Grube Teutschenthal: Kündigungen für rund 90 Beschäftigte geplant
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach der endgültigen Betriebseinstellung der insolventen Grube Teutschenthal steht den Beschäftigten des traditionsreichen Untertagebetriebs der Verlust ihrer Arbeitsplätze bevor. Für die gesamte Belegschaft der Betreibergesellschaft GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG sind Kündigungen vorgesehen.
Vor diesem Hintergrund fordern Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter ein zügiges Eingreifen der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, um die Zukunft des Standorts und die Absicherung der Region zu klären.
Investorensuche ohne Erfolg geblieben
Die GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG hatte den Betrieb am 31. Oktober 2026 eingestellt. Seit diesem Stichtag wird kein Versatzmaterial mehr an der Grube angenommen. Das Amtsgericht Halle eröffnete das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens und bestellte Rechtsanwalt Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing zum Insolvenzverwalter.
Wie der Insolvenzverwalter mitteilte, verlief die Suche nach einem Investor ohne Abschluss. Da kein neuer Geldgeber für eine Fortführung des Betriebs gewonnen werden konnte, wurden rund 90 Mitarbeiter über die anstehenden Schritte informiert. Sie verlieren voraussichtlich ihre Arbeitsplätze, da die Kündigung der gesamten Belegschaft geplant ist.
Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan
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Für die betroffenen Arbeitnehmer beginnen nun die Beratungen über die Konditionen des Arbeitsplatzabbaus. Insolvenzverwalter Flöther erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan noch im November geführt werden sollen. Ziel dieser Vereinbarungen ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Arbeitsplatzverlustes für die rund 90 Beschäftigten abzufedern.
Parallel dazu hat Flöther das Bergwerkseigentum aus der Insolvenzmasse freigegeben. Dieser Schritt ermöglicht es dem Land Sachsen-Anhalt, im Rahmen einer Ersatzvornahme direkt einzugreifen und notwendige Maßnahmen eigenständig zu veranlassen.
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Sicherungsauftrag und Sorgen vor Umweltrisiken
Das Land Sachsen-Anhalt hat einen öffentlichen Sicherungsauftrag, um die Gemeinden Teutschenthal und Angersdorf vor möglichen Gebirgsschlägen zu schützen. Dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) soll künftig eine zentrale Rolle bei der Sanierung der Altlasten zukommen.
Die Grube blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Grubenfeld umfasst eine Fläche von ca. 14 km², was etwa 2.000 Fußballfeldern entspricht. Die Grube wurde bereits 1982 stillgelegt und anschließend seit rund 30 Jahren für den Versatz genutzt.
Im Jahr 1996 war es in dem Areal zu schweren Gebirgsschlägen gekommen. Nach dem Aus für den Betreiber wächst nun auch die Unruhe in der Bevölkerung: Anwohner in Teutschenthal fürchten infolge der Insolvenz, dass sich künftig niemand mehr um die in den Salzstöcken lagernden gefährlichen Abfälle kümmert.
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