Hamburg verschickt 26.000 neue Grundsteuerbescheide
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWeil der rot-grĂŒne Senat die maĂgebliche Wohnlagen-Verordnung nach eigenen Angaben aktualisiert hat, Ă€ndert sich fĂŒr sie zum 1. Januar 2027 die Höhe der zu entrichtenden Steuer. In etwa 13.000 FĂ€llen werde es gĂŒnstiger, weil die Wohnlage von gut auf normal geĂ€ndert worden sei, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Auf der anderen Seite werde es aber in etwa 12.000 FĂ€llen teurer, weil die Wohnlage von normal auf gut hochgestuft worden sei.
Rund 6.000 FĂ€lle erstmals bestimmt
DarĂŒber hinaus seien in etwa 6.000 FĂ€llen erstmals die Wohnlage bestimmt worden - in 5.000 FĂ€llen sei die bisher schon angenommene normale Wohnlage bestĂ€tigt worden, in 1.000 FĂ€llen wurde sie als gut bewertet. Insgesamt fĂŒhrten die Hochstufungen in eine gute Wohnlage zu Steuermehreinnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro, sagte Dressel. Die Abwertungen bei der Wohnlage dagegen brĂ€chten voraussichtlich ein Minus von etwa 1,5 Millionen Euro. Der Senat rechne aber nach wie vor mit Gesamteinnahmen in Höhe von 515 Millionen Euro.
Steuerpflichtige mĂŒssten jetzt nichts tun, betonte Dressel. Anders als in anderen BundeslĂ€ndern, deren Grundsteuermodelle bei solchen Neubewertungen komplett neu ausgefĂŒllt werden mĂŒssten, passiere die Ănderung in Hamburg von Amts wegen. "Da bin ich jetzt echt heilfroh, und ich glaube, alle Steuerpflichtigen auch", sagte Dressel.
Alte DauerauftrÀge Àndern
Der Finanzsenator erinnerte aber daran, noch bestehende alte DauerauftrĂ€ge anzupassen beziehungsweise zu kĂŒndigen und durch ein SEPA-Mandat zu ersetzen. Dann werde immer zur richtigen Zeit der richtige Betrag eingezogen. Dressel sagte, gegen die Steuerbescheide könne auch Einspruch eingelegt werden. Am 11. November stehe auch die mĂŒndliche Verhandlung zum Hamburger Grundsteuermodell beim Bundesfinanzhof an. Er sei aber zuversichtlich, "dass wir da auch grĂŒnes Licht bekommen", sagte Dressel.
Die Wohnlage wird laut Dressel durch zahlreiche Faktoren bestimmt. Dazu zĂ€hlten etwa der Bodenrichtwert, der GrĂŒnanlagenanteil und die NĂ€he zur nĂ€chsten U-Bahn-, S-Bahn- oder Busstation. Ausschlaggebend seien auch Nahversorgungseinrichtungen und LĂ€rmquellen.
