Grundsteuer B: Jede dritte NRW-Kommune hebt HebesÀtze an
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundes der Steuerzahler. Besonders drastisch fallen die Steigerungen in VettweiĂ, Dinslaken und Bergkamen aus.
Spitzenreiter mit Rekordwerten
140 von 396 Kommunen zogen die HebesÀtze an. Den stÀrksten Anstieg verzeichnete Vettweià mit einem Plus von 377 Punkten. Dinslaken folgt mit 350 Punkten, Bergkamen mit 325 Punkten.
Asldorf fĂŒhrt die Liste der höchsten HebesĂ€tze mit 1.240 Punkten an. Dahinter liegen Nideggen (1.200 Punkte) und LĂŒdenscheid (1.190 Punkte). Der Landesdurchschnitt liegt bei 764 Punkten â der Spitzenwert unter allen deutschen FlĂ€chenlĂ€ndern.
Mieter zahlen mit
Die höheren Kosten treffen nicht nur EigentĂŒmer. Ăber die Nebenkostenabrechnung landen sie direkt bei den Mietern. Nur drei Kommunen â Borgholzhausen, BĂŒren und Ahlen â senkten ihre HebesĂ€tze.
Hintergrund der Erhöhungen sind klammen kommunalen Haushalte. In Enger etwa wies die Stadt auf ein Defizit von fast 11 Millionen Euro hin. Das Eigenkapital könnte dort bereits Ende 2027 aufgebraucht sein. Die Kommunen fordern mehr UnterstĂŒtzung von Bund und Land.
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Gerichtsverfahren laufen
Die Grundsteuerreform sorgt zudem fĂŒr juristische Unsicherheit. Das Finanzgericht Hessen Ă€uĂerte Mitte Juli verfassungsrechtliche Zweifel an der Grundsteuer B fĂŒr bestimmte AuĂenbereichsflĂ€chen. Das dortige FlĂ€chen-Faktor-Modell könnte gleichheitswidrig sein. Eine Beschwerde zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen. Auch in NRW sind bereits Verfahren anhĂ€ngig.
Gleichzeitig vollzogen 53 Kommunen den Wechsel von differenzierten zu einheitlichen HebesÀtzen.
Landtag beschlieĂt Entlastungen
Der NRW-Landtag verabschiedete am 15. Juli mehrere GesetzesĂ€nderungen. Eine Novelle des Gesetzes ĂŒber Immobilien- und Standortgemeinschaften soll fĂŒr mehr Rechtssicherheit sorgen.
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Zudem tritt am 1. September eine Ănderung der Landesbauordnung in Kraft. Sie sieht eine Genehmigungsfiktion im vereinfachten Verfahren und Erleichterungen fĂŒr den Umbau von BestandsgebĂ€uden vor. Die sogenannte âUmbauordnungâ soll Baukosten senken und Genehmigungen beschleunigen. BranchenverbĂ€nde der sozial orientierten Wohnungswirtschaft begrĂŒĂten die Schritte zur Digitalisierung und EntbĂŒrokratisierung.
Ab 2027 verspricht die Landesregierung zudem finanzielle Entlastung: Der Kommunalverbundsatz steigt dauerhaft von 23 auf 23,5 Prozent. Das bringt jĂ€hrlich rund 360 Millionen Euro mehr â die erste Anhebung seit den 1970er-Jahren.
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