Hessens, Regierungschef

Hessens Regierungschef Rhein plĂ€diert fĂŒr Erhalt der Schuldenbremse

08.12.2023 - 05:55:34

Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) macht sich fĂŒr einen Erhalt der Schuldenbremse stark.

"Aus hessischer Sicht ist die Schuldenbremse keine Folklore, sondern ein Ausdruck der Generationengerechtigkeit", sagte Rhein der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Die Vorgabe an Bund und LĂ€nder, ihre Haushaltsdefizite nicht durch die Aufnahme von Krediten auszugleichen, sei eine verfassungsrechtliche Errungenschaft.

"Deswegen sollten wir aus meiner Sicht die Schuldenbremse weder abschaffen, noch sollten wir sie schleifen. Wir sollten sie einfach einhalten", bekrÀftigte Rhein. In Notlagen habe sie sich als flexibles Instrument erwiesen.

"Ich bin bereit, darĂŒber zu diskutieren, sobald eine Situation eintritt, in der wir im wahrsten Sinne des Wortes in einer Notlage sind und in der wir mit den derzeitigen Instrumenten nicht hinkommen", erlĂ€uterte Rhein. Dies sehe er aktuell nicht.

In der derzeitigen Haushaltsdebatte mĂŒsse die Bundesregierung ihre PrioritĂ€ten formulieren, forderte der hessische Regierungschef. Die Ampelkoalition habe die ein oder andere schwierige Situation selbst verursacht, etwa mit der EinfĂŒhrung des BĂŒrgergeldes und dessen Erhöhung zum 1. Januar um zwölf Prozent. "Das kostet sehr viel Geld", mahnte Rhein.

Die Anhebung des BĂŒrgergeldes habe fĂŒr die LĂ€nder enorme Auswirkungen, erlĂ€uterte er mit Blick auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das ein Abstandsgebot zwischen Grundsicherung und unterster Beamtenbesoldung vorgibt. "Das hat dazu gefĂŒhrt, dass wir damit begonnen haben, die Beamtenbesoldung zu reparieren, mit jeweils plus drei Prozent in den ersten beiden Schritten", erklĂ€rte Rhein.

Das mache im Landeshaushalt dauerhaft rund 540 Millionen Euro pro Jahr aus. "Und das sind nur die ersten Schritte zur Reparatur der Beamtenbesoldung", sagte Rhein. Diese Summe sei im hessischen Haushalt von 35 Milliarden Euro wirklich spĂŒrbar. "Jede Anhebung des BĂŒrgergeldes hat entsprechende Folgen", erklĂ€rte er.

Das Karlsruher Gericht hatte die Übertragung von Corona-Milliarden auf den Klima- und Transformationsfonds - ein Sondervermögen des Bundes - im Nachtragshaushalt 2021 fĂŒr unzulĂ€ssig erklĂ€rt. Damit fehlen dem Fonds 60 Milliarden Euro an Krediten./löb/hus/jaa/DP/zb

@ dpa.de