Cyberkriminelle, Insider

iX-Interview: Cyberkriminelle rekrutieren Insider / Unternehmensspionage nimmt zu

25.03.2024 - 11:00:06

Hannover - Die Bedrohung durch Insider in Unternehmen, die ihre ZugÀnge im Darknet verkaufen, wÀchst rasant. Im Jahr 2022 sahen sich 67 Prozent aller Unternehmen verstÀrkt mit internen Sicherheitsrisiken konfrontiert, vor allem in den Sektoren Finanzen, Dienstleistung, Industrie und Telekommunikation. Im Interview mit dem IT-Profimagazin iX, Ausgabe 4/24, erlÀutert Sicherheitsexperte Sergey Shykevich die Funktionsweise des Insiderhandels und gibt Tipps zur Risikominderung.

Viele Unternehmen haben ihre Sicherheitsvorkehrungen ausgebaut, sodass Cyberkriminelle mittlerweile zu unkonventionellen Maßnahmen greifen: In Anzeigen unterbreiten sie lukrative Angebote, um Daten sogenannter InnentĂ€ter zu kaufen. DarĂŒber hinaus bieten auch Angestellte ihren privilegierten Zugang an.

Sicherheitsexperte Sergey Shykevich unterscheidet im GesprĂ€ch mit Kornelius Kindermann vom Magazin iX zwei Typen von Insidern: "Mitarbeiter auf niedriger Ebene eines Unternehmens, die keinen tiefen Zugriff haben, aber genug fĂŒr Cyberkriminelle bieten können, und Insider, die Teil der Stammbelegschaft eines Unternehmens sind und sich dazu entscheiden, Insiderdienste anzubieten, wenn sie dringend Geld benötigen oder unzufrieden sind."

Als Schutz gegen InnentĂ€ter empfiehlt Experte Shykevich drei AnsĂ€tze: "Durch einen technischen Ansatz, also die Überwachung von Datenströmen, sowie eine gesunde Vorsicht, wenn Mitarbeiter Zugriff fĂŒr Ressourcen anfragen, nach denen sie noch nie gefragt haben." Shykevich ergĂ€nzt: "Ein letzter Schritt wĂ€re das Sammeln von Informationen im Dark wie auch im Clear Web, wenn sich ein Angestellter schon dazu entschieden hat, zum Insider zu werden."

Um diese Situation zu vermeiden, mĂŒsse unter den Angestellten rechtzeitig ein Bewusstsein dafĂŒr geschaffen werden, wie drastisch die Konsequenzen sein können. "Das ist Diebstahl, der aufgrund des angerichteten Schadens nicht selten mit GefĂ€ngnisstrafen geahndet wird und so das Leben des TĂ€ters zerstören kann", warnt Sergey Shykevich.

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