1. Hamburger Batterietag: Wissenschaft und Wirtschaft sind sich einig / Die Energiewende braucht Speicher, nicht Stillstand
13.04.2026 - 07:51:59 | presseportal.de
Die Keynote:
Prof. Maximilan Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm und Professor am Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT), macht deutlich: Deutschland steht am Scheideweg der Energiewende - und Batterien sind der SchlĂŒssel. "Der Erntefaktor von fossilen EnergietrĂ€gern sinkt dramatisch - wir mĂŒssen in andere Technologien investieren, sonst laufen wir ins energetische Aus", warnte Fichtner. Fossile Energien verlieren an Effizienz, Wind- und Solarstrom unterliegen starken Schwankungen - Speicher sind unverzichtbar, sowohl fĂŒr Haushalte als auch fĂŒr Quartiere, Industrie und StĂ€dte. Gesetzgeber mĂŒssen deshalb den raschen Ausbau von Speichertechnologien fördern, Standards fĂŒr QualitĂ€t, Lebensdauer und Kreislaufwirtschaft definieren und bĂŒrokratische HĂŒrden abbauen. Verzögerungen kosten WettbewerbsfĂ€higkeit und Klimaschutz.
Ăber den 1. Batterietag:
Auf Einladung des EnergieBauZentrums Hamburg sowie der Partner NAEXT, FRANK, SCADA-Automation und HOSENSO diskutierten fĂŒhrende Vertreter*innen aus Wissenschaft, Energiewirtschaft und Praxis in der Superbude Hamburg Altona die Rolle von Batteriespeichern als SchlĂŒsseltechnologie der Energiewende. Tenor aller Beteiligten: "Die Technologie ist bereit. Die GeschĂ€ftsmodelle funktionieren. Jetzt braucht es VerlĂ€sslichkeit statt Verzögerung." Die Lebenszyklusbetrachtung zeigt: Batterieelektrische Fahrzeuge sind effizienter, einfacher, wartungsĂ€rmer - und klimafreundlicher als Verbrenner. Wasserstofffahrzeuge hingegen seien aktuell eher Teil des Problems. "Die alte Welt stirbt, die neue kĂ€mpft ums Geborenwerden - wer im Verbrennerbereich verharrt, schrumpft." Förderung solle gezielt in ElektromobilitĂ€t flieĂen, inklusive Ladeinfrastruktur, Recyclingstrategien und lokal produzierten Batteriespeichern. Subventionen fĂŒr ineffiziente Technologien wĂŒrden die Wende verschleppen.
Made in Germany: QualitÀt statt billig
Prof. Fichtner warnte vor Billigimporten: Diese bergen Sicherheitsrisiken, kurze Lebensdauer und unsichere Lieferketten. Deutsche Speichertechnologie verbindet Entwicklungsdesign, Produktion und QualitĂ€tssicherung und ermöglicht langlebige, recyclingfĂ€hige Lösungen. Second-Life-Batterien verlĂ€ngern den Lebenszyklus und sparen CO2. "Nicht alles, was billig ist, ist auch nachhaltig oder sicher - wir mĂŒssen auf QualitĂ€t und Lebensdauer achten." Förderprogramme und regulatorische Rahmen mĂŒssten deutsche und europĂ€ische Speichertechnologien priorisieren und gleichzeitig Kreislaufwirtschaft und Second-Life-Lösungen standardisieren.
Quartiere als dezentrale Energiesysteme
Praxisprojekte wie die von FRANK im Immenweg oder Speicherlösungen von NAEXT zeigen: PV, BHKW, WĂ€rmepumpen, Ladeinfrastruktur und Batteriespeicher funktionieren zusammen - wenn Politik und Regulierung mitspielen. Intelligente Steuerung, digitale Zwillinge und Lastmanagement erhöhen Autarkie, senken Kosten und stabilisieren Netze. Gesetze mĂŒssten rechtliche HĂŒrden fĂŒr MehrparteienhĂ€user und Quartierslösungen abbauen, standardisierte Mess- und Steuerkonzepte einfĂŒhren und Investitionssicherheit garantieren. Nur so kann die dezentrale Energiewende flĂ€chendeckend umgesetzt werden.
Technologie ist reif - MĂ€rkte sind bereit
"Batteriespeicher sind keine Zukunftsvision mehr. Sie sind zentrale Infrastruktur fĂŒr ein stabiles Energiesystem", erklĂ€rte Fichtner. Nick Zippel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der HWP Handwerkspartner GmbH und MitgrĂŒnder von NAEXT, unterstreicht die praktische Umsetzung: "Der Hamburger Batterietag zeigt: Wir gestalten die Energiewende, statt nur zu diskutieren. Handwerk, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten gemeinsam an Lösungen - und setzen Tempo statt Stillstand. Heute haben wir gezeigt, wie eng die Zusammenarbeit bereits ist: starke Handwerker wie die HWP Handwerkspartner Gruppe sowie fossilfrei ausgerichtete Energieversorger wie FRANK Ecoenergy GmbH und naturstrom bilden eine enge Bande. Dieses Zusammenspiel ist entscheidend, um das Energiesystem konsequent regenerativ umzubauen - fĂŒr eine resiliente Volkswirtschaft und mehr UnabhĂ€ngigkeit von fossilen EngpĂ€ssen wie bei Ăl und Gas." Unternehmerische und technologische Expertise treffen so aufeinander, um die Energiewende greifbar und praktisch umsetzbar zu machen.
Auch aus Sicht der Energiewirtschaft ist die Botschaft eindeutig. Dr. Sarah Debor, GeschĂ€ftsbereichsleiterin bei der naturstrom AG, betonte die wachsende Bedeutung von Mittel- und GroĂspeichern als wirtschaftliches Instrument: "Speicher sind kein Kostentreiber, sondern ein Marktmechanismus. Sie entscheiden darĂŒber, ob erneuerbare GeschĂ€ftsmodelle skalieren können."
Praxis zeigt: Umsetzung ist möglich
Wie Batteriespeicher heute bereits Mehrwert schaffen, zeigten Praxisbeispiele aus Quartieren, GebĂ€uden und der industriellen Anwendung. Henning Behn, GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von NAEXT, machte deutlich, dass Projekte weniger an Technik als an regulatorischer Unsicherheit gebremst werden. Sein Unternehmen entwickelt nachhaltige Batteriespeicher "Made in Germany". "Wenn wir beim Speicherausbau Tempo verlieren, verlieren wir nicht nur Klimaziele, sondern auch industrielle Wertschöpfung." Im Panel diskutierten neben Fichtner, Debor und Behn auch Dr. Enno Wolf, ehemaliger COO von LichtBlick SE, sowie Nick Zippel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der HWP, sowie MitgrĂŒnder von NAEXT.
SystemstabilitÀt statt fossiler Reserve
Die Expertinnen und Experten sind sich einig: Ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien erfordert intelligente Netzintegration, FlexibilitÀt und dezentrale Speicherlösungen - in GebÀuden, Quartieren, Gewerbe und Industrie. "Speicher bremsen nicht - sie ermöglichen", lautete die zentrale Botschaft des Batterietags. Praxisbeispiele aus Quartieren, GebÀuden und der Industrie verdeutlichten: Batteriespeicher schaffen heute bereits Mehrwert. Im Panel wurde deutlich: Nicht ein Zu viel an erneuerbaren Energien gefÀhrdet die Versorgungssicherheit - sondern ein Zu wenig an Speicherlösungen.
Hamburg als Standortsignal
Der Hamburger Batterietag versteht sich bewusst als konstruktiver Gegenpol zu einer energiepolitischen Debatte, die aktuell stĂ€rker auf ZurĂŒckhaltung setzt. Nicht ideologisch, sondern faktenbasiert und marktwirtschaftlich argumentiert die Veranstaltung fĂŒr Beschleunigung, Investitionssicherheit und technologische Offenheit. "Transformation passiert dort, wo gehandelt wird - nicht dort, wo gezögert wird." Der Hamburger Batterietag ist als wiederkehrendes Format geplant.
Teilnehmerliste:
Prof. Dr. Maximilian Fichtner, Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm (HIU) fĂŒr Elektrochemische Energiespeicherung
Dr. Enno Wolf, ehemaliger COO von LichtBlick SE
Nick Zippel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer HWP Handwerkspartner und MitgrĂŒnder von NAEXT
Henning Behn, GeschĂ€ftsfĂŒhrer und MitgrĂŒnder von NAEXT
Dr. Sarah Debor, GeschĂ€ftsbereichsleiterin fĂŒr Urbanes Wohnen und Gewerbe bei naturstrom
Nicola Beck, Leiterin EnergieBauZentrum
Benedikt Leidorf, Head of Energy & Real Estate Solutions bei FRANK und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der FRANK Ecoenergy GmbH
Tomas Fernandez y Wiese, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der HOSENSO GmbH
Martin Spiegel, geschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter der SCADA-Automation
Elektro statt Wasserstoff - pragmatische MobilitÀt
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Pressekontakt:
Leonie Zippel
NAEXT GmbH
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