Herausforderer, Gjurow

Herausforderer Gjurow kÀmpft um das PrÀsidentenamt in Bulgarien

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 11:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im EU- und Nato-Land Bulgarien hat eine entscheidende Stichwahl um das PrÀsidentenamt begonnen.

Gegeneinander treten Amtsinhaberin Ilijana Jotowa, eine frĂŒhere Europaabgeordnete, und der konsequent prowestliche Ex-Interimsregierungschef Andrej Gjurow an. Der 50-jĂ€hrige promovierte Ökonom wird vom reformwilligen liberal-konservativen Oppositionslager unterstĂŒtzt.

Die Stichwahl wurde notwendig, da keiner der 27 Kandidatinnen und Kandidaten bei der ersten Runde am vergangenen Sonntag die absolute Mehrheit erreicht hat. Die beiden Bestplatzierten, Jotowa und Gjurow, erhielten jeweils 34,76 und 31,95 Prozent der Stimmen.

Beim ersten Wahlgang wurde die 62-jĂ€hrige Jotowa von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien (PB) und von den Sozialisten (BSP) unterstĂŒtzt, deren Sprecherin sie frĂŒher gewesen war. FĂŒr die Stichwahl sprachen ihr auch prorussische Nationalisten UnterstĂŒtzung zu.

Ukrainekrieg prÀgt Wahl in Bulgarien

Der Ukrainekrieg unweit von Bulgarien verleiht der Wahl in dem Land an der Ostflanke der Nato eine neue Dimension. Jotowa setzte sich im Wahlkampf immer wieder fĂŒr eine Friedenslösung fĂŒr die Ukraine durch Verhandlungen mit Russland ein. Bei der Stichwahl dĂŒrfte entschieden werden, ob Jotowa die zurĂŒckhaltende Linie von Regierungschef Rumen Radew im PrĂ€sidialamt weiter fortsetzt, dessen Stellvertreterin sie vor seinem RĂŒcktritt als Staatschef war.

Gjurow dĂŒrfte bei einem Wahlsieg andere außenpolitische Akzente setzen. Er lĂ€sst eine engere Orientierung an den westlichen Partnern erwarten sowie eine stĂ€rkere UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine im russischen Angriffskrieg.

Wahl als Test fĂŒr Mitte-Links-Regierung

Steigende Lebenshaltungskosten und teure Treibstoffe bereiten den Menschen in einem der Ă€rmsten EU-LĂ€nder immer mehr Sorgen. Die PrĂ€sidentschaftswahl gilt als Test fĂŒr die Regierung nach einem halben Jahr im Amt, da die regierende Partei PB die Kandidatin Jotowa direkt unterstĂŒtzt.

Rund 6,5 Millionen Wahlberechtigte können bis 19.00 Uhr MEZ (20.00 Ortszeit) ihre Stimme abgeben. Prognosen von Meinungsforschern dĂŒrren erst nach Wahlschluss veröffentlicht werden. In der Wahlnacht wird kaum mit amtlichen Ergebnissen gerechnet.

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