Gießerei, Ueckermünde

Gießerei in Ueckermünde: Produktion soll ins Saarland verlagert werden

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betriebsrat und Gewerkschaft wollen Alternativen zur Schließung vorlegen; Kündigungen sind bislang nicht ausgesprochen.
Industriegelände einer Eisengießerei mit alten Backsteingebäuden und Schornsteinen in der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Nach der angekündigten Schließung der Eisengießerei in Ueckermünde bereiten der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verhandlungen vor, um den Industriestandort doch noch zu erhalten.

Obwohl das Aus für den Betrieb im Raum steht, ist nach Angaben regionaler Medienberichte bislang keine einzige Kündigung ausgesprochen worden. Vor diesem Hintergrund formiert sich der Widerstand der Arbeitnehmervertretung, die nach Wegen sucht, den Betrieb fortzuführen und die Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Wenig Bewegung beim Eigentümer

Die Ausgangslage für die Gespräche gilt als schwierig. Das Werk gehört zur Breyden-Gruppe. Vonseiten der Politik wird die Haltung des Unternehmens kritisch gesehen. Philipp Amthor, CDU-Bundestagsabgeordneter und Staatsminister, erklärte nach Beratungen, es gebe seitens der Breyden-Gruppe kein herausgehobenes Interesse an einem weiteren Fortbetrieb des Standorts in Vorpommern.

Auch der Landeswirtschaftsminister Wolfgang Blank stellte fest, dass sich die Unternehmensführung bisher kaum kompromissbereit zeige und wenig Bewegung vonseiten der Gruppe zu erkennen sei.

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Um das weitere Vorgehen abzustimmen und mögliche Handlungsoptionen auszuloten, kam ein Krisenstab zusammen. An dem Treffen am späten Freitagnachmittag nahmen neben Staatsminister Amthor und Wirtschaftsminister Blank auch der Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Michael Sack, sowie weitere Beteiligte teil.

Die Zusammenkunft nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich angesetzt und dauerte knapp eine Stunde länger als geplant. Inhaltlich ging es vor allem darum, den politischen Rückhalt für den Standort zu organisieren und Druck auf die Eigentümer aufzubauen.

Mögliche Verlagerung der Produktion

Hintergrund der geplanten Schließung sind offenbar strategische Neuausrichtungen innerhalb der Eigentümergruppe. Nach vorliegenden Informationen soll die Produktion der Gießerei dem Vernehmen nach aus Ueckermünde abgezogen und ins Saarland verlegt werden. Für die Belegschaft und die Region Vorpommern würde der Verlust des Traditionsbetriebs einen herben Einschnitt bedeuten, da Industriejobs im Nordosten nach wie vor rar gesät sind.

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Dass die Unternehmensleitung bislang auf formelle Kündigungen verzichtet hat, eröffnet der Belegschaftsvertretung und den Gewerkschaftern einen zeitlichen Spielraum. Betriebsrat und Gewerkschaft wollen diesen Hebel nun nutzen, um in den anstehenden Gesprächen Alternativkonzepte auf den Tisch zu legen und das Aus abzuwenden.

Ob es gelingt, die Breyden-Gruppe zu einem Umdenken zu bewegen oder zumindest verbindliche Zusagen zur Sicherung des Werks zu erzielen, hängt von den weiteren Verhandlungsrunden ab. Die Landes- und Kommunalpolitik hat bereits angekündigt, das Vorhaben weiterhin eng begleiten zu wollen.

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