Golfstaaten, Schienennetz

Golfstaaten treiben 2.100 Kilometer Schienennetz voran

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 15:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Verbindung soll bis 2030 fertig sein und Passagiere sowie Güter durch sechs Golfstaaten transportieren. Sicherheitsrisiken in der Straße von Hormus erhöhen den Druck auf die Länder, alternative Verkehrswege auszubauen.

Sechs Staaten planen durchgehende Verbindung

  • Bahrains Kronprinz Salman bin Hamad empfing Vertreter der Golfstaaten in Manama.
  • Das geplante Netz soll Kuwait mit Oman über Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Emirate verbinden.
  • Die sechs Golfstaaten hatten den Ausbau bereits 2009 vereinbart, das Zieljahr 2018 aber verfehlt.
Saudi-Arabien baut sein Zugnetz schon länger aus. (Archivbild) - Bild: -/SPA/dpa

Golfstaaten beschließen nächsten Schritt für Bahnprojekt

Die Golfstaaten arbeiten weiter an einem gemeinsamen Schienennetz entlang der Küste zum Persischen Golf. In Manama unterzeichneten Vertreter der Staaten ein Abkommen zu dem Projekt, das bis 2030 fertiggestellt werden soll.

Strecke führt durch sechs Länder

Bahrains Kronprinz Salman bin Hamad empfing die Delegationen, wie die Staatsagentur BNO berichtete. Bahrains Transportminister bezeichnete die Pläne örtlichen Medien zufolge als „Investition in die Zukunft der Golfregion und der nächsten Generationen“.

Die Verbindung soll von Kuwait im Norden über Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate bis in den Oman führen. Auf mehr als 2.100 Kilometern sollen Passagiere und Güter mit Zügen transportiert werden.

Früheres Ziel bereits verfehlt

Die Idee eines gemeinsamen Bahnnetzes reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Die sechs Golfstaaten einigten sich 2009 auf den Ausbau, doch die Umsetzung verlief unterschiedlich schnell.

Der Plan, das Netz bereits 2018 in Betrieb zu nehmen, wurde nicht erreicht. Der Ölpreisverfall in den 2010er Jahren zwang die stark von Exporten abhängigen Golfmonarchien, große Infrastrukturprojekte neu zu bewerten.

Iran-Krieg erhöht strategischen Druck

Zusätzliche Spannungen entstanden ab 2017 durch die Blockade Katars, die mehrere von Saudi-Arabien geführte Länder verhängten. Mit Beginn des Iran-Kriegs im vergangenen Februar und der faktischen Blockade der Straße von Hormus gewann das Bahnprojekt neue Dringlichkeit.

Die Golfstaaten exportieren über die wichtige Meerenge unter anderem Öl und Flüssiggas und beziehen auf dem Seeweg Waren und Lebensmittel. Zugleich bestehen Zweifel, ob sie angesichts der hohen wirtschaftlichen Verluste des Kriegs weiterhin genügend Mittel für den Bau aufbringen können.

Das geplante Schienennetz verbindet sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats und soll eine bislang stark vom Straßen- und Seeverkehr geprägte Region enger verknüpfen. Die Strecke würde Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman über mehr als 2.100 Kilometer verbinden.

Der politische Beschluss von 2009 scheiterte zunächst nicht an fehlender Bedeutung, sondern an unterschiedlichen nationalen Baufortschritten, Finanzierungsschwierigkeiten und politischen Spannungen. Der Ölpreisverfall in den 2010er Jahren zwang die Golfmonarchien, ihre Investitionsprogramme zu überprüfen. Die Katar-Blockade ab 2017 erschwerte zusätzlich eine gemeinsame Umsetzung.

Mehr als ein Verkehrsprojekt

Die neue Dringlichkeit ergibt sich aus der strategischen Verwundbarkeit der Seewege. Die Straße von Hormus ist für den Export von Öl und Flüssiggas sowie für die Einfuhr von Waren und Lebensmitteln zentral. Ein durchgehendes Bahnnetz könnte innerhalb der Golfregion alternative Transportwege schaffen, wäre aber selbst auf stabile Grenzen, abgestimmte Zollregeln, einheitliche technische Standards und hohe Investitionen angewiesen.

Finanzierung bleibt entscheidend

Das Zieljahr 2030 setzt die beteiligten Staaten unter erheblichen Zeitdruck. Die in früheren Jahren genannte Summe von rund 250 Milliarden US-Dollar verdeutlicht die Größenordnung; zugleich belasten die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs die öffentlichen Haushalte. Für Reisende und Unternehmen wäre ein fertiges Netz vor allem dann relevant, wenn die Staaten grenzüberschreitende Verbindungen tatsächlich durchgehend betreiben und Güter effizient abfertigen.

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