China schließen, werde das Land umgehend mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf alle kanadischen Waren, die in die USA importiert werden, belegt, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Wenn Kanadas Premierminister Mark Carney glaube, Kanada zu einem «Umschlagplatz» fĂŒr China zu machen, damit chinesische Waren in die USA kommen, irre er sich gewaltig. 

UnlĂ€ngst war Carney nach Peking gereist und kĂŒndigte danach mehr Zusammenarbeit mit China an.

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