Friedrich Merz, Dillinger Hütte

Grüner Stahl: Merz wirbt bei Dillinger Hütte für deutsche Produktion

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz wirbt bei der Dillinger Hütte für eine Zukunft der deutschen Stahlindustrie. Im Saarland wird der Umbau zur wasserstoffbasierten Produktion mit Investitionen von fast fünf Milliarden Euro vorangetrieben.

  • Bundeskanzler Merz bekennt sich zur Stahlerzeugung in Deutschland. - Bild: Harald Tittel/dpa
    Bundeskanzler Merz bekennt sich zur Stahlerzeugung in Deutschland. - Bild: Harald Tittel/dpa
  • Bei der Transformation gibt es noch Hürden. (Archivbild) - Bild: Laszlo Pinter/dpa
    Bei der Transformation gibt es noch Hürden. (Archivbild) - Bild: Laszlo Pinter/dpa
  • Merz macht sich im Saarland ein Bild von der Umstellung auf die Herstellung von grünem Stahl - Bild: Harald Tittel/dpa
    Merz macht sich im Saarland ein Bild von der Umstellung auf die Herstellung von grünem Stahl - Bild: Harald Tittel/dpa
Bundeskanzler Merz bekennt sich zur Stahlerzeugung in Deutschland. - Bild: Harald Tittel/dpa Bei der Transformation gibt es noch Hürden. (Archivbild) - Bild: Laszlo Pinter/dpa Merz macht sich im Saarland ein Bild von der Umstellung auf die Herstellung von grünem Stahl - Bild: Harald Tittel/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Besuch der Dillinger Hütte im saarländischen Dillingen für den Erhalt einer eigenen deutschen Stahlproduktion geworben.

Merz sieht Stahl als Grundlage des Industriestandorts

„Wenn wir Industrieland bleiben wollen - und wir müssen Industrieland bleiben, um den Wohlstand unseres Landes zu erhalten - dann brauchen wir in Deutschland eigene Stahlerzeugung“, sagte der CDU-Politiker.

Merz besichtigte den Umbau der Saar-Stahlindustrie zur Herstellung von klimafreundlicherem grünem Stahl. Künftig soll der Stahl nicht mehr mit Kohle, sondern mit Wasserstoff produziert werden. Für die Transformation werden fast fünf Milliarden Euro investiert.

Wasserstoff soll Kohle ersetzen

„Wir können diese Grundstoffindustrien klimafreundlich modernisieren und wir können sie so auch wettbewerbsfähig halten“, sagte Merz. Wettbewerbsfähiger Stahl könne auch künftig „in Deutschland und vor allem hier im Saarland“ hergestellt werden. „Das macht Mut für Deutschland.“

Die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit kritischen Rohstoffen bezeichnete der Kanzler als Schlüsselfrage für die industrielle und technologische Souveränität. Deutschland brauche diese Souveränität nicht nur in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sondern auch bei der Versorgung mit Rohstoffen und industriellen Kompetenzen.

SHS beteiligt sich an Start-up

Merz lobte außerdem die Beteiligung der Stahl-Holding Saar an dem deutschen Start-up Y-SIC. Das Unternehmen hat ein patentiertes Verfahren zur Produktion von hochreinem Siliziumkarbid, kurz 3C-SIC, entwickelt.

Der Stoff wird vor allem von der Halbleiterindustrie benötigt. Bereits im kommenden Jahr soll er in Dillingen hergestellt werden. Die Entwicklung sei ein weiterer Beleg dafür, dass die Transformation der Wirtschaft bereits stattfinde, sagte Merz.

Stahl zwischen Klimaziel und Wettbewerbsdruck

Die Umstellung der Saar-Stahlindustrie steht für einen grundlegenden Umbau der deutschen Grundstoffbranche. Statt Kohle soll Wasserstoff eingesetzt werden, um Eisen klimafreundlicher zu erzeugen. Dafür sind hohe Investitionen nötig; zugleich müssen Anlagen langfristig ausgelastet und die zusätzlichen Kosten gegenüber internationalem Stahlmarkt wettbewerbsfähig bleiben.

Für das Saarland hat das Vorhaben eine besondere Bedeutung. Die Stahlindustrie prägt dort seit Jahrzehnten Beschäftigung, Zulieferer und regionale Wertschöpfung. Gelingt die Transformation, könnte die Region industrielle Arbeitsplätze und technisches Know-how sichern. Sie bleibt jedoch abhängig von verlässlichen Energiepreisen, ausreichenden Wasserstoffmengen und einer Nachfrage nach klimafreundlich produziertem Stahl.

Rohstoffe und neue Technologien

Merz verbindet die Stahlwende mit der Frage industrieller Souveränität. Das betrifft nicht nur Energie und Erz, sondern auch Materialien für Zukunftstechnologien. Die geplante Produktion von hochreinem Siliziumkarbid in Dillingen erweitert deshalb den Blick über den klassischen Stahlsektor hinaus. Der Werkstoff wird unter anderem für Leistungselektronik und Halbleiter benötigt.

Politisch erhöht der Umbau den Druck, Klimaschutz, Beihilferegeln und internationale Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu vereinbaren. Für Beschäftigte und Unternehmen entscheidet sich an der Umsetzung, ob aus der milliardenschweren Transformation ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell entsteht.

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