HandwerksprÀsident kritisiert Fokus der Politik auf Industrie
11.01.2025 - 11:29:40"Das ist ein groĂes Ărgernis", sagte Dittrich der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Kanzler und SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz habe BetriebsrĂ€te von VW DE0007664039 und anderen Konzernen eingeladen. "Auch im Handwerk sind im vergangenen Jahr rund 80 000 ArbeitsplĂ€tze verloren gegangen. Das war aber offensichtlich nicht wichtig genug, um dies im Kanzleramt konkret zu besprechen: Wie wir das verhindern, wie wir diese KapazitĂ€ten erhalten."
Die neue Bundesregierung mĂŒsse den Mittelstand stĂ€rken, sagte der PrĂ€sident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Er forderte eine verlĂ€ssliche mittelstandsorientierte Politik, die Ausbildung, Digitalisierung und die Energiewende voranbringe. Es brauche ein wirtschaftsfreundliches Umfeld, das Handwerksbetriebe stĂ€rke und ihnen die notwendige Planungssicherheit biete. "Europafeindliche Haltungen, die den Binnenmarkt und den internationalen Austausch gefĂ€hrden, lehnen wir ab, da sie die Existenzgrundlage vieler Handwerksbetriebe bedrohen."
Zu VorschlĂ€gen der SPD und GrĂŒnen ĂŒber staatliche InvestitionszuschĂŒsse sagte Dittrich: "Man kann WettbewerbsfĂ€higkeit nicht herbeisubventionieren. Wo sind die VorschlĂ€ge, um die KostenschĂŒbe in den Sozialsystemen zu vermindern?"
Sorgen im Handwerk
Gesellschaft, Wirtschaft und Handwerk seien aktuell von Unsicherheit geprĂ€gt, ausgelöst durch geopolitische Konflikte, den demografischen Wandel, Digitalisierung und weitere technologische und hĂ€ufig als bedrohend empfundene Entwicklungen wie etwa KĂŒnstliche Intelligenz, sagte Dittrich. "Bei vielen Menschen dominieren die Sorgen, dass es nur schlechter werden kann. Gleichzeitig spĂŒren wir in den Betrieben und bei den BeschĂ€ftigten eine groĂe Sehnsucht nach positiver VerĂ€nderung." Dennoch werde viel zu wenig darauf fokussiert, dass der Wandel aktiv gestalten werden könne. "Wir wissen, wo die UnzulĂ€nglichkeiten und Defizite liegen, bei denen VerĂ€nderungen nötig sind. Jetzt gilt es, diese auch mutig anzugehen."
Neustart
"Deutschland braucht den Neustart", so Dittrich. "Wir fordern von der Politik entschlossene Signale: Entlastung, StabilitĂ€t und Aufbruch. Die neue Regierung muss durch richtige Weichenstellung die wirtschaftspolitische Kehrtwende einleiten." Die Wirtschaft mĂŒsse wieder in den Fokus genommen werden, sagte der HandwerksprĂ€sident, der selbst ein Unternehmen fĂŒhrt. "Alles, was vor uns steht, erfordert eine starke Wirtschaft - der Erhalt der Sozialsysteme, die Investitionen, die im Klima notwendig sind, wie auch unser geopolitischer Einfluss, den wir uns wĂŒnschen, inklusive der Sicherheit."
Es gelte, die berufliche Bildung zu stĂ€rken. Seit Jahrzehnten bestehe eine permanente Benachteiligung der beruflichen Bildung, die sowohl finanziell als auch ideell gegenĂŒber dem akademischen Bereich stiefmĂŒtterlich behandelt werde.

