GeschÀftslage im Handwerk weitgehend stabil
03.11.2023 - 07:36:27Das Handwerk schÀtzt die GeschÀftslage als stabil ein. Das geht aus dem Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zum dritten Quartal hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Wie bereits im Vorjahreszeitraum und im ersten Quartal 2023 bewerteten 48 Prozent der an den zugrundeliegenden Umfragen beteiligten Handwerksbetriebe die GeschĂ€ftslage als gut. Die Erwartungen sind demnach getrĂŒbt, aber etwas weniger pessimistisch als vor einem Jahr.
Die Nachfrage nach handwerklichen Erzeugnissen und Dienstleistungen wurde laut ZDH von sinkenden Energiekosten und einer leichten Belebung des privaten Konsums stabilisiert. Zudem stĂŒtzten die in den Vorjahren aufgebauten hohen AuftragsbestĂ€nde. Wenig rosig war dagegen die Lage im Baugewerbe, wo hohe Material- und gestiegene Finanzierungskosten besonders bei Wohnungsneubauten zu einem deutlichen DĂ€mpfer fĂŒhrten.
Die GeschĂ€ftserwartungen lieĂen im Baubereich einen deutlichen Einbruch erwarten. Bergauf ging es indes im Kfz-Gewerbe, das von deutlich gestiegenen Absatzzahlen fĂŒr Pkw profitierte. Den WerkstĂ€tten kommen besser verfĂŒgbare Ersatzteile zugute. Der Bericht beruht auf Befragungen von Handwerkskammern und Innungen, an denen laut ZDH 22 671 Firmen teilnahmen.
Forderung nach Entlastung
ZDH-GeneralsekretĂ€r Holger Schwannecke sprach von «insgesamt getrĂŒbten und besonders im Bauhauptgewerbe sehr pessimistischen GeschĂ€ftserwartungen». Er mahnte politische Entscheidungen zur Verbesserung der WettbewerbsfĂ€higkeit an. Das Handwerk sei dem Standort treu und weiche nicht ins Ausland aus. «Daher ist es fĂŒr Handwerksbetriebe so wichtig, dass keine weiteren Belastungen hinzukommen, sondern im Gegenteil etwa bei der BĂŒrokratie und bei Abgaben endlich fĂŒr Entlastungen gesorgt wird.»
Schwannecke zĂ€hlte eine Reihe Baustellen auf: «FachkrĂ€ftesicherung und StĂ€rkung der Beruflichen Bildung, BĂŒrokratieabbau, bezahlbare und verlĂ€ssliche Energie, eine geringere Steuer- und Sozialabgabenbelastung, beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren, mehr Tempo beim Infrastrukturausbau und der Digitalisierung».
Zwar seien Entlassungen in gröĂerem Umfang im Handwerk kein Thema, so Schwannecke. «Vielmehr sind BeschĂ€ftigungsrĂŒckgĂ€nge vor allem darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Stellen wegen fehlender FachkrĂ€fte nicht nach- oder neu besetzt werden können.» Das liege an der demografischen Entwicklung, «aber auch in einer jahrzehntelangen, viel zu einseitigen bildungspolitischen Fokussierung auf den akademischen Bereich». Die berufliche Bildung sei ins Hintertreffen geraten, die mĂŒsse sich Ă€ndern.
Handwerk gegen Industriestrompreis
Die Bundesregierung lasse ein Gesamtkonzept vermissen fĂŒr die VerlĂ€sslichkeit und Bezahlbarkeit von Energie, monierte Schwannecke. «Um zu wettbewerbsfĂ€higen Energiepreisen zu kommen, wĂ€re die Senkung der Stromsteuer auf das europĂ€ische MindestmaĂ aus Sicht des Handwerks eine geeignete und erste wichtige MaĂnahme.» Er sprach sich gegen den von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck befĂŒrworteten vergĂŒnstigen Industriestrompreis aus, da diese nur wenigen zugutekomme, aber von der Allgemeinheit finanziert werden mĂŒsse.


