Lösung, LiquiditÀtsprobleme

Die Lösung aller LiquiditÀtsprobleme? Externer CFO klÀrt auf, was es mit dem Factoring auf sich hat - und wer wirklich davon profitiert

16.05.2024 - 13:45:00 | presseportal.de

Hannover - Kaum etwas ist fĂŒr Unternehmen frustrierender, als lange auf Zahlungen warten zu mĂŒssen. Das Factoring bietet eine scheinbar simple Lösung: Indem Unternehmen offene Forderungen an spezielle Dienstleister verkaufen, erhalten sie bares Geld, das sie sofort reinvestieren können.

Die Lösung aller LiquiditÀtsprobleme? Externer CFO klÀrt auf, was es mit dem Factoring auf sich hat - und wer wirklich davon profitiert - Foto: presseportal.de
Die Lösung aller LiquiditÀtsprobleme? Externer CFO klÀrt auf, was es mit dem Factoring auf sich hat - und wer wirklich davon profitiert - Foto: presseportal.de

Factoring ist jedoch kein Allheilmittel fĂŒr die LiquiditĂ€t, sondern kann bei falscher Anwendung sogar dazu fĂŒhren, dass Unternehmen insolvent werden. Dennoch gibt es AnwendungsfĂ€lle, in denen es Sinn ergibt, Factoring zu betreiben. Dieser Beitrag beleuchtet das Thema Factoring genauer und erklĂ€rt, wann diese Vorgehensweise wirklich sinnvoll ist.

Factoring lockt mit schnellem Geld - Risiken oft unterschÀtzt

Fehlende LiquiditĂ€t ist gerade fĂŒr schnell wachsende Unternehmen ein großes Problem. Nur wenn das Bankkonto gefĂŒllt ist, können eigene Ausgaben beglichen und Projekte finanziert werden. Dabei gilt allgemein: Je frĂŒher das Geld auf dem Konto ist, desto besser ist dies fĂŒr das Unternehmen.

Die Versuchung ist also groß, Forderungen kurzerhand zu verkaufen, um innerhalb weniger Tage an Geld zu kommen, ohne sich selbst um das Forderungsmanagement kĂŒmmern zu mĂŒssen. Der Factor, der die Forderungen kauft, profitiert von diesem Modell, indem er Zinsen und GebĂŒhren fĂŒr seine Leistung verlangt.

Negative Effekte von Factoring auf die Bilanz

Diese Kosten wirken sich jedoch negativ auf die Unternehmensbilanz aus. So sorgen die Zinsen und GebĂŒhren des Factors dafĂŒr, dass sich die effektiven Gewinne des Unternehmens verringern. In HĂ€rtefĂ€llen oder bei schneller Reinvestition wird auf dem Papier sogar ein Minus erwirtschaftet, das dazu fĂŒhrt, dass sich Eigenkapitalanteil und BonitĂ€t reduzieren.

Auf Dauer wird es also schwerer fĂŒr Unternehmen, an Darlehen zu kommen, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Auf rechtlicher Seite kann es sogar zu einer Insolvenzantragspflicht kommen, wenn die Eigenkapitalquote des Unternehmens ins Negative gerĂ€t. In solchen FĂ€llen muss eine positive FortfĂŒhrungsprognose nachgewiesen werden, um die Insolvenz zu vermeiden.

Factoring als Lösung fĂŒr unmittelbare LiquiditĂ€tsprobleme

Unternehmen, die erwĂ€gen, durch Factoring ihre LiquiditĂ€t aufzubessern, sollten diese Entscheidung daher nur treffen, wenn sie sich in einer Lage befinden, in der dies zu verantworten ist. Steht zum Beispiel die Übergabe des Unternehmens bevor, bietet Factoring eine Möglichkeit, Gewinne sofort auszuschĂŒtten - die Übergabe geht also schneller vonstatten.

Auch bei der Arbeit mit Konzernen oder anderen Großunternehmen kann Factoring durchaus sinnvoll sein. Diese Unternehmen haben in der Regel eine hohe BonitĂ€t, aber lange Zahlungsziele - zu Projektbeginn fließt somit kein Kapital. Es ist aber durch die hohe BonitĂ€t des Kunden möglich, zu guten Konditionen Factoring zu betreiben, um eigene Ausgaben zu decken.

Kein Factoring ohne ausreichend hohe Gewinnmargen und Eigenkapital

Zuletzt kann Factoring auch dazu genutzt werden, um exponentielles Wachstum, sogenannten Hypergrowth, zu finanzieren. Steht sofort Geld zur VerfĂŒgung, kann das Unternehmen schneller wachsen. Dabei ist jedoch immer darauf zu achten, dass die Eigenkapitalquote positiv bleibt - es mĂŒssen also zusĂ€tzlich Investoren gefunden werden, die das Unternehmen mit Eigenkapital versorgen.

Damit sich Factoring lohnt, muss zudem immer die Gewinnmarge in Betracht gezogen werden. In der Regel ist aufgrund der Kosten fĂŒr das Factoring mit etwa 10 Prozent geringeren Margen zu rechnen, wenn Forderungen verkauft werden. Deshalb ist es nur sinnvoll, Factoring zu betreiben, wenn diese Einbußen zu verschmerzen sind.

Bedingungen fĂŒr Factoring stets genau prĂŒfen

Factoring ist also kein Wundermittel fĂŒr LiquiditĂ€tsprobleme, sondern vielmehr ein zweischneidiges Schwert, das nur nach sorgfĂ€ltiger PrĂŒfung der UmstĂ€nde eingesetzt werden sollte. Insbesondere ersetzt es weder das Forderungsmanagement noch eine sorgfĂ€ltige Kundenauswahl - schließlich kauft kein Factor Forderungen an, die ihm keinen Gewinn einbringen.

Umgekehrt steigt das Risiko fĂŒr Insolvenz und finanzielle Probleme langfristig an, wenn Factoring falsch betrieben wird. Unternehmen sollten daher immer einen Experten konsultieren, bevor sie Forderungen verkaufen. Nur so können sie dauerhaft von den Vorteilen dieses Modells profitieren.

Über Robert Giebenrath:

Robert Giebenrath ist GrĂŒnder der RG Finance GmbH, externer CFO und Unternehmensberater. Er unterstĂŒtzt gemeinsam mit seinem Experten-Team deutsche Wachstumsbetriebe dabei, eine optimale finanzielle Planung inklusive Absicherung umzusetzen. HierfĂŒr greifen die Finanzprofis der RG Finance GmbH auf ein ausgeklĂŒgeltes Controlling- und Risikomanagement-System fĂŒr eine sichere Skalierung zurĂŒck. Mehr dazu erfahren unter: https://www.rg-finance.de/

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