Gründungen, Bertelsmann-Erhebung

Gründungen: 40% interessiert, aber nur 3% gründen tatsächlich

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 07:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Bertelsmann-Erhebung zeigt: 40 Prozent interessieren sich für eine Gründung, aber nur 3 Prozent sind bereits selbstständig.

Junge Deutsche wollen gründen, doch Sicherheit bremst den Schritt
Ein leerer, modern gestalteter Coworking-Bereich mit Holztischen und Blick in einen begrünten Innenhof. Illustration mit AI erstellt.

Eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung verdeutlicht eine deutliche Lücke zwischen dem Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit und der tatsächlichen unternehmerischen Aktivität in der jungen Generation.

Wie aus Daten einer Befragung hervorgeht, die im April 2026 unter 14- bis 25-Jährigen durchgeführt wurde, zeigen 40 % der jungen Deutschen Interesse an einer Firmengründung. Demgegenüber steht jedoch eine sehr geringe Realisierungsquote: Lediglich 3 % der Befragten haben den Schritt in die Selbstständigkeit tatsächlich bereits umgesetzt.

Der Bericht, über den am 15. September 2026 verschiedene Medien übereinstimmend informierten, zeigt zudem, dass ein beachtlicher Teil der jungen Bevölkerung dem Unternehmertum skeptisch gegenübersteht. So geben 29 % der Umfrageteilnehmer an, eine eigene Gründung für sich grundsätzlich auszuschließen.

Sicherheit und Wissensdefizite als zentrale Barrieren

Die Bertelsmann-Stiftung identifizierte im Rahmen der Erhebung verschiedene Faktoren, die junge Menschen von der Gründung eines eigenen Unternehmens abhalten. Als wesentlicher Hinderungsgrund wurde das Bedürfnis nach Stabilität genannt. Demnach gaben 61 % der Befragten an, ein sicheres Angestelltenverhältnis einer selbstständigen Tätigkeit vorzuziehen.

Neben dem Sicherheitsaspekt spielen auch strukturelle und persönliche Barrieren eine entscheidende Rolle. So erklärten 48 % der Teilnehmer, dass ihnen das notwendige Wissen für den Aufbau eines Unternehmens fehle. Ein weiterer bedeutender Faktor ist die psychische Belastung, die mit einer Gründung assoziiert wird: 39 % der 14- bis 25-Jährigen führten die Sorge vor möglichem Stress als Grund an, der gegen den Weg in die Selbstständigkeit spreche.

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Dynamik in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen

Ergänzend zu den Daten der Bertelsmann-Stiftung liefern die Ergebnisse des Global Entrepreneurship Monitor 2025/2026 einen detaillierten Blick auf die Entwicklung der Gründerquoten in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Hier zeigt sich eine dynamische Entwicklung in den letzten Jahren.

Während der Anteil der jungen Gründer in dieser spezifischen Altersklasse im Jahr 2024 noch bei 13 % gelegen hatte, verzeichnete die Statistik für das Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg auf einen Wert von über 23 %.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass trotz der im April 2026 artikulierten Vorbehalte ein wachsender Teil der jungen Erwachsenen den Weg in das Unternehmertum findet, auch wenn die allgemeine Bereitschaft in der breiteren Gruppe der 14- bis 25-Jährigen noch durch Sicherheitsbedürfnisse und Wissenslücken gebremst wird.

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Die vorliegenden Analysen unterstreichen die Notwendigkeit, potenzielle Gründer bereits frühzeitig mit dem erforderlichen Fachwissen auszustatten und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das unternehmerische Risiko kalkulierbarer erscheinen lassen. Insbesondere der hohe Anteil derer, die fehlendes Wissen als Hürde nennen, deutet auf einen Handlungsbedarf im Bereich der ökonomischen Bildung und Gründungsberatung hin.

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