Prosumer-Report 2024: Eine Million neue Solaranlagen auf deutschen DĂ€chern / Prosumer-Index steigt so stark wie noch nie
26.06.2024 - 09:30:49Der fĂŒr den Report entwickelte Prosumer-Index gewichtet die Technologien und vergleicht ihre aktuelle Verbreitung mit ihrem Potenzial. Vor allem PV-Anlagen, Speicher und WĂ€rmepumpen boomen bei Eigenheimbesitzer*innen. Das hat nicht zuletzt finanzielle GrĂŒnde: In 20 Jahren könnten Prosumer in Deutschland mit dem Einsatz aller Technologien bis zu 730 Milliarden Euro einsparen.
Prosumer sind Produzent*innen (PROducer) und Konsument*innen (conSUMER) von Solarstrom. Sie erzeugen einen GroĂteil ihres Energiebedarfs selbst. In Deutschland eignen sich die DĂ€cher von 11,1 Millionen Ein- und ZweifamilienhĂ€usern fĂŒr den wirtschaftlichen Einsatz von Photovoltaik (PV). Diese Eigenheime bilden das Prosumer-Potenzial.
Sieben grĂŒne SchlĂŒsseltechnologien: PV an der Spitze, Smart Meter abgeschlagen
Der Report untersucht zum dritten Mal sieben SchlĂŒsseltechnologien fĂŒr die Energiewende und ihren Einsatz im Eigenheim. Bei allen Technologien - auĂer dem Smart Meter - hat sich der Zubau 2023 beschleunigt. Nach wie vor am weitesten verbreitet sind PV-Anlagen (27 Prozent), die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um fast 10 Prozent zulegen. Rund eine Million neue Solaranlagen wurden 2023 auf deutschen Ein- und ZweifamilienhĂ€usern installiert. Einen Boom verzeichnet auch das GeschĂ€ft mit Speicher- und smarten Energiemanagementsystemen - hier verdoppelte sich die Anzahl auf 1,2 Millionen (Speicher) bzw. 1,3 Millionen (Energiemanagement) eingesetzte GerĂ€te.
Weitere Prosumer-Technologien sind Wallboxen (bei 15 Prozent in Verwendung), WĂ€rmepumpen (12 Prozent) und Elektroautos (7 Prozent). Schlusslicht ist nach wie vor das Smart Meter - es kommt lediglich bei 0,7 Prozent aller Prosumer (75.000 Haushalte) zum Einsatz und bleibt damit weit unter den Erwartungen. Insgesamt steigt der Prosumer-Index gegenĂŒber dem Vorjahr um 5,3 Punkte auf 16,9 von 100 möglichen Punkten. 100 Punkte wĂ€ren gleichbedeutend mit einer Vollausstattung aller 11,1 Millionen solarfĂ€higen Eigenheime mit allen sieben Prosumer-Technologien.
81 Milliarden Kilowattstunden Sonnenstrom: Prosumer könnten 76 Prozent ihres Energiebedarfs erzeugen
"Die Ergebnisse zeigen einen Rekordzubau bei vielen Prosumer-Technologien - im Eigenheim wird noch stĂ€rker in die Energiewende investiert. Diese Entwicklung ist erfreulich. Besorgniserregend ist allerdings der Smart-Meter-Ausbau, denn er ist und bleibt der zentrale Baustein zur Flexibilisierung von Prosumer-Potenzialen", bilanziert Anja Fricke, Unternehmenssprecherin von LichtBlick. "Die alte Energiewelt vom einfachen "An" und "Aus" zentraler Kraftwerke gibt es nicht mehr, die Steuerung von Verbrauch und Erzeugung auf Prosumer-Ebene ist komplex. DafĂŒr brauchen wir dringend mehr Smart Meter in Deutschland." Das Potenzial ist riesig: WĂ€hrend Prosumer heute nur sieben Prozent ihres aktuellen Energiebedarfs erzeugen, könnte es eigentlich mehr als das Zehnfache (76 Prozent) sein. Damit lieĂen sich 10 mittlere Kohlekraftwerke ersetzen.
Prosumer-Lösungen entlasten dabei nicht nur das Klima, sondern sind sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung trotz anfĂ€nglich hoher Investitionen wirtschaftlich attraktiv. Das zeigen zwei reprĂ€sentative Modellrechnungen ĂŒber einen Zeitraum von 20 Jahren, die tournesol energy fĂŒr LichtBlick im Rahmen des Reports angefertigt hat. Dabei werden Investitions- und Energiekosten von Prosumer-HĂ€usern mit fossilen Alternativen fĂŒr Strom, WĂ€rme und MobilitĂ€t verglichen. Prosumer sparen ĂŒber diesen Zeitraum so bis zu 66.000 EUR (Sanierung) bzw. 63.000 EUR (Neubau).
Mit FlexibilitÀtslösungen 3.000 EUR Einsparung zusÀtzlich möglich
In Zukunft winken Prosumern zusĂ€tzliche Erlöse, wenn sie ihre FlexibilitĂ€tspotenziale ĂŒber einen "Aggregator" (z.B. einen Energieversorger) direkt am Markt verkaufen. Die StromflĂŒsse im Prosumer-Haus werden dann ohne KomforteinbuĂen nach Preissignalen aus dem Markt gesteuert. Mithilfe von optimierter flexibler Lastverschiebung und einem dynamischen Tarif wird Strom dann gekauft, wenn er gĂŒnstig ist - und verkauft, wenn der Börsenpreis hoch ist. Das Zusammenspiel von flexiblen Preisen zur Einspeisung und Ausspeisung sowie zur optimierten Lastverschiebung kann die Stromkosten insgesamt weiter senken bzw. die Einnahmen erhöhen. Auf 20 Jahre hochgerechnet können Prosumer damit zusĂ€tzlich noch 3.000 EUR sparen.
Hochauflösendes Bildmaterial sowie den gesamten Prosumer Report 2024 gibt es hier zum Download.
Pressekontakt:
Anja Fricke, Lead Communication
Tel. +49 40 63601159, anja.fricke@lichtblick.de
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