Helmholtz-Zentrum, Geschäftsführer

Helmholtz-Zentrum: Geschäftsführer freigestellt wegen Spionage-Verdacht

25.06.2026 - 11:10:20 | boerse-global.de

Deutsche Forschungseinrichtungen sind zunehmend Ziel chinesischer Geheimdienste. Verfassungsschutz und BSI fordern mehr Schutz und neue Maßnahmen.

Verfassungsschutz warnt: Chinesische Spionage bedroht deutsche Forschung
Helmholtz-Zentrum - Eine dunkle Figur betrachtet ein holografisches Gehirn über einem Universitätsgebäude bei Dämmerung, das Spionage und Technologiediebstahl symbolisiert. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders chinesische Akteure zielen auf sensible Technologien ab.

Auf einer Cybersicherheits-Konferenz in Potsdam forderte Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen am heutigen Donnerstag eine deutliche Steigerung der Wachsamkeit an Hochschulen. Deutschland stehe verstärkt im Fokus chinesischer Dienste, die wissenschaftliches Know-how durch Kontaktaufnahmen, Cyberangriffe oder die Anwerbung von Insidern extrahieren wollten. Auch BSI-Präsidentin Claudia Plattner kündigte an, bestehende Schutzmaßnahmen grundlegend zu überdenken.

Sicherheitsvorfälle am Helmholtz-Zentrum

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Cispa Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken. Die Behörden untersuchen dort einen möglichen Abfluss von Wissen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit nach China. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger forderte am Dienstag eine lückenlose Aufklärung.

Der wissenschaftliche Geschäftsführer des Zentrums, Michael Backes, wurde freigestellt. Ein externer Sonderprüfer soll die Vorgänge untersuchen. Sämtliche Forschungsprojekte mit chinesischen Partnern pausieren derzeit. Ein Medienbericht hatte zuvor auf eine Forschungsgruppe hingewiesen, in der 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft gewesen sein sollen. Das Bundesforschungsministerium hat bereits Konsequenzen angeordnet, Details stehen noch aus.

Gezielte Anwerbung und hybride Bedrohungen

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Die Warnungen stützen sich auf konkrete Vorfälle. Bereits im Mai geriet ein Ehepaar aus München unter Verdacht, für einen chinesischen Geheimdienst gezielt Wissenschaftler angeworben zu haben.

Neben klassischer Spionage nehmen KI-gestützte Cyberangriffe zu. Claudia Plattner sprach gestern von einer neuen Zeitrechnung der Cybersicherheit. Die Zahlen zeigen die Entwicklung: Waren es 2024 noch 950 Ransomware-Fälle in Deutschland, stieg die Zahl 2025 auf 1.041 Fälle an.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

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Auch die Nachrichtendienste selbst reagieren auf die veränderte Lage, die zunehmend durch russische Aktivitäten beeinflusst wird. Seit Jahresbeginn wird die BND-Zentrale in Berlin durch bewaffnete Wachen gesichert. Hintergrund sind verdächtige Drohnenüberflüge und Personen, die unbefugt Zugang zum Gelände suchten.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz setzt verstärkt auf technische und physische Eigensicherung, etwa durch Sprengstoffspürhunde. Vertreter der Sicherheitsbehörden fordern erweiterte gesetzliche Befugnisse für eine aktive Cyberabwehr. Ein neues BND-Gesetz soll zudem die Selbstschutzbefugnisse der Dienste stärken.

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