Heizöl in Bremen: Preis steigt binnen Monaten um knapp 70 Prozent
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 11:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die WĂ€rmeversorgung im Land Bremen stĂŒtzt sich weiterhin massiv auf fossile EnergietrĂ€ger. Wie Daten des Zensus 2022 belegen, werden 66,5 % aller Wohnungen im Bundesland mit Gas beheizt. FernwĂ€rme folgt mit einem Anteil von 19,3 % an zweiter Stelle, wĂ€hrend 12,7 % der Haushalte auf Heizöl setzen.
Alternative Energiequellen wie Solarenergie, Geothermie oder WĂ€rmepumpen spielen mit einer Quote von lediglich 1,5 % bislang eine untergeordnete Rolle. Diese einseitige Ausrichtung auf konventionelle Heizsysteme rĂŒckt angesichts aktueller Preisentwicklungen und angekĂŒndigter Anpassungen der Energieversorger verstĂ€rkt in den Fokus.
Preisdruck bei der Gasversorgung und Ausblick auf 2027
FĂŒr den GroĂteil der Bremer Haushalte, die mit Gas heizen, haben sich die Kosten in den letzten Monaten bereits spĂŒrbar erhöht. In der Grundversorgung des regionalen Energieversorgers SWB liegt der Arbeitspreis aktuell bei 11,95 ct/kWh, ergĂ€nzt um einen Grundpreis von 13,38 Euro pro Monat.
FĂŒr ein beispielhaftes Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 18.000 kWh ergeben sich daraus jĂ€hrliche Kosten von rund 2.312 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 85 Euro im Vergleich zum Preisniveau vor der letzten Erhöhung im Juli.
Eine Entspannung der Lage ist vorerst nicht abzusehen. Nach Angaben von SWB ist zum 1. Januar 2027 eine weitere Anpassung der Gaspreise geplant. Ăber die genaue Höhe der kĂŒnftigen Tarife liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Informationen vor, doch deutet die AnkĂŒndigung auf eine Fortsetzung der volatilen Preisgestaltung hin.
Drastische Preissteigerungen bei Heizöl
Besonders stark betroffen von der Teuerung sind Haushalte, die Heizöl nutzen. In der vergangenen Woche wurden fĂŒr das Land Bremen Preise von 169,74 Euro pro 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern verzeichnet. Dies stellt eine massive Erhöhung gegenĂŒber dem FrĂŒhjahr dar: Ende Februar lag der Preis fĂŒr dieselbe Menge noch bei 100,76 Euro. Damit haben sich die Kosten fĂŒr Heizöl innerhalb weniger Monate um knapp 70 % verteuert, was die Budgetplanung fĂŒr betroffene Immobilienbesitzer erheblich erschwert.
Heizöl kostete im Land Bremen zuletzt 169,74 Euro pro 100 Liter â Ende Februar waren es noch 100,76 Euro, ein Plus von knapp 70 Prozent. Wer seine Heizkosten fĂŒr die kommende Saison planen will, braucht belastbare Vergleichszahlen statt BauchgefĂŒhl. Unser kostenloser Report stellt Gas, Heizöl und FernwĂ€rme fĂŒr ein Beispielhaus gegenĂŒber und zeigt, welche Schritte jetzt sinnvoll sind. Kostenlosen Heizkosten-Report anfordern
FernwÀrme: Kostensteigerungen durch verÀnderte Tarifstrukturen
Auch im Bereich der FernwĂ€rme mĂŒssen sich Verbraucher auf höhere Belastungen einstellen. Ab Oktober wird der Verbrauchspreis bei SWB auf 13,55 ct/kWh festgesetzt. Neben dem reinen Verbrauch fallen insbesondere die gestiegenen Fixkosten ins Gewicht.
Bei NeuvertrÀgen, die seit April 2025 abgeschlossen wurden, hat sich der Leistungspreis drastisch erhöht. Dieser liegt nun bei 48,59 Euro pro kW und Jahr, wÀhrend er in Àlteren VertrÀgen noch mit 6,33 Euro berechnet wurde.
Die Auswirkungen dieser strukturellen Ănderungen verdeutlicht ein Vergleich fĂŒr ein Standard-Wohnhaus mit einem Bedarf von 18.000 kWh und einer Anschlussleistung von 12 kW.
Bei NeuvertrĂ€gen fĂŒr FernwĂ€rme liegt der Leistungspreis inzwischen bei 48,59 Euro pro kW und Jahr â in Ă€lteren VertrĂ€gen waren es 6,33 Euro. FĂŒr ein Standard-Wohnhaus bedeutet das ĂŒber 500 Euro Mehrkosten jĂ€hrlich. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, welche Fördermittel fĂŒr WĂ€rmepumpe und Solar zur VerfĂŒgung stehen und wie Sie Ihren Versorger Schritt fĂŒr Schritt prĂŒfen. Fördermittel-Leitfaden jetzt sichern
WĂ€hrend die jĂ€hrlichen Gesamtkosten in einem bestehenden Altvertrag bei rund 2.600 Euro liegen, mĂŒssen Kunden mit einem Neuvertrag fĂŒr die gleiche Energiemenge etwa 3.130 Euro aufwenden. Diese Differenz von ĂŒber 500 Euro pro Jahr unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung, die mit dem Wechsel oder Neuabschluss von FernwĂ€rmevertrĂ€gen einhergeht.
Angesichts der geringen Verbreitung regenerativer Heizsysteme im Land Bremen bleibt die AbhĂ€ngigkeit der privaten Haushalte von der Preisentwicklung an den MĂ€rkten fĂŒr Gas, Ăl und FernwĂ€rme auf einem hohen Niveau bestehen.
