Deutsche Börse, Nasdaq

EU-Kommission leitet Verfahren gegen Deutsche Börse ein

06.11.2025 - 12:17:10

Haben sich die Deutsche Börse und die US-Technologiebörse Nasdaq im GeschÀft mit Finanzinstrumenten enger abgestimmt als in der EU erlaubt? Das wird nun genau untersucht.

  • Die Deutsche Börse ist ins Visier der EU-Kommission geraten. (Archivbild) - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

    Frank Rumpenhorst/dpa

  • Die EU-Kommission will der Untersuchung Vorrang einrĂ€umen (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

    Virginia Mayo/AP/dpa

Die Deutsche Börse ist ins Visier der EU-Kommission geraten. (Archivbild) - Foto: Frank Rumpenhorst/dpaDie EU-Kommission will der Untersuchung Vorrang einrÀumen (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Wegen des Verdachts auf einen Kartellverstoß hat die EU-Kommission ein förmliches Verfahren gegen die Deutsche Börse und die US-Technologiebörse Nasdaq eingeleitet. «Wir untersuchen, ob sich die Deutsche Börse und die Nasdaq abgestimmt haben, um in den Bereichen Notierung, Handel und Clearing von bestimmten Finanzderivaten nicht miteinander konkurrieren zu mĂŒssen», teilten die BrĂŒsseler WettbewerbshĂŒter mit. 

Die EU-Kommission befĂŒrchtet, dass die Unternehmen Nachfrage aufgeteilt, Preise koordiniert und sensible GeschĂ€ftsinformationen ausgetauscht haben könnten. Sollte sich der Verdacht bestĂ€tigen, könnte dies gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen. Wettbewerbswidrige Absprachen könnten das Funktionieren des europĂ€ischen Binnenmarktes beeintrĂ€chtigen, hieß es.

Die EU-Kommission schrieb, sie werde ihre eingehende PrĂŒfung mit «PrioritĂ€t» durchfĂŒhren. Zugleich betonte sie, die Einleitung des förmlichen Untersuchungsverfahrens lasse keine RĂŒckschlĂŒsse auf dessen Ergebnis zu. 

Deutsche Börse verweist auf frĂŒhere VorgĂ€nge

Die Deutsche Börse teilte mit, sie und ihre Terminbörse Eurex hĂ€tten die Entscheidung zur Kenntnis genommen. «Wir stehen in konstruktivem Austausch mit der EuropĂ€ischen Kommission», sagte eine Sprecherin des Dax-Konzerns. Das Verfahren befinde sich in einem frĂŒhen Stadium.

Im Fokus der Untersuchung steht demnach eine frĂŒhere Zusammenarbeit zwischen der Eurex und der finnischen Börse Helsinki Stock Exchange (HEX), die heute zu Nasdaq gehört. Diese gehe auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1999 zurĂŒck und sei damals mit der EU-Kommission erörtert worden, erklĂ€rte die Deutsche Börse. Die Vereinbarung habe darauf gezielt, den Wettbewerb zu fördern sowie die MarktliquiditĂ€t in den nordeuropĂ€ischen DerivatemĂ€rkten zu erhöhen und Effizienzsteigerungen zu erzielen. «Sie bot klare Vorteile fĂŒr die Marktteilnehmer und war öffentlich», teilte die Deutsche Börse mit.

UnangekĂŒndigte Untersuchung schon im Herbst 

Schon im September 2024 hatte die EU-Kommission eine unangekĂŒndigte Untersuchung bei Deutscher Börse und Nasdaq durchgefĂŒhrt. Damals war es nach Angaben der BrĂŒsseler Behörde um Finanzderivate gegangen, Details wurden aber nicht genannt. 

Mit solchen Finanzinstrumenten, deren Wert sich von einem Basiswert wie Aktien, Rohstoffe, Zinsen oder WĂ€hrungen ableitet, können Akteure an den FinanzmĂ€rkten auf Kursgewinne spekulieren oder GeschĂ€fte absichern. Beim Clearing von DerivategeschĂ€ften geht es um die Verrechnung und Abwicklung gegenseitiger Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Vertragspartnern. Die Deutsche Börse betreibt mit der Eurex einen der weltweit fĂŒhrenden DerivatemĂ€rkte.

@ dpa.de