Heizungsthermostat: 1 Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale rund 6 Prozent
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 14:17 Uhr | Redaktion boerse-global.deAngesichts der kalten Jahreszeit haben Verbraucherorganisationen und Fachportale umfassende Empfehlungen zur korrekten Einstellung von Heizungsthermostaten vorgelegt. Mit einfachen Anpassungen der Raumtemperatur und grundlegenden Kontrollen an Heizkörpern lassen sich die laufenden Ausgaben für Energie deutlich verringern, ohne dabei auf notwendigen Komfort zu verzichten.
Bereits kleine Temperaturänderungen bringen spürbare Einsparungen
Nach Angaben der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission liegt die durchschnittliche Raumtemperatur in EU-Wohnungen bei über 22 °C. Viele Haushalte kämen jedoch bereits mit 19 bis 20 °C aus. Wird das Thermostat um lediglich 1 °C gesenkt, spare dies 7 % an Heizenergie ein, was auf der Jahresrechnung eine Entlastung von bis zu 70 Euro bedeuten könne.
Die Verbraucherzentrale beziffert den Richtwert im Rahmen einer Faustregel auf rund 6 % Energieersparnis pro Grad reduzierter Raumtemperatur, weist jedoch darauf hin, dass der tatsächliche Effekt von der Dämmung, den Außentemperaturen sowie der Heizungsanlage abhängt.
In einer Modellrechnung der Verbraucherzentrale bringt eine Reduzierung um 1 °C bei Heizkosten von 1.500 € eine Ersparnis von rund 90 €. Wer die Temperatur von 22 auf 20 °C absenkt, mindert den Heizenergieverbrauch demnach um rund 13 bis 14 %.
Zusätzliches Potenzial bieten moderne Regeleinheiten. Laut dem Umweltbundesamt ermöglichen programmierbare Thermostate Einsparungen von rund 10 %. Smarte beziehungsweise digitale Modelle können den Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der EU-Kommission zufolge sogar bis zu 15 % der Kosten einsparen.
Richtwerte für einzelne Wohnräume und Thermostatstufen
Für ein optimales Verhältnis zwischen Behaglichkeit und Kosten empfehlen die Experten abgestufte Temperaturen für die verschiedenen Wohnbereiche. Die Verbraucherzentrale nennt folgende Orientierungswerte:
- Wohnzimmer sowie Arbeitszimmer: 20 bis 21 °C
- Küche: 18 bis 20 °C
- Schlafzimmer und Flur: 16 bis 18 °C
- Badezimmer während der Nutzung: 21 bis 23 °C
Das Umweltbundesamt rät zu ähnlichen Werten und empfiehlt etwa 20 °C im Wohnzimmer, rund 18 °C in der Küche und circa 17 °C im Schlafzimmer. Bei mehrstündiger Abwesenheit oder nachts reiche eine Absenkung auf etwa 18 °C, bei mehrtägiger Abwesenheit genügen circa 15 °C.
Klassische Thermostatköpfe lassen sich diesen Werten über ihre Stufen zuordnen: Stufe 1 entspricht in etwa 12 °C, Stufe 2 circa 16 °C, Stufe 3 etwa 20 °C, Stufe 4 rund 24 °C und Stufe 5 etwa 28 °C. Die Frostschutzstellung hält den Heizkörper auf etwa 6 °C.
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Typische Bedienfehler und begleitende Maßnahmen
Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft das schnelle Aufheizen: Wie der britische Energy Saving Trust klarstellt, führt ein übermäßig hoch eingestelltes Thermostat keineswegs dazu, dass sich der Raum schneller erwärmt; der Heizvorgang dauert lediglich länger.
Zudem raten Fachleute davon ab, die Heizung bei Abwesenheit vollständig auszuschalten, da sonst das Schimmelrisiko steigt. Bei einer Raumlufttemperatur von 20 °C und 50 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei 9,3 °C. Um Bauschäden vorzubeugen, sollte die Raumtemperatur 16 °C nicht unterschreiten.
Die Verbraucherzentrale NRW rät vor dem Start der Heizperiode zu mehreren konkreten Prüfungen. Dazu zählen das Entlüften der Heizkörper, die Überprüfung des Wasserdrucks, das Einstellen der Zeitsteuerung bei Gasheizungen sowie die Umstellung von Wärmepumpen auf den Winterbetrieb.
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Zudem müssen Heizkörper und Thermostate frei von Hindernissen bleiben. Möbel und Sofas sollten mindestens 30 Zentimeter Abstand haben, Vorhänge dürfen die Heizflächen nicht verdecken und Verkleidungen sollten vermieden werden.
Ungedämmte Rohrleitungen lassen sich oft mit geringen Ausgaben von etwa 5 bis 10 Euro pro Meter isolieren, was jedes Jahr mehrere Euro je Meter einsparen kann. Das Schließen von Rollläden in den Abendstunden senkt den Wärmeverlust über die Fenster zusätzlich um etwa 20 %.
