GSK, Dresdner

GSK schließt Dresdner Impfstoffwerk: 650 Arbeitsplätze bis 2028

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GSK will die Dresdner Impfstoffproduktion 2027 beenden und das Werk 2028 schließen. IGBCE und Betriebsrat kündigen Widerstand an.

GSK plant Schließung des Dresdner Impfstoffwerks bis 2028
Industrielle Fabrikgebäude eines Pharmastandorts in Dresden bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat weitreichende Einschnitte für seinen Produktionsstandort in Dresden angekündigt. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, soll das dortige Impfstoffwerk vollständig geschlossen werden. Von dieser Maßnahme sind rund 650 Arbeitsplätze betroffen. Die Entscheidung bedeutet das Ende einer über ein Jahrhundert währenden Tradition der Impfstoffherstellung in der sächsischen Landeshauptstadt.

Schrittweiser Rückzug bis zum Sommer 2028

Die Planungen des britischen Konzerns sehen einen gestuften Prozess für die Standortaufgabe vor. Demnach ist die Einstellung der laufenden Produktion für September 2027 vorgesehen. Die vollständige Abwicklung des Werks soll schließlich bis zum Sommer 2028 abgeschlossen sein. Die Belegschaft des Standorts wurde an diesem Donnerstag über die weitreichenden Pläne der Konzernleitung in Kenntnis gesetzt.

Als maßgebliche Gründe für diesen Schritt nennt GSK eine strategische Neuausrichtung sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Unternehmen führt die Entscheidung auf weltweit bestehende Überkapazitäten und eine sinkende Nachfrage nach klassischen Impfstoffen zurück.

Fokus auf Kanada und geänderte Marktanforderungen

Ein zentraler Aspekt der Restrukturierung ist die Konzentration der Fertigungskapazitäten. GSK beabsichtigt, die Produktion von Grippeimpfstoffen künftig am Standort Ste-Foy in Kanada zu bündeln. Hintergrund ist laut Unternehmensangaben insbesondere das nachlassende Interesse an traditionellen, auf Hühnereiern basierenden Grippeimpfstoffen.

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Die Ankündigung von GSK trifft 650 Beschäftigte in Dresden — und sie kommt nicht über Nacht: Die Produktion soll erst im September 2027 enden, die Abwicklung bis Sommer 2028 laufen. Genau dieses Zeitfenster entscheidet, welche Bedingungen Sie noch verhandeln können. Der kostenlose Leitfaden bündelt die Rechte bei Massenentlassung, den Fahrplan für einen Standortgipfel und erprobte Verhandlungstaktiken für Betriebsräte. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

In Dresden werden derzeit sowohl saisonale als auch pandemische Grippe-Vakzine sowie Impfstoffe gegen Hepatitis hergestellt. In der Vergangenheit belief sich das Produktionsvolumen laut früheren Angaben auf rund 2 Mio. Dosen pro Woche. Die im sächsischen Werk gefertigten Produkte werden an Kunden in rund 70 Ländern weltweit vertrieben.

Traditionsstandort vor dem Aus

Das Dresdner Werk verfügt über eine bedeutende industriehistorische Relevanz. Es wurde bereits im Jahr 1911 von Karl August Lingner unter dem Namen Sächsisches Serumwerk ins Leben gerufen. Nach der politischen Wende erfolgte im Jahr 1992 die Übernahme durch SmithKline Beecham, bevor der Standort im Zuge von Fusionen in den GSK-Konzern integriert wurde.

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

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Sachsen hat in der Branche bereits 4.250 Arbeitsplätze verloren — mit Dresden droht der nächste Einschnitt, und die IGBCE fordert die Aussetzung der Pläne. Wer jetzt nicht organisiert, verliert Zeit, die später fehlt. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Betriebsräte die Konsultationsphase nutzen, Interessenausgleich und Sozialplan aufsetzen und Qualifizierung für den Transfer sichern. Leitfaden für Betriebsräte jetzt sichern

Die Ankündigung stieß bei Arbeitnehmervertretern auf scharfe Kritik. Die Gewerkschaft IGBCE und der Betriebsrat lehnen die Schließung des Werks entschieden ab. Die IGBCE kündigte an, gegen die Pläne Widerstand zu leisten, und fordert eine sofortige Aussetzung der Schließungspläne. Zudem dringt die Gewerkschaft auf die Einberufung eines Standortgipfels, um Alternativen zum Aus des Werks zu prüfen.

Nach Einschätzung der IGBCE ist die Nachricht ein weiterer Rückschlag für den Industriestandort Sachsen. Demnach seien in der Region bereits 4.250 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen. Auch auf politischer Ebene löste die Nachricht Besorgnis aus: Ein CDU-Europaabgeordneter bezeichnete die geplante Schließung als schweren Schlag für den Standort.

Mehr zum Thema bei t-online: „650 Arbeitsplätze in Gefahr: Impfstoffwerk in Dresden vor dem Aus“

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