HandwerksprÀsident, Wirtschaftslage

HandwerksprÀsident vergleicht Wirtschaftslage mit 2005

21.11.2024 - 18:17:40

HandwerksprÀsident Jörg Dittrich hat die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland mit der von 2005 verglichen.

"Damals waren die Lohnzusatzkosten zu hoch, wir mussten die Wiedervereinigung finanzieren und hatten fast fĂŒnf Millionen Arbeitslose. Auch jetzt steigt die Arbeitslosigkeit trotz des demografischen Wandels", sagte der PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) dem "Mannheimer Morgen" (Freitag).

WĂ€ren heute genauso viele junge Menschen verfĂŒgbar wie damals, lĂ€gen die Arbeitslosenzahlen seiner EinschĂ€tzung nach bereits auf einem Ă€hnlichen Niveau wie vor knapp 20 Jahren.

Im Handwerk sei die Situation besonders angespannt, warnte Dittrich. Nach SchÀtzungen des Verbands könnten in diesem Jahr etwa 80.000 ArbeitsplÀtze wegfallen - nicht durch Entlassungen, sondern weil viele Betriebe stillschweigend aufgeben.

Der ZDH-PrĂ€sident kritisiert die fehlende Aufmerksamkeit fĂŒr diese Entwicklung. In Berlin werde ĂŒber die Probleme der Industrie gesprochen, aber das schleichende Sterben im Handwerk bliebe unbeachtet.

Dittrich appellierte an die Politik, die Herausforderungen des Handwerks in den Fokus zu rĂŒcken. Dieses sei gerade fĂŒr den Mittelstand ein unverzichtbarer Pfeiler der deutschen Wirtschaft. Klar sei aber auch, dass der Staat dafĂŒr die Rahmenbedingungen Ă€ndern mĂŒsse. "Steuern, Abgaben, Energiepreise, da muss sich etwas tun, sonst sind wir kĂŒnftig nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig."

@ dpa.de